Frauen-Power für den Ökohof aus Lage

Staffel 9: Zu Gast bei Wiebke Brinkmann-Roitsch

Frauen-Power für den Ökohof aus Lage

Am dritten Dinnertag geht es nach Lage, in die Nähe von Detmold. Hier in Ostwestfalen-Lippe bewirtschaftet Wiebke Brinkmann-Roitsch einen Biohof. Drei Generationen wohnen hier zusammen: Wiebke und ihr Mann Nils und Sohn Fiete und ihren Eltern. Wiebke ist hier aufgewachsen, doch nach dem Abitur zog es sie erst mal weg vom Land und in die weite Welt.

Management meets Bauernhof
Die studierte Betriebswirtin konnte sich damals nicht vorstellen, den Hof ihrer Eltern zu übernehmen, heute sagt sie: “Es war die beste Entscheidung meines Lebens!“ Seit 4 Jahren führt Wiebke den Biohof nun schon, unterstützt von ihren Geschwistern und Eltern. Vom Schreibtisch direkt auf den Kartoffelacker, handfeste und bodenständige Arbeit unter freiem Himmel: Genau das hatte sie all die Jahre als Betriebswirtin vermisst.

Mit Herzblut und Mut
Nur mit klassischer Landwirtschaft kann heute kaum noch ein Bauernhof überleben. Und so sucht die junge Landwirtin ständig neue Wege und probiert moderne Geschäftsideen aus. Ihr Management-Talent, aber auch ihre kreative Ader kommen ihr dabei zugute. Die Familie baut in kleinem Rahmen Kürbisse, alte Getreidesorten und verschiedene Kartoffelsorten an. Einige Parzellen Land vermietet Wiebke auch an Privatleute zur eigenen Nutzung - ein neuer Trend, der gut ankommt. Denn viele Städter wünschen sich mehr Nähe zur Natur. Außerdem gibt es auf dem Brinkmann-Hof ein Hofcafé und demnächst auch pferdegestütztes Coaching für Führungskräfte.

Hier gibt es kein Unkraut
Und es gibt Kochseminare und Wildkräuter-Workshops unter freiem Himmel. Denn Wildkräuter sind Wiebkes ganz große Leidenschaft. Die hat sie eindeutig von ihrer Mutter geerbt. Der ganze Stolz der beiden Frauen ist daher auch der üppige Wildkräutergarten. Jedes Kraut, das hier wächst, wird zu Essen verarbeitet – Unkraut gibt es hier nicht!

Dass Wiebke Wildkräuter so liebt, macht sich natürlich auch im Menü bemerkbar: Wildkräuter-Sushi mit Taglilien und Kräuterseitlinge im Beinwell-Mantel - die Gerichte sind außergewöhnlich und zudem vegetarisch. Kann Wiebke die anderen Landfrauen damit überzeugen?

Info zu Beinwell
Beinwell ist in den letzten Jahren immer wieder in Verruf geraten, weil er so genannte Pyrrolizidinalkaloide enthält, die im Verdacht stehen, die Leber zu schädigen. Wirklich bewiesen ist das aber nicht. Wenn man zudem die Blätter zur oder nach der Blüte erntet, dann ist der Gehalt dieser Substanz sehr gering. Beste Sammelzeit ist daher Juni und Juli. Der gelegentliche Verzehr vom 2 bis 3 Beinwellblättern - wie in unserem Rezept - ist also unbedenklich.

Weitere Infos: bio-hof-brinkmann.de

Stand: 05.08.2017, 17:16

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