Die Lebensmittel-Mafia – Wie gepanschte Nahrung in unsere Läden kommt

Die Lebensmittel-Mafia – Wie gepanschte Nahrung in unsere Läden kommt

Ein Film von Thomas G. Becker

Organisierte Kriminelle haben ein neues Geschäftsfeld gefunden: Gefälschte Lebensmittel. Alles, was einen guten Namen und einen hohen Preis hat, wird gepanscht: Mozzarella, Schinken, Olivenöl, Balsamico, Spirituosen. Dabei schreckt die Lebensmittel-Mafia vor nichts zurück: Vergiftungen und sogar der Tod von Konsumenten werden billigend in Kauf genommen.

Januar 2015. Polizisten stürmen im süditalienischen Salerno eine Käsefabrik. Das Hauptprodukt: Büffelmozzarella - angeblich frisch und traditionell hergestellt. Doch was die Fahnder entdeckten, hat mit dem von der EU geschützten Produkt nur wenig zu tun. Der angebliche Mozzarella besteht aus einem Gemisch von verdorbenem Mozzarella und billigem Kuhmilchkäse aus Osteuropa. Um den Eindruck von Frische zu erwecken, wurde der Käse mit ätzender Säure behandelt und danach in einen Lieferwagen gestellt, in dem man Müll verbrannte. So sollte der typische Räuchergeschmack imitiert werden.

Den Kampf gegen die Lebensmittel-Fälscher führen die Ermittler europaweit. So wurden Anfang des Jahres von Spezialeinheiten der Polizei insgesamt 2.500 Tonnen gefälschter Lebensmittel und 275.000 Liter gefälschter Getränke sichergestellt. Hinzu kamen 20.000 leere Flaschen – alle mit Original-Produktetiketten. Fertig, um mit gefährlichem Fusel befüllt zu werden. Neben den leeren Flaschen fanden die Fahnder Chemikalien, mit denen die Täter auffällige Färbungen und den chemischen Geruch der nachgemachten Getränke beseitigen wollten.

Die Story geht auf Spurensuche, begleitet die Ermittler bei ihrer gefährlichen Arbeit, ist bei Razzien mit dabei. Wie ist die Lebensmittel-Mafia organisiert, wie arbeitet sie und wer steckt dahinter? Und vor allem: Welche Gefahren drohen deutschen Verbrauchern?

Autor: Thomas G. Becker
Redaktion: Jo Angerer, Roman Rusch

Stand: 29.03.2017, 09:41

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2 Kommentare

Neuester Kommentar von "Ich aus Niedersachsen", 23.05.2017, 03:21 Uhr:

Lebensmittelskandale wird es immer wieder geben. Kontrollen? Wenn man da zu 100% sicher gehen wollte... das wäre wohl niemals bezahlbar... Auch Deutschland schickt Fleisch nach China und Fleischreste - Innereien, Pfoten, Ohren, Hälse, Zungen etc. etc. - nach Afrika. Ich bin im sog. Güllegürtel VEC-CLP geboren. Wenn ich sehe, wieviel Elend in den Kadavergruben landet , wenn ich das Ausstallen der Puten und Schweine beobachte. Viele Tiere kommen trotz Verletzungen in den Tiertransporter. Am Fließband "schaut" nur noch der Veterinär im Sekundentakt - vor einem Jahr war er noch gezwungen die Innereien Stück für Stück per Hand zu begutachten, um Krankheiten auszuschließen -. Noch haben wir bei "deutschen Fleischprodukten Glück gehabt".

Kommentar von "doris mitko", 11.05.2017, 08:30 Uhr:

gesehen habe ich die Sendung nicht, aber ich erzähle das schon seit 10 Jahren und Niemand glaubte mir!!! Außerdem geschieht es mit Einverständnis/Mitwissen der deutschen Wirtschaft, welche davon auch profitiert!