Die 50er Jahre in NRW

Die 50er Jahre in NRW

Wirtschaftswunderland Nordrhein-Westfalen: Kohle, Kino, Rock’n’Roll und Fernsehen in den Jahren des Aufschwungs.

Bergleute beim Verlassen des Grubenaufzuges in einer Kohlenzeche

Im Wirtschaftswunder benötigte man zum Wiederaufbau vor allem Kohle. Dadurch stieg Nordrhein-Westfalen zum stärksten Land der Bundesrepublik auf. Obwohl es mit Abstand die meisten Einwohner hatte, herrschte hier 1955 Vollbeschäftigung.

Im Wirtschaftswunder benötigte man zum Wiederaufbau vor allem Kohle. Dadurch stieg Nordrhein-Westfalen zum stärksten Land der Bundesrepublik auf. Obwohl es mit Abstand die meisten Einwohner hatte, herrschte hier 1955 Vollbeschäftigung.

Die Menschen wollten sich nach dem Wirtschaftsaufschwung wieder etwas Luxus gönnen. Dafür wurde 1950 das altehrwürdige Essener Kino, die Lichtburg, wieder eröffnet. In den folgenden Jahrzehnten fanden hier viele Premieren statt und viele Hollywoodstars besuchten die Lichtburg. In den Siebzigern verlor es diesen Status. Es ist aber nach wie vor ein besonderes Kino. Denn mit 1250 Plätzen befindet sich hier der größte Kinosaal Deutschlands.

In Essen wird mit der Grugahalle zudem noch eine Veranstaltungshalle gebaut. Sie sollte eine bedeutende Konzertgeschichte bekommen. Es begann kurios, als im ersten Rock’n’Roll-Konzert in der bestuhlten Grugahalle die Leute begannen aufzustehen und zu tanzen. Da viele Stühle und Scheiben in Mitleidenschaft gezogen wurden, sah sich die Polizei gezwungen einzuschreiten, und verwies die Zuschauer wieder auf die Sitzplätze.

Nach einigen Tests startete der NWDR 1952 nach dem ersten unabhängigen Radio auch das erste deutsche Nachkriegsfernsehprogramm. Für anfangs 5000 Zuschauer wurden 2 Stunden Fernsehen am Tag produziert. Unter anderem im neueröffneten Funkhaus im Kölner Wallrafplatz, der Keimzelle des WDR.

In den Fünfzigern öffneten die Krupps ihren alten Wohnsitz, die Villa Hügel, für die Öffentlichkeit. Sie wurde so zu einem kulturellen Mittelpunkt des Landes mit Modeschauen und Staatsgästen wie der thailändischen "First Lady".

Im Reitsport schrieb mit Hans Günter Winkler aus Wuppertal-Barmen ein Nordrhein-Westfale Geschichte. Er nahm mit seinem, eigentlich als untalentiert eingestuften, Pferd Halla bei den Olympischen Spielen 1956 teil. Als er sich während des Wettbewerbs einen Leistenbruch zuzog, brachte ihn sein Pferd alleine fehlerfrei ins Ziel und gewann so die Goldmedaille im Springreiten.

Mitte der Fünfziger führten Spannungen im Düsseldorfer Parlament zur Einsetzung von Fritz Steinhoff (SPD, sitzend) ins Amt des Ministerpräsidenten. Der ersetzt Karl Arnold, da sich die FDP von der CDU abwandte, um mit SPD und Zentrum eine sozialliberale Koalition zu bilden. Sie hielt nur zwei Jahre, da die CDU 1958 die absolute Mehrheit erzielte.

Das größte Projekt in der kurzen Zeit des Kabinetts Steinhoff war der Bau einer Forschungsanlage für Atomkraft, um sich für die Zukunft zu wappnen. Dafür wurden in Jülich zwei Forschungsreaktoren gebaut. Das war der Start des heutigen Forschungszentrums Jülich. Es ist eines der größten Forschungsstätten im Bereich der Physik in Europa und stellt einen Physik-Nobelpreisträger.

Seit 1958 war Franz Meyers (CDU, vierter von rechts) Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens. Anders als Karl Arnold wollte er sein Land nicht nur durch Wohlstand für alle einen. Er verstand NRW als Kulturnation und wollte eine Hymne, gemeinsame Traditionen und einen weniger technisch klingenden Namen. Seine Ideen wurden kaum angenommen. Trotzdem wurde er zweimal wiedergewählt und blieb bis 1966 im Amt.

"Im deutschen Volk hat der Nationalsozialismus keine Wurzel". Dafür verbürgte sich Konrad Adenauer, nachdem die Synagoge in Köln nach der Wiedereröffnung mit Hakenkreuzen beschmiert wurde. Wie sich dann aber herausstellte, war das nur der Startpunkt für antisemitische Angriffe in ganz Deutschland.

Stand: 07.08.2016, 15:09 Uhr