Transoceánica - Von Lima nach Rio de Janeiro

Reisebus von vorne, fährt auf Straße durch Wiesenlandschaft mit wenigen grünen Bäumen und Büschen

Transoceánica - Von Lima nach Rio de Janeiro

Der Asphalt der Transoceánica zieht sich 6.200 Kilometer lang wie ein endloses Band von Lima am Pazifik nach Rio de Janeiro am Atlantik. Erst seit Januar 2016 führt die längste Buslinie der Welt durch die dünne, kalte Luft der peruanischen Andenpässe und das feuchtheiße Tiefland Brasiliens.

Fünf Tage lang ist Claudio Rodriguez unterwegs, um seine Exfrau und seine Kinder zu besuchen. Während der Bus ächzend eine Höhe von über 4700 Metern erklimmt, rappt er mit den anderen Passagieren. Die Transoceánica gilt als Meilenstein, weil sie Menschen verbindet, die zuvor völlig abgeschottet lebten.

Davon profitiert auch Lino Mamane. Der Quechua-Indianer ist Leiter eines Kartoffelparks, der auf knapp 4000 Metern Höhe liegt. Dank der Verbindungsstraße Transoceánica kann Lino seine Kartoffeln an Spitzenrestaurants in Lima verkaufen. Der Sternekoch Virgilio Martínez Véliz wurde mit seinen edlen Menüs aus diesen Kartoffeln zu einem der besten Köche der Welt gewählt.

Das andere Gesicht der Transoceánica zeigt sich am Fuße der Anden. Hinter dichtem Dschungel beginnen die illegalen Goldminen. Mithilfe von Quecksilber versuchen Goldsucher, dem Urwaldboden das Edelmetall zu entreißen. Die Transoceánica hat hier eine Dynamik in Gang gesetzt, wegen der Victor Zambrano um sein Leben fürchtet. Der Ökoaktivist zeigt die Verstöße der illegalen Goldsucher an und wird deswegen von ihnen bedroht.

Entlang der Transoceánica zeigt sich Südamerikas Dilemma: ein beeindruckendes kulturellen Erbe, faszinierende Landschaften - und Menschen mit einer unerschöpflichen Gier nach Rohstoffen.

Ein Film von Matthias Ebert | Redaktion: Christiane Mausbach

Stand: 09.08.2017, 10:32