Das Ohr ist eine Tür

Das Ohr ist eine Tür


Wenn Natalie mit ihrer vierjährigen Tochter "Geräusche raten" spielt, stutzt sie ein ums andere Mal. "Eine Hupe?", fragt sie. Ihre Tochter nickt und lässt das nächste Geräusch ertönen. Diesmal ist sich Natalie sicher. "Ein Krankenwagen!"

Natalie ist von Geburt an taub. Hören lernt sie erst, seit sie 31 Jahre alt ist und sich ein Cochlea-Implantat hinter dem linken Ohr einsetzen ließ.

Das Hören neu lernen

Mit der Prothese für Gehörlose gleicht ihr Hörvermögen dem eines Neugeborenen, sagen die Ärzte; jedes einzelne Geräusch, jeden Ton, jedes Wort wird sie neu lernen müssen. Doch ihre Tochter hören und verstehen zu können, bestärkt Natalie, durchzuhalten.

Auf ihrem Weg aus der Stille holen Natalie Erinnerungen an ihre Kindheit ein. Wie war es, als praktisch taubes Kind unter Hörenden zu leben? Unter Mühen hatte sie das Sprechen gelernt. Wird nun alles von vorn beginnen? Wird sie mit der gleichen Anstrengung das Hören üben müssen, wie früher das Sprechen? Ihre Tochter hören und verstehen zu können, bestärkt Natalie, durchzuhalten.

Ein Film von Simone Jung
Redaktion: Jessica Briegmann (WDR), Sonja Hachenberger (BR), Fatima Abdollahyan (BR)

Stand: 08.05.2017, 12:01

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