Ich will Dich - Begegnungen mit Hilde Domin

Hilde Domin im Zugabteil, freut sich und lacht dabei in die Kamera

Zum 10. Todestag der Dichterin

Ich will Dich - Begegnungen mit Hilde Domin

Durch Zufall stößt die junge Filmemacherin Anna Ditges 2004 in einer Buchhandlung auf Hilde Domins ersten Gedichtband mit dem Titel "Nur eine Rose als Stütze". Zutiefst bewegt macht sie sich mit ihrer Kamera - und einem Strauß Rosen - auf den Weg zur Dichterin.

Das Kennenlernen der beiden verläuft überraschend: Die Grande Dame der deutschen Nachkriegsliteratur, von Journalisten gefürchtet wegen ihrer Unzugänglichkeit und Arroganz, empfängt die junge, unbekannte Filmemacherin mit Wohlwollen und Neugier.

Hilde Domin, Jahrgang 1909, zeigt sich als eine wache, unkonventionelle 95-jährige in einer Wohnung voller Bücher, Rosen und Erinnerungen – mit einer Lebensgeschichte, in der sich das letzte Jahrhundert spiegelt.

Hilde Domin sitzt in ihrem Wohnzimmer und schreibt auf ihrer Schreibmaschine; eine junge Frau filmt sie dabei

Unerwartete Nähe: Hilde Domin ließ sich von der jungen Filmemacherin auch bei der Arbeit filmen.

Sie erzählt sie mit großer Offenheit aus ihrem spannungsreichen Leben: von ihrer Kindheit in Köln, von 22 langen Jahren im Exil, von der Rückkehr nach Deutschland und ihrer späten Karriere als Dichterin. Zum ersten Mal spricht sie vor der Kamera über Erwin Walter Palm, die große Liebe ihres Lebens, und über ihre Einsamkeit im Alter. Themen, die der individuelle Blick der Filmemacherin in ausdrucksstarken Bildern festhält.

Anna Ditges, Jahrgang 1978, hat Hilde Domin immer wieder besucht und die alte Frau in ihrem Alltag, auf Reisen und quer durch ihre Erinnerungen begleitet – fast zwei Jahre lang, bis zum Tod von Hilde Domin im Februar 2006. Mit "ICH WILL DICH" ist ein intimer und bewegender Film entstanden, der in seiner Konzentration auf das Wesentliche ähnlich präzise und eindringlich ist wie die schnörkellose Lyrik der Hilde Domin.

Ein Film von Anna Ditges | Redaktion: Jutta Krug

Stand: 26.01.2016, 12:11