Der Bestseller-Code: Auf der Suche nach dem Erfolgsrezept

Der Bestseller-Code: Auf der Suche nach dem Erfolgsrezept

Der Buchmarkt Deutschland ist ein hartumkämpftes Milliardengeschäft. Rund 90.000 neue Bücher erscheinen jedes Jahr. Die Stars der Branche wie Thriller-Autor Sebastian Fitzek oder Rebecca Gablé mit ihren erfolgreichen Mittelalter-Romanen bringen ihren Verlagen satte Gewinne. Doch was ist das Geheimnis des Erfolges – das Geheimnis, nach dem Autoren, Verleger und Talentscouts mit jedem neuen Titel suchen?

Sebastian Fitzek bei einer Autogrammstunde

Er hat gut lachen: Sebastian Fitzek hat es mit seinem Erstling ganz nach oben geschafft - obwohl viele Verlage seine Geschichten ablehnten.

Kann man Erfolg wirklich planen? Gibt es am Ende so etwas wie einen Bestseller-Code? Die Autoren sind tief in die Bücherwelt eingetaucht und haben überraschende Antworten gefunden.

Der Kampf um den Bestseller

Rebecca Gablé

Themenwechsel: Nach zwei Krimis kam 1996 für Rebecca Gablé der Durchbruch mit "Das Lächeln der Fortuna", einer Geschichte aus dem englischen Mittelalter.

Mit jährlich ca. 9,5 Milliarden Euro Umsatz ist der Buchmarkt der größte Entertainment-Sektor in Deutschland – und der zweitgrößte der ganzen Welt. Mit Büchern wird immer noch mehr Geld verdient als mit Filmen, Musik oder Games. Auf der einen Seite stehen die Autoren, die mit kreativen und ungewöhnlichen Geschichten ihre Leser begeistern wollen.

Auf der anderen Seite die Verlage, die mit einem oder zwei Erfolgstiteln im Programm ihren kompletten Jahresumsatz verdienen müssen. Eine ganze Branche ist auf der Suche nach dem Erfolg, dem nächsten Bestseller.

Erfolgsrezept Bestseller

Blick auf ein großes Buchregal in einer Buchhandlung

Durchsetzungsvermögen: Bei fast 90.000 Neuerscheinungen pro Jahr gehört einiges dazu, um ein Bestseller zu werden.

Doch wie schreibt man einen Bestseller? Und was ist gerade angesagt? Alle zehn Jahre sind Vampir-Geschichten ein Hit, erzählen Kenner der Branche. Historische Romane laufen immer wieder gut – vor allem wenn sie von Frauen geschrieben sind. Nur wann? Und warum? "Harry Potter" lehnten alle großen Verlage erst mal ab: viel zu dick für ein Kinder- und Jugendbuch.

"Die Vermessung der Welt" von Daniel Kehlmann wäre mit Pauken und Trompeten allein schon wegen des Titels durch die Marktforschung geflogen – und wurde dennoch ein Bestseller. Und Psycho-Thriller funktionierten nur, wenn sie aus Skandinavien oder den USA kamen – bis Sebastian Fitzek sich mit seinem Erstlingswerk "Die Therapie" nach ganz oben auf die Bestsellerliste katapultierte. Also alles Zufall? Oder werden die Weichen für den Erfolg an ganz anderer Stelle gestellt?

Selbst ist die Autorin

Emily Bold sitzt bei einer Veranstaltung auf einem Sofa und hört einer Frau zu

Erfolg auch ohne Verlag: Emily Bold verlegt ihre Bücher selbst - über 200.000 verkaufte Bücher sprechen für sich.

Manch einer nimmt den Erfolg gleich in die eigenen Hände: Statt Verlagslektoren zu überzeugen, verlegen Autoren ihre Bücher selber und finden ihre Leser online – wie Emily Bold, die auf diesem Weg zur E-Book-Bestsellerin wurde.

Doch auch da ist die Konkurrenz mittlerweile riesig und Online-Buchhändler machen sich auf die Suche nach dem Bestseller-Geheimnis – und nutzen dazu Daten über das Leseverhalten ihrer E-Book-Kunden.

Gibt es den Bestseller-Code?

Die Autoren haben die Stars und Insider der Branche getroffen: Die Bestsellerautoren Sebastian Fitzek, Rebecca Gablé und Emily Bold verraten ihre ganz persönlichen Erfolgsgeheimnisse und geben einen Einblick ins Autorenleben. Roman Hocke, einer der erfolgreichsten deutschen Literaturagenten, und Piper-Verleger Marcel Hartges erzählen von ihren größten Erfolgen – und von den schlimmsten Misserfolgen.

Ein Film von Nicolas Kreutter und Frank Diederichs
Redaktion: Monika Pohl

Stand: 25.02.2016, 15:03

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