Heiraten? Ja! Aber warum?

Heiraten? Ja! Aber warum?

Marion und Tobias heiraten - obwohl Tobias das früher nie wollte. Marion schon, für sie ist Heiraten wie ein Bild, das fertig wird. Tobias glaubt, dass es keinen Unterschied macht, ob sie nur zusammen leben oder heiraten. Marion möchte genau diesen Unterschied: "Mein Mann klingt halt irgendwie erwachsener und irgendwie auch authentischer als mein Freund." Jetzt stehen die beiden kurz vor dem vielleicht wichtigsten Tag ihres Lebens.

Marion und Tobias küssen sich am Altar

Marion und Tobias: "Heiraten ist wie ein Bild, das fertig wird"

Marion und Tobias sind eines von drei Paaren, die Menschen hautnah-Autorin Julia Horn für ihren Film übers Heiraten begleitet hat. Auch Sonja und André gehören dazu. Ihre Hochzeit war bereits vor fünf Jahren – und die rosaroten Flitterwolken sind schon längst weitergezogen. Sie haben zwei kleine Kinder und stecken mittendrin im Ehealltag – mit all seinen Herausforderungen. Hilft das Verheiratet-Sein bei der Bewältigung von Krisen? "Es trägt dazu bei", sagt Sonja. Die Hochzeit ist für sie einer der Momente, "an den man dann denkt, wenn es schwierig wird und weiß, wir haben uns das mal versprochen, dass wir für immer zusammen bleiben wollen."

"Heiraten? Ja! Aber warum?" gewährt tiefe und auch ungewöhnliche Einblicke in drei Eheleben, erzählt von Hoffnungen und von Zweifeln und fragt nach dem großen Sinn. Offen und ungeschminkt schildern drei Paare die Geschichte ihrer Beziehung – und den Tag ihrer Hochzeit. Fotograf Steffen Böttcher hat an diesem besonderen Tag schon hunderte Paare begleitet. Bei Sonja und André war er sogar in den Flitterwochen dabei. Entstanden sind ungewöhnliche Fotos: "Ich versuche, die Beziehung herauszulesen, versuche zu gucken, was ist den Paaren wichtig. Und dann versuche ich, genau das festzuhalten. Das finde ich schön." So sind seine Fotos für die Paare mehr als nur eine Erinnerung.

 Irmtraud und Wolfgang sitzen Arm in Arm auf Stühlen

"So, wie er ist, ist er richtig", sagt Irmtraud über Wolfgang, mit dem sie seit 50 Jahren verheiratet ist.

Das dritte Paar im Film sind Irmtraud und Wolfgang. Geheiratet haben sie vor 50 Jahren, weil sie sich nicht mehr heimlich bei den Kaninchenställen treffen wollten. Dort schmiedeten sie Pläne für die Zukunft – und alles ist wahr geworden: Ein Haus, zwei Kinder und gemeinsam alt werden. Zur Goldenen Hochzeit schreibt Irmtraud Wolfgang einen Brief. Darin zählt sie auch die vielen Gegensätze auf, die sie als Paar ausmachen. Warum es trotzdem geklappt hat? "Das ist das, wo man Toleranz zu sagt“, meint Irmtraud. "Der eine lässt den anderen er selber sein, ohne ihn umzuerziehen. Ich glaube, das haben wir am Anfang der Ehe oft gemacht, aber irgendwann denkt man, lass ihn doch so, wie er ist. So ist er doch richtig."

Ein Film von Julia Horn
Redaktion: Martin Suckow

Stand: 03.06.2016, 17:53

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