Wir sind 18 Millionen - Wie leben wir in Zukunft?

Wir sind 18 Millionen - Wie leben wir in Zukunft?

Die meisten von uns werden das Jahr 2030 noch erleben - 89 Prozent immerhin. Unser Land wird sich verändern. Köln wird weiter wachsen - und Remscheid so stark schrumpfen wie keine andere Stadt in Nordrhein-Westfalen. Wir werden das Land mit neuen Energien versorgen und das Zeitalter der Kohle hinter uns lassen. Mit der Wirtschaft geht es weiter bergauf. Wir bleiben stärkstes Bundesland.

Unsere Zukunft - die Zahlen

Die Lebenserwartung steigt und es wird immer enger in Städten wie Köln, Düsseldorf, Bonn und Münster: Ihnen haben die Dörfer nichts entgegenzusetzen.

Grafik Lebenserwartung

1950 lag die Lebenserwartung bei nicht mal 70 Jahren. Seitdem ist sie immer weiter gestiegen. Wir leben immer länger.

1950 lag die Lebenserwartung bei nicht mal 70 Jahren. Seitdem ist sie immer weiter gestiegen. Wir leben immer länger.

Wer 2030 geboren wird, hat gute Chancen deutlich älter als 80 Jahre zu werden.

Bis zum Jahr 2030 wird Kölns Einwohnerzahl um mehr als 10 Prozent zunehmen – das sind mehr als 100.000 neue Kölner. Auch in Münster, Bonn und Düsseldorf wird es immer enger.

Verlieren werden dagegen die ländlichen Regionen. Im Märkischen Kreis schrumpft die Bevölkerung bis 2030 um fast 11 Prozent, im Kreis Höxter und dem Hochsauerland immerhin um 8 Prozent.

Allein im letzten Jahr ist die Gesamtlänge der Staus in NRW um 65.000 auf 388.000 Kilometer gestiegen - fast zehn Erdumrundungen Stop & Go.

Um die Probleme in den Griff zu bekommen bekommt NRW bis 2030 13,7 Milliarden Euro vom Bund – um in Autobahnen, Brücken und ins Schienennetz zu investieren. Gut zweieinhalb Milliarden Euro fließen davon in den Rhein-Ruhr-Express. (Auf sieben Linien soll er die Städte Nord-Rhein-Westfalens miteinander verbinden.)

Der Klimawandel macht vor uns nicht halt – im ganzen Westen klettern die Temperaturen – und die Extreme nehmen zu. Mehr Hitze im Sommer – weniger Frost im Winter. Im Sauerland wird man dafür immer öfter vergeblich auf Schnee hoffen. Die Anzahl der eiskalten Tage nimmt von Jahr zu Jahr ab.

Schlaue Roboter und smarte Häuser

Und wir werden immer mehr mit Roboter-Kollegen zu tun haben. Schon in wenigen Jahrzehnten könnten 89 Prozent aller Taxifahrer und 96 Prozent aller Köche durch Roboter ersetzt werden. In 20 Jahren werden Roboter und "intelligente" Maschinen zum Alltag gehören und uns unterstützen – als Sprachlehrer, Butler oder Haushaltshilfe.

Auch unsere Wohnungen und Häuser werden "smarter" – mit Herdplatten, die verhindern, dass etwas überkocht oder die Herdplatten überhitzt, mit 3D-Projektionsflächen für ein individuell abgestimmtes Fitnessprogramm im Wohnzimmer oder intelligenten Sicherheitssystemen, die zum Beispiel im Notfall Hilfe rufen. Die neue Technik ist nicht nur Luxus. Sie kann zum Beispiel alten Menschen helfen, länger in den eigenen vier Wänden zurechtzukommen.

Roboter

Personal Coach: Roboter wie Pepper könnten sich in Zukunft nützlich machen als Haushaltshilfe oder Fitnesstrainer.

Wir leben immer länger

Wer 2030 geboren wird, hat gute Chancen deutlich älter als 80 Jahre zu werde. Aber es gibt regionale Unterschiede. Am längsten leben zurzeit die Menschen in Münster. Die geringste Lebenserwartung im Westen haben dagegen die Gelsenkirchener – sie sterben statistisch gesehen ganze vier Jahre früher.

Bis 2030 steigt auch der Anteil der über 65-Jährigen, von heute 20 Prozent auf 25 Prozent. In einigen ländlichen Regionen sind dann sogar 30 Prozent über 65 Jahre alt, also fast jeder Dritte. In Höxter, Wesel und Recklinghausen wird der Altersdurchschnitt 2030 bei gut 48 Jahren liegen – das sind fünf Jahre mehr als in Münster und Köln.

Familie vor einem Haus im Grünen

Großfamilie 4.0: 100 Menschen leben auf Gut Mydlinghoven in einer Wohngemeinschaft XXL zusammen. Alt und Jung unterstützen sich gegenseitig.

Es gibt immer mehr Alte und immer weniger Kinder - aber auch immer mehr Alleinerziehende und Singles. Dafür wird die Großfamilie immer seltener. Schon heute leben nur noch in jedem 200. Haushalt drei Generationen zusammen unter einem Dach.

In den Städten wird es eng

Vor allem in den Städten wird das Wohnen immer teurer. So wird zum Beispiel eine Eigentumswohnung in Köln, Bonn, Münster oder Düsseldorf 2030 gut 25 Prozent mehr kosten. Und auch die Preise im Speckgürtel steigen kräftig. Der Grund: Es fehlt Wohnraum. Allein Kölns Einwohnerzahl wird um über 10% zunehmen – das sind mehr als 100.000 neue Kölner. Auch in Münster, Bonn und Düsseldorf wird es immer enger.

Verlieren werden dagegen die ländlichen Regionen. Im Märkischen Kreis schrumpft die Bevölkerung bis 2030 um fast 11 Prozent, im Kreis Höxter und dem Hochsauerland immerhin um 8 Prozent. Der Anziehungskraft der Städte haben die Dörfer nichts entgegenzusetzen.

Neue Chancen für Ruhrgebiet

Noch 1976 hatten hier rund 1 Million Menschen feste Jobs in der Industrie, heute sind davon nur noch 400.000 übrig. Doch es entstehen neue Jobs. Die Zukunft der Arbeit liegt im Dienstleistungssektor. Seit 1976 sind hier knapp 500.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Drei von vier Beschäftigten im Revier arbeiten heute in der Dienstleistungs-Branche.

Junger Mann vor alter Zeche

Silicon Valley im Pott: Der 17jährige Jungunternehmer Marius Schönefeld träumt von einer digitalen Zukunft.

Der zweite Zukunftssektor ist die Logistik – so ist der Duisburger Hafen die Drehscheibe für Waren aus der ganzen Welt. Mehr als 350 Tausend Tonnen Güter werden hier täglich verladen. 300 Firmen sitzen hier und 45.000 Arbeitsplätze hängen an Europas größtem Binnenhafen. Der Hafen wird noch weiter wachsen. Bis 2030 soll auf einer Fläche von 350 Fußballfeldern Platz für neue hochmoderne Logistik-Terminals geschaffen werden. Das Güteraufkommen im Westen wird bis dahin voraussichtlich um 40 Prozent steigen. Davon profitiert auch Duisburg.

Ein Film von Benjamin Arnold
Redaktion: Monika Pohl und Christiane Mausbach

Stand: 28.02.2017, 12:50

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