Das Jahr der Skandale – 1971

Aus der Reihe "Unser Land in den 70ern"

Das Jahr der Skandale – 1971

Noch im Winter sahen die Fußballfans in den Bundesligastadien des Westens faire Spiele – dachten sie zumindest. Doch nach dem Jahreswechsel 1971 platzte die Bombe: Spielergebnisse waren abgesprochen und Fußballer hatten dafür Geld bekommen.

Der Fußballer Hansi Schmidt auf einer Tribüne im Fußballstadion

Hansi Schmidt: Der ehemaliger Spieler beim VFL Gummersbach sorgte 1971 skandalträchtig für den Rücktritt des Trainers.

Der Bundesliga-Skandal mit immer weiteren Veröffentlichungen erschütterte die Fußballwelt. Der WDR zeigt im zweiten Teil seiner neuen zehnteiligen Dokumentationsreihe, wie Skandale das Land erschütterten und das Land veränderten.

Das Jahr der Fußballskandale

Dem VFL Gummersbach gelang es 1971 als erste Mannschaft überhaupt zum dritten Mal den Europapokal der Pokalsieger zu erkämpfen. Dass Hansi Schmidt davor skandalträchtig für den Rücktritt des Trainers gesorgt hatte, war da schnell vergessen.

Der Fußballer Klaus Fischer auf einer Stadiontribüne

Fußball-Legende: Klaus Fischer spielte in den 70er Jahren bei Schalke 04.

Einen Tiefpunkt hingegen durchlief Fußball-Legende Klaus Fischer: Der Jahrhundertstürmer wurde gleich zu Beginn seiner Karriere bei seinem Verein Schalke 04 tief hinein in den Bundesliga-Skandal gezogen und durfte, wie seine Kollegen ein Jahr lang nicht spielen.

"Wir haben abgetrieben"

Stern-Titelbild mit Frauenporträts und der Schrift Wir haben abgetrieben

Zum Skandal wird der Protest für das Recht zum Schwangerschaftsabbruch als 374 Frauen im "Stern" bekennen: "Wir haben abgetrieben".

1971 ist auch das Jahr eines weiteren Skandals, den Alice Schwarzer anführte. Prominente und nicht-prominente Frauen bekannten auf dem Titelblatt des Stern: Wir haben abgetrieben! Darunter auch Prominente wie Romy Schneider und Senta Berger.

Die Kölner Aktivistin Gisela Schneider erzählt, wie sie damals für die Frauenrechte kämpfte und in der Kölner Fußgängerzone Unterschriften für die Aktion gegen den § 218 sammelte.

Gisela Schneider vor dem Kölner Dom

Unterschriften für die Aktion gegen § 218: Die Kölner Aktivistin Gisela Schneider erzählt, wie sie damals für die Frauenrechte kämpfte.

Giftmüll in NRW

1971 ist aber auch das Jahr, in dem manches als skandalös empfunden wurde, was einfach nur neu war: Die neue Straßenverkehrsordnung zum Beispiel. Oder die "Sendung mit der Maus", die zunächst als "Lach- und Sachgeschichten" im Frühjahr 1971 erstmals ausgestrahlt wurde. Anderes erwies sich als nachhaltig gefährlich und daher wirklich skandalös. So beunruhigte eine ganze Serie von Giftmüllfunden NRW.

Erzählt wird der Film von der Radiomoderatorin Steffi Neu, die just 1971 am Niederrhein auf die Welt kam.

Ein Film von Jobst Knigge
Redaktion: Barbara Schmitz

Übersichtsseite: Unser Land in den 70ern

Stand: 04.08.2017, 09:36

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