Geheimnis Villa Hügel

Villa Hügel Außenansicht

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Geheimnis Villa Hügel

Die Villa Hügel in Essen ist der ehemalige Wohnsitz der Familie Krupp, der mächtigsten Industriellendynastie des deutschen Reiches. Wie kaum ein anderes Bauwerk erinnert sie an den Glanz und die Größe, die Macht und die Bedeutung der Kohle- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet.

Ein pompöser Raum mit Bücherregalen im Hintergrund und einer Tür in der Mitte

Der zweite Hausherr, Friedrich Alfred Krupp, ließ die Villa ab 1887 umbauen. In den ehemaligen Speiseräumen entstand die Bibliothek.

Mit 269 Zimmern auf einer Fläche von 8100 Quadratmetern ist die gigantische Unternehmervilla das größte Einfamilienhaus des Landes. Kaiser, Staatsmänner und Unternehmer aus aller Welt waren hier zu Gast.

Bis heute zieht die Villa Hügel Hunderttausende Besucher aus aller Welt an. Doch die allermeisten Besucher bekommen nur einen Bruchteil der vielen Räume der Villa Hügel zu Gesicht. Die meisten bleiben für die Öffentlichkeit verschlossen, ihre vielen Geheimnisse unentdeckt. "Geheimnis Villa Hügel" wirft den Blick hinter diese verschlossenen Türen.

Monument und technisches Meisterwerk

Eine Klimanalage in Nahaufnahme

Alfred Krupp ließ in der Villa Hügel 1873 eine Klimaanlage einbauen - die erste der Welt. Sie funktionierte aber nicht richtig.

Die gewaltige Villa hoch über dem Tal der Ruhr ist das Werk eines Technikbesessenen. Alfred Krupp hat das prunkvolle Anwesen ab 1870 auf dem Höhepunkt seines unternehmerischen Erfolgs bauen lassen.

Ein Monumentalbau, der zugleich Wohnhaus und Ort der angemessenen Repräsentation für das damals schon weltweit tätige Unternehmen Krupp sein sollte. Ein Widerspruch, unter dem die Bewohner des Hauses von Anfang an zu leiden hatten. Alfred Krupp, dem erfolgreichen Ingenieur und Unternehmer, schwebte ein funktionales und technisches Meisterwerk vor, mit eigenem Gas- und Wasserwerk, der ersten Klimaanlage der Welt und allen fortschrittlichen Errungenschaften seiner Zeit.

Ein faszinierendes Stück deutscher Geschichte

Familie Bertha und Gustav Krupp von Bohlen und Halbach 1930

Die Familie von Bertha und Gustav Krupp von Bohlen und Halbach um 1930.

Das Haus, in das Alfred Krupp 1873 mit seiner Familie einzog, hatte zumindest im Inneren wenig Ähnlichkeit mit der heutigen Villa Hügel. Erst die nächsten Generationen, Friedrich Alfred und Margarethe Krupp und später Gustav und Bertha Krupp von Bohlen und Halbach, haben die Villa mit ihrer üppigen Holzausstattung versehen. Und die alliierten Besatzer, die die Villa Hügel als Sitz der Kohlenkontrollkommission nutzten, haben einen Raum umgebaut – und allerhand Mobiliar verschwinden lassen.

Illustre Gäste

sw: Eine Frau sitzt zwischen einem Kardinal und einem anderen Mann am gedeckten Kaffee-Tisch.

Villa Hügel: Bertha Krupp von Bohlen und Halbach 1956 beim Fünf-Uhr-Tee mit Kardinal Joseph Frings und Essens Oberbürgermeister Hans Toussaint.

Die Villa Hügel ist ein Ort, an dem die Mächtigen ein- und ausgingen und an dem Geschichte geschrieben wurde. Schon im Kaiserreich traf sich hier die gesellschaftliche Elite. Für den Kaiser wurde sogar ein eigenes Badezimmer eingebaut. Auch in der Weimarer Republik, im nationalsozialistischen Deutschland und in der Bundesrepublik blieb der Stammsitz der Familie Krupp ein Ort, an dem sich die Mächtigen trafen, an dem wichtige Entscheidungen getroffen wurden - und an dem rauschende Feste gefeiert wurden.

Ein Film von Florian Opitz
Redaktion: Beate Schlanstein

Stand: 05.01.2017, 12:12

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