Der Ehemann, der seine Frau vergrub

Junge Frau

Der Ehemann, der seine Frau vergrub

Ein Mann tötet seine Frau. Er vergräbt sie im Keller und erzählt seinen Kindern, dass die Mutter die Familie verlassen habe. Fünf Jahre wird es dauern, bis die Wahrheit ans Licht kommt. Was in einem Familiendrama endet, begann einst unbeschwert und glücklich. Die Eltern arbeiten als junge Leute im gleichen Hotel als Kellner, verlieben sich, heiraten. 20 Jahre lang wirken die Eheleute nach außen absolut glücklich. Zwei Kinder, ein Junge, ein Mädchen.

Doch das Paar hatte sich längst zerstritten. Immer wieder ging es ums Geld, um Schulden - und darum, wie es weiter gehen soll. An einem Morgen im Jahr 2008 dann eskaliert der Streit. Der Mann erwürgt seine Frau im Badezimmer des gemeinsamen Hauses und betoniert die Leiche dann im Keller des Hauses ein. Er erzählt allen, dass seine Frau ihn nach einem heftigen Streit verlassen habe.

Tochter verzweifelt an der Ungewissheit

Christina, seine Tochter, hört vom Vater jahrelang diese Geschichte, dass die Mama das Familienleben nicht mehr wollte. Die Tochter verzweifelt an der Ungewissheit. Sie sucht die Schuld bei sich, denkt, dass sie zu aufmüpfig war, dass die Mama sie nicht mehr lieb hat. Aber sie hofft jeden Tag auf einen Anruf von ihrer Mutter.

Die Polizei nimmt keine Vermisstenanzeige auf, weil der Ehemann glaubhaft vermittelt, seine Frau sei nach dem Streit einfach gegangen. Niemand zweifelt im Lauf der Jahre an dieser Geschichte, bis Christina volljährig wird und sich an die Medien wendet. Daraufhin wird auch die Polizei aktiv - und nun gerät der Vater in den Fokus. Christina will nicht glauben, dass ihr Vater etwas mit dem Verschwinden ihrer Mutter zu tun haben könnte. "Papa ist ein herzensguter Mensch", betont sie immer wieder. "Der kann keiner Fliege was zuleide tun."

Traurige Erkenntnis nach fünf Jahren

Bei einer Hausdurchsuchung kommt die Wahrheit ans Licht - und Chrissy verliert den Halt, weiß nicht mehr, wem oder was sie glauben kann. "Er hat mich fünfeinhalb Jahre lang belogen, war aber auf der anderen Seite ein guter Vater. Das macht die Sache fürchterlich schwer", sagt sie. "Er ist der Mörder meiner Mutter und er ist aber auch gleichzeitig mein Papa." Heute muss Christina ins Gefängnis fahren, wenn sie ihren Vater sehen will.

Mann sitzt mit dem Rücken zur Kamera an einem Tisch

Der Vater von Christina wurde zu acht Jahren Totschlag verurteilt. Er behauptet, seine Frau im Affekt getötet zu haben und er habe einen Blackout gehabt.

Kann die Tochter ihrem Vater, dem Mörder jemals verzeihen? Kann der Vater seiner Tochter erklären, warum er so gehandelt hat? Die Autoren Jule Sommer und Udo Kilimann rekonstruieren das Familiendrama mit Christina und ihrem Vater, dem ermittelnden Kriminalkommissar und dem Psychiater, der den Vater fürs Gericht begutachtet hat.

Ein Film von Jule Sommer und Udo Kilimann
Redaktion: Britta Windhoff

Stand: 10.08.2017, 16:32

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