Wohnung verzweifelt gesucht - Warum die Mieten explodieren

Wohnung verzweifelt gesucht - Warum die Mieten explodieren

Ein Film von Ulrike Michels

Die Mietpreisbremse der Großen Koalition hat zu viele Ausnahmeregelungen, ist zu undurchsichtig und hat die Mietpreisspirale nicht aufgehalten. Der Film begleitet drei Familien auf ihrer verzweifelten Wohnungssuche - und zeigt dabei, warum es auch in absehbarer Zeit schwer sein wird, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Familie Rohr geht es gar nicht schlecht: Sie könnten sich eine Wohnung für 1300 € Miete leisten. Sie sind zu viert und suchen eine Vier-Zimmer-Wohnung – in Köln. Sie wollen raus aus der beengten Zwei-Zimmer-Wohnung – doch nicht einmal sie finden etwas Bezahlbares. Evelyn Prejmerean hat es noch schwerer: Als alleinerziehende Mutter eines 2-jährigen Sohnes würde sie gern von der Peripherie ins Zentrum ziehen. Sie hat zwei Jobs und ist viel unterwegs – eine Wohnung im Zentrum der Stadt würde die Fahrzeiten verkürzen – dem Sohn zuliebe. Doch bei der Wohnungsvergabe werden Paare mit doppeltem Einkommen vorgezogen. Familie Klee ist zu sechst und lebt seit Jahren sehr beengt in drei Zimmern. Sie suchen eine öffentlich geförderte Wohnung in der Stadt, 5 oder 6 Zimmer – aber auch hier: Fehlanzeige. Drei Beispiele von vielen.

Michaela und Frank Rohr mit ihren Kindern Zoé und Nea.

Michaela und Frank Rohr mit ihren Kindern Zoé und Nea.

Die drei Familien sind in Köln auf Wohnungssuche Köln - eine der 7 heiß begehrten Schwarmstädte in Deutschland. Bis zu 200.000 Menschen werden in den nächsten zwanzig Jahren zusätzlich in die Rheinmetropole kommen. Doch wo sollen sie wohnen? Schon jetzt ist Wohnraum Mangelware und vor allem preiswerte Wohnungen sind nicht zu finden. Die Zahlen sind alarmierend: In den vergangenen 5 Jahren sind die Kaltmieten bei Neuvermietungen um 6,3 Prozent gestiegen! Wer kann sich das noch leisten? Die Faustregel war einmal: ein Drittel des Nettogehalts kann eine Familie für die Miete ausgeben. Das reicht schon längst nicht mehr.

Evelyn Premerean mit ihrem zweijährigen Sohn Max.

Evelyn Premerean mit ihrem zweijährigen Sohn Max.

Die Mietpreisbremse der Großen Koalition, mit der die Steigerungen aufgehalten werden sollten, ist ein Papiertiger: Zu viele Ausnahmeregelungen, zu undurchsichtig und hat die Mietpreisspirale nicht aufgehalten. Sozialwohnungen gibt es viel zu wenige. Wie kann die Preisspirale aufgehalten werden? Was ist zu tun? Bauen, bauen, bauen - die einzige Lösung, um das Dilemma zu beseitigen? Doch entstehen so tatsächlich neue Wohnungen, die sich Familien mit míttleren und geringeren Einkommen leisten können?

Wir begleiten drei Familien auf ihrer verzweifelten Wohnungssuche – und decken auf, warum es auch in absehbarer Zeit schwer sein wird, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Autorin: Ulrike Michels
Redaktion: Gudrun Wolter und Angela Jaenke

Stand: 04.07.2017, 12:11

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