Griechenland - Saisonschluss im Pleitestaat

Griechenland - Saisonschluss im Pleitestaat

Ein Film von Johannes Höflich und Jo Angerer

Griechenland unter dem Spardruck der EU: Schlimmer denn je steckt das Land in der Krise. Trotzdem ist die Regierung Tsipras mit großem Erfolg wiedergewählt worden.

Die Akropolis mit Touristen im Vordergrund

Touristenmagnet Akropolis: Für die Krise interessieren sich die Urlauber kaum.

Bestätigung für den Weg, den die Regierung eingeschlagen hat oder Hoffnung auf einen starken Regierungschef, der es der EU und vor allem Deutschland zeigen kann? Die Touristen, Haupteinahmequelle Griechenlands, kommen im Winter nicht mehr. Was machen die Menschen, die jetzt keine Arbeit mehr haben, wovon leben sie, wo doch alles so teuer geworden ist.

die story besucht das Ferienparadies der Deutschen zum zweiten Mal in diesem Jahr und ist mit der privaten Hilfsorganisation „Griechenlandhilfe“ unterwegs. Diese versucht wenigstens die größte Not zu lindern: Medikamente für Krankenhäuser, die ihre Patienten nicht mehr versorgen können. Lebensmittel für Sozialzentren, die armen Familien helfen. Decken und Schlafsäcke für tausende Obdachlose und Flüchtlinge, die im kalten griechischen Winter im Freien übernachten müssen.

Leerstehende Häuser und Geschäfte

Folgen der Krise: Leerstehende Häuser und Geschäfte in Athen.

Die Autoren treffen Menschen, die in Athen auf einem Gemüsemarkt Abfälle aufsammeln – nur so können sie ihre Familien ernähren. Sie fahren zu einem Behindertenheim in Patras, hier, so hatten die Schwestern erzählt, hätten sie die Kinder im letzten Winter mit Zeitungspapier zugedeckt – kein Öl für die Heizung. Wie sieht es jetzt hier aus?

Panoramablick auf die Stadt Athen

Millionenstadt Athen: Viele der Bewohner sind von Armut bedroht.

Eine alteingesessene Taverne auf der Ferieninsel Rhodos musste schließen – die Erhöhung von Steuern und Abgaben war nicht mehr tragbar. Zahllose Schilder -„Zu vermieten“- und „Zu verkaufen“- an Geschäften machen die dramatische Situation der Griechen sichtbar. Im Sommer fanden viele Menschen noch Arbeit im Tourismusgewerbe. Doch jetzt sind die meisten Touristenhotels geschlossen, die Kellner, Köche und Zimmermädchen stehen auf der Straße. Zwei Drittel der Griechen sind von Armut bedroht und die Jungen verlassen in Scharen das Land.

Autoren: Johannes Höflich und Jo Angerer
Redaktion: Barbara Schmitz (WDR) und Birte Gräper (SWR)

Stand: 15.02.2016, 14:12

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8 Kommentare

Neuester Kommentar von "Gerd E.", 16.12.2015, 22:43 Uhr:

Ein hervorragender Bericht. Auch ich vermisse einen Hinweis auf die Helfer vor Ort denen man eine Spende zukommen lassen kann.

Kommentar von "rb03", 15.12.2015, 15:48 Uhr:

Erwin´s Organisation http://www.griechenlandhilfe.at/

Kommentar von "Daniela", 15.12.2015, 13:23 Uhr:

Wir haben Freunde auf Limnos (man kann die Lichter der türkischen Küste im Osten von Limnos nachts sehen). Den wirtschaftlichen Verfall konnte man ab 2009 ganz deutlich auf der Insel verfolgen: 2009 hatten sie noch massig (meist griechische) Urlauber dort, es ging ihnen gut. Dann blieben die Griechen weg, später die Europäer und die Russen. 2013 waren bereits vereinzelt Flüchtlinge auf der Insel. Jetzt versorgen sie sich im Sommer selbst, leben vom Tauschhandel (Kleidung gegen Fische/Käse). Die Kreuzfahrtschiffe sind verhasst, weil sie der Insel außer Dreck nichts bringen. Griechenland braucht dringend Geld für die Menschen. Nicht für die Banken. Es ist ein europäischer Skandal alles Geld für die Flüchtlinge locker zu machen und die Griechen zu vergessen, die selbst diese Menschen noch unterstützen obwohl sie kaum selbst überleben. Eine bodenlose europäische Schande.

Kommentar von "don.Corleone", 15.12.2015, 12:21 Uhr:

Ich sage . Die Schraube muß noch härter angezogen werden, die gr.Dekadenz u. Mega-Abzocke d. Dt.Staates u.a. , muß nachhaltig abgestraft werden ! Kompromisse werden NICHT geduldet . Dann d. Reeder u. d. restliche "PACK" m. Zielfahnder heim ins Reich (nach Gr.)holen u. dort in Beugehaft, bis d. Steuern d. letzten 30 Jahre abgedrückt werden . Dazu braucht man einen nachhaltigen Atem u. Eier ..! merkel/cdu hat eine gravierende Mitschuld a.d.Gr.-Desaster ! merkel , d.h., d.Dt. Volk , zahlt u. zahlt ,,auch d. Millionen-Völkerwanderer , WIE lange noch ? Wann kippt d. Dt. Staat ? Generalstreik- Bürgerkrieg ? alles ist möglich ......! Rettung besteht in PEGIDA , AFD u. Exxellenzen , wie d. Große Humanist ,Präsidente, Mister VIKTOR ORBAN ! Der tut was (für sein Volk ! ) . merkel fociert d. TOALausverkauf d. Dt. Staates zugunsten d. gr. Abzocker u. Co. !

Kommentar von "Harald Z.", 15.12.2015, 11:16 Uhr:

Das was in Griechenland abläuft ist unbegreiflich und beschämend. Dabei ist in allen Ländern, siehe Ihre Reportage aus Portugal zuforderst die deutschen Investoren und Banken die daraus ihre Profite ziehen. Da diese Auswüchse in Spanien, Portugal und Bullgarien auch zu besichtigen sind wird es höchste Zeit das die europäische Bevölkerung der EU Politik wegen nachgewiesener Unmenschlichkeit die Rote Karte zeigt. Die etablierten Parteien reagieren in Spanien damit das die Mediengesetze verschärft werden und die Pressefreiheit eingeschränkt wird. Man kann nur hoffen das die spanische Bevölkerung auch dies honoriert und Podemos einen hohe Zustimmung bekommt danmit sich etwas in der EU ändert. Man kann nur immer wieder darauf hinweisen die EU ist für die Firmen da und nicht für die Menschen. Deshalb geschehen solche Auswüchse. Manchmal glaube ich das die Politik die Menschen auf diese Weise auf TTIP vorbereiten will.

Kommentar von "Martin L.", 14.12.2015, 23:36 Uhr:

Bitte schicken Sie diesen Bericht an Frau Merkel. DANKE!!!

Kommentar von "Christl", 14.12.2015, 23:18 Uhr:

Ich finde keine Worte um Ihnen zu sagen, wie genial Ihr Bericht war. Vielen Dank, dass Sie zeigen wie schlimm es 'auch ' um die Griechen geht. Das darf auf gar keinen Fall untegehen in diesen turbulenten Zeiten. Es ist unglaublich traurig und unbegreiflich, dass so etwas passieren muss. Das hat keiner verdient... Bitte zeigen Sie diesen Film öffter. Nur so kann man Leute aufmerksam machen. Es gibt nicht viele Jornalisten die sich trauen Die 'unliebsamen' Dinge zu zeigen. Vielen Dank an alle Mitwirkenden am Film dafür! Meine Hochachtung dem Mann der den Lieferwagen fährt. Ein Vorbild für jeden. Bitte lassen Sie mir seine Kontaktdaten zukommen. Ich möchte gerne helfen! Leider konnte ich aus Ihrem Text auch keinen Namen des mannes entnehmen. Vielen herzlichen Dank im voraus Und Danke für den Film!!! Christina Lohfink

Kommentar von "Baurmann", 14.12.2015, 22:47 Uhr:

bitte Organisation aus Österreich (Erwin) die privat hift, bekannt geben