Steuergelder für die Kokain-Mafia? - UNO Mitarbeiter unter Verdacht

Steuergelder für die Kokain-Mafia? - UNO Mitarbeiter unter Verdacht

Ein Film von Wilfried Huismann

Jochen Wiese aus Hannover wirkt wie ein typischer Geschäftsmann. Er kennt sich gut aus in Südamerika und weiß, wie man mit den Menschen hier umgehen muss. Schließlich ist er seit 30 Jahren hier tätig. Nur nicht als Geschäftsmann sondern als Angestellter der Vereinten Nationen mit der Aufgabe, den Koka-Anbau zu verhindern.

Jochen Wiese und Arturo Hoyos im Gespräch

Jochen Wiese mit Arturo Hoyos, den er zum Geschäftsführer eines großen UN-Unternehmens ernannte. Vorher arbeitete Hoyos für das Medellin-Drogenkartell.

Denn Peru ist neben Kolumbien der größte Kokain-Produzent der Welt. Jochen Wiese verweist stolz darauf, dass er 25.000 Bauern dazu gebracht hat, auf den Anbau von Koka zu verzichten. Dafür hat ihm die UN-Behörde zur Drogen-und Kriminalitätsbekämpfung UNODC knapp 100 Millionen Dollar überlassen - ein erheblicher Teil davon stammt aus deutschen Steuergeldern.

Victor Barral

Victor Barral war Präsident der Palmölkooperative von Aguaytía. Er wirft dem UN-Team „Bereicherung“ und „kriminelle Aktivitäten“ vor.

Die Bauern, die der Koka-Produktion abschworen, durften in neugegründete UN- Genossenschaften eintreten. Sie bekamen Kredite und Saatgut, um alternative Produkte wie Kakao, Kaffee und Palmöl anzubauen. Die Politik der „Alternativen Entwicklung“ war geboren. Jochen Wiese führt Besucher gerne durch sein grünes Wunderland, aber unter den UN- Palmen dehnen sich neue Koka-Felder aus. Sind die UN-Unternehmen eine Tarnung für das eigentliche Geschäft mit Kokain oder pflanzen hier einige illegal weiter?

Dolores Noriega mit Telefon in der Hand

Dolores Noriega: die Führerin der Kleinbauernbewegung kritisiert, dass die UN-Funktionäre sich auf Kosten der Bauern „bereichern“.

die story trifft Bauern, die am Projekt Beteiligte beschuldigen, mit der Drogenmafia zusammenzuarbeiten und sich, so die Vorwürfe, persönlich an den Profiten der UN-Unternehmen bereicherten. In einer dramatischen Spurensuche zeigt die story ihre Recherche, die in Peru beginnt und jetzt zu internen Ermittlungen bei den Vereinten Nationen geführt hat.

Autor: Wilfried Huismann
Redaktion: Barbara Schmitz

Stand: 01.08.2016, 11:30

Kommentare zum Thema

Kommentar schreiben

*Pflichtfelder

Die Kommentartexte sind auf 1.000 Zeichen beschränkt!

Sie sind schlauer als Spam-Automaten. Bitte antworten Sie auf folgende Frage:

In welcher Stadt ist der 1. FC Köln zu Hause?

Warum stellt der WDR diese Fragen?

7 Kommentare

Neuester Kommentar von "Ernst Walter Henrich", 09.10.2016, 20:52 Uhr:

Korruption auf allen Ebenen Seit Jahren wird die Vernichtung des Regenwalds angeprangert. Doch die Vernichtung geht weiter. Seit Jahrzehnten sterben jeden Tag 6.000 - 43.000 Kinder an Hunger, während etwa 50% der weltweiten Getreideerne und etwa 98% der weltweiten Sojaernte an die Nutztiere verfüttert werden, um Fleisch, Milch und Eier zu produzieren. Doch das Sterben der Kinder geht weiter. Mindestens 51% der klimaschädlichen Treibhausgase gehen auf das Konto der Tierindustrie. Doch die Vernichtung der Erde geht weiter. Nicht einmal Umweltschutzorganisationen erwähnen den Klimakiller Nr. 1. Die Meere sind zu einer riesigen Müllkippe verkommen und Meere werden leergefischt. In wenigen Jahren wird es mehr Müll als Fische in den Weltmeeren geben. Doch der Tod der Meere geht weiter. Wie kann das sein? Die riesigen Profite machen die Menschen skrupellos und korrupt. So einfach ist das.

Kommentar von "Karl-Heinz@vogel.org", 15.09.2016, 12:28 Uhr:

Der Artikel der Zeit und ihre "STORY" geht sehr streng und undifferenziert ins Gericht was Alternative Entwicklung anbetrifft. Es hätte ihren Recherchen gut getan mal andere Akteure zur alternativen Entwicklung zu hören und zu interviewen z.B. was tat die EU in PRODAPP von 2002-2009. Karl-Heinz Vogel

Kommentar von "Gerhard Schultheiß", 10.09.2016, 12:29 Uhr:

Der Kommentar von Joachim Seeck verteidigt wortstark die UN-Funktionäre. Ein Leser, der sonst keinerlei Informationen besitzt, weiß jetzt natürlich nicht, was er glauben soll. Ich hätte bei diesem starken Kontra erwartet, dass Herr Seeck ein paar überprüfbare Daten angegeben hätte, die seine Glaubwürdigkeit belegen könnten. So aber kann man durchaus auch annehmen, dass er selbst auf der Seite der Kokain-Profiteure steht.

Kommentar von "Joachim Seeck", 08.09.2016, 18:50 Uhr:

Die Recherche des Herrn Huismann verletzt einmal mehr eine seriöse Berichterstattung. Er ist ja anscheinend bekannt für nicht belegbare Behauptungen (siehe u.a. seine Reportagen über den WWF oder den Kennedy Mord) oder Meldungen, die wieder zurückgenommen werden mussten. Auch in der vorliegenden Reportage zeigt sich mit welch abstrusen Verdrehungen, Unterlassungen oder sogar Falschmeldungen Einschaltquoten gesteigert werden sollen. Ich konnte mich selbst vor Ort in Peru in direkten Gesprächen mit zahlreichen Bauern von dem Erfolg des UN-Projektes überzeugen, aber negative Meldungen liegen wohl eher im Mainstream. Schade, dass Herr Huisman der AFD mit ihrem Slogan "Lügenpresse" in die Hände arbeitet.

Kommentar von "daniel a.", 08.09.2016, 16:03 Uhr:

wenn es eine möglichkeit gibt zu verdienen, das hat uns doch die schule so beigebracht, nutzen wir sie. wer da jetzt mit offenem mund dasteht und sich wundert, dass sich jemand bereichert, illegale geschäfte abzieht, über leichen geht, der kann jetzt auch direkt mal die augen öffnen und aufwachen. die verbrecher sitzen nicht nur bei coca cola, nestle, monsanto oder in den regierungen... mit kokain verdienen gewisse leute in regierenden u mafia kreisen bestens..können sie eben nur nicht offen zugeben..(gleiches mit afganistan u mohn) .. da sind die 100millionen eher peanuts, werden aber gern auch noch genommen. den bauern patentiertes saatgut (informiere dich darüber) anzudrehen und sie für ewig abhängig zu machen ist ebenfalls unterste gängige meuchelei.. wer mir jetzt erzählen möchte, dass der rest des geschäftes mit den lieben vereinten nationen sicher öko und fair abging, dem glaube ich natürlich.. ;)

Kommentar von "Stephanie", 08.09.2016, 08:52 Uhr:

Mit Erschrecken habe ich diesen Verdacht gelesen- Danke an alle Reporter die sich da dahinter klemmen!

Kommentar von "Mari Jo", 08.09.2016, 04:38 Uhr:

Keine Ahnung, mit welchem Recht sich die USA zu Richtherren der Weltwirtschaft aufgeschwungen haben. Mit welcher Autorisation sie anderen Ländern und Kulturen sie ihren theistisch verbrämten, bigotten Profit-Kapitalismus aufdrängen, wird mir sowieso immer schleierhaft bleiben. Was sich in Peru und anderen lateinamerikanischen Ländern abspielt, ist miesester Ausbeutungs-Kolonialismus unter den bekannt heuchlerischen Ambitionen. Und wer ein bisschen Menschenkenntnis besitzt, der kann in den Interviews genau erkennen, dass Jochen Wiese und Arturo Hoyos lügen, dass sich die Balken biegen. Der Reporter wusste das sicher auch, hat aber offensichtlich den obligatorischen Maulkorb auf. Wer hier die Geschäfte macht, ist offensichtlich - und die Bauern sind mal wieder die Geschröpften, während die Investoren das Lachen nicht lassen können. Ich hoffe, dass sich die Denker unter den Indigenen bald zusammenschließen und diese verlogenen Imperialisten alsbald aus ihrem Land weisen! Und ich h ...