Digital Diary: Mein Krebstagebuch

Digital Diary: Mein Krebstagebuch

"Sie haben Krebs!" Viele wirft diese Diagnose aus der Bahn. Andere greifen zur Kamera: Sieben Krebspatienten nehmen uns mit auf ihrem Weg – von der Diagnose über die erste Therapie, über Rückschläge bis hin zur Heilung – oder auch zum Abschied. Schonungslos offen.

Luise Ganschor während der Infusion der Chemotherapie

Luise Ganschor, bekannt als Chemoelefant aka "Klopsi gegen den Krebs", ließ andere Menschen offen und authentisch an ihrer eigenen letzten Reise teilhaben.

Im Mittelpunkt stehen Ängste, Hoffnungen, aber auch praktische Hilfestellung. Der Austausch von Erfahrungen über das Internet kann die Einsamkeit überwinden, Mut machen.

Die Dokumentation "Mein Krebstagebuch" gibt einen sehr intimen Einblick in das Leben von Patienten, zeigt ihren Leidensweg und den Umgang mit der Krankheit.

Filmen und Bloggen als Kampfansage

Nahezu alle Aufnahmen wurden von den Krebspatienten selbst gemacht, teilweise per Handy auf der Intensivstation. Wie bei Nalie: Sie erhält mit 25 Jahren die Diagnose Brustkrebs - und schaltet nur wenige Minuten später die Kamera an. Eine Kampfansage. Chemotherapie, Haarausfall, Übelkeit und sogar die Entfernung ihrer Brust - Nalie nimmt alles auf.

Nalie zeigt ihre Glatze nach dem Haarausfall

Geteiltes Leid ist halbes Leid: YouTuberin Nalie verarbeitete die Last ihrer Krankheit in eigenen Video-Berichten und inspirierte mit diesen viele andere Menschen weltweit.

Martin ist 18 Jahre alt, als er an Leukämie erkrankt. Seine Videos bieten ihm die nötige Ablenkung im Isolationszimmer, auch eine Möglichkeit, mit der Familie zu kommunizieren.

Anders bei Luise. Sie hat sich für das Bloggen entschieden, als sie erfahren hat, dass ihr Krebs nicht heilbar ist. Sie möchte ihrer Familie und ihren Freunden Videos hinterlassen und ganz persönlich Abschied nehmen.

Bilder von Sieg und Verlust

Der erfolgreiche Bratschist Francis Norman erzählt eine ganz andere Geschichte. Vor zehn Jahren hat er seinen Krebs besiegt. Er ist überzeugt: Geholfen hat ihm die Musik und sein Hobby Segelfliegen.

Francis Norman spielt Bratsche in Ghana

Mit fünf Jahren lernte Francis das Geigespielen, mit 17 erkrankte er an Krebs. Heute reist der talentierte Musiker regelmäßig nach Ghana, um anderen Menschen Hoffnung zu geben.

Vor kurzem dann ein Rückschlag: Sein bester Freund erhält die Diagnose Leberkrebs – gemeinsam machen sie sich auf eine letzte Reise nach Afrika.

Ein Film von Marta Werner
Redaktion: Thomas Kamp, Jutta Krug, Christiane Hinz

Stand: 13.08.2015, 21:45

Mehr zum Thema