Der Preis der Turnschuhe – Billiglohn für schicke Treter

Der Preis der Turnschuhe – Billiglohn für schicke Treter

Ein Film von Christian Jentzsch

Turnschuhe - von Modebewussten auch Sneaker genannt - sind mehr als Sportschuhe. Sie stehen für Jugendlichkeit und einen lässigen Auftritt. Vom Youngster bis zum Pensionär, von Deutschland bis nach Afrika – in Sneakern laufen alle überall herum.

Neben dem Handy sind sie inzwischen wohl der einzige Artikel, den nahezu jeder besitzt. Und manche nennen sogar mehr als 200 Paare ihr Eigen: passionierte Sammler, die in den coolen Tretern gar eine clevere Geldanlage sehen.

Arbeiterinnen in offenen Bussen auf der Straße

Sneaker-Arbeiterinnen werden mit Lastern zu den Fabriken gebracht.

Doch wie sieht es dort aus, wo der Kult seinen Ursprung nimmt: in den entlegenen Fabriken Asiens, in denen auch große deutschen Hersteller produzieren lassen? Die globalisierte Sneaker-Produktion sucht sich ihre Standorte vor allem danach aus, wo es am billigsten ist. Besonders beliebt sind Kambodscha und Vietnam, wo Stundenlöhne im Cent-Bereich liegen. In China, wo die Löhne langsam steigen, drohen die Hersteller bereits mit Abwanderung. Während große Sportartikel-Konzerne ihre Gewinne rasant steigern, zahlen andere den Preis. Hungerlöhne, verpestete Luft und ein gnadenloser Wettbewerb lassen das Kult-Objekt Sneaker in einem neuen Licht erscheinen.

Herstellung von Turnschuhen

Klebstoffeinsatz in der Sneaker-Produktion.

Story-Autor Christian Jentzsch begibt sich auf eine Recherchereise hinter die schönen Fassaden der Lifestyle-Industrie und fragt: Was ist drin und was ist dran - und wer zahlt den wahren Preis für die Sportschuhe?

Autor: Christian Jentzsch
Redaktion: Jo Angerer (WDR), Thomas Michel (SWR)

Stand: 25.04.2017, 09:27

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4 Kommentare

Neuester Kommentar von "Nachtschwärmer", 23.05.2017, 03:43 Uhr:

Da sind auch die Firmen in Asien mit Schuld. Die Firmenbesitzer handeln schließlich auch die Verträge mit aus. Die Arbeiter müssten mehr verdienen. Handelt man höhere Arbeitspreise aus, kommt der Stundenlohn auch dann!!! bei den Arbeitern an? Ich würde es mir wünschen. Diese Ausbeutung muss ein Ende haben - in China, Südamerika, Afrika, Indien, Bangladesch etc. etc. -. Liebe Redaktion... Sie haben Europa vergessen... Das Österreichische Militär lässt ihre teuren, ledernen Militärstiefel in Bulgarien/Rumänien zu Spottpreisen nähen. Deutsche Agrarbauern kaufen die Felder. Den Bauern in diesen Ländern lässt man nicht viel Chancen, denn sie können die Euros nicht aufbringen. Auch diese Menschen können davon nicht leben. Darf das in einer EU sein? ... ich finde nicht... Diese Länder sind der EU beigetreten und die EU lässt sie im Stich.....

Kommentar von "Lars", 18.05.2017, 13:50 Uhr:

Tolle Reportage die nachdenklich macht. Es wäre nur schön wenn sich die Konzerne zu den Bedingungen äußern würden

Kommentar von "Rolf Rainer", 17.05.2017, 23:08 Uhr:

Gute Recherche und leider immer wieder die selben Probleme der Globalisierung und den Firmen die die Schuhproduktion um die Welt treiben. Also die Guten unterstützen .

Kommentar von "Jürgen Hunold", 17.05.2017, 23:05 Uhr:

Hallo, ist das Zufall oder ein Fehler imUntertitel, dass der Autor und der zufällig getroffene Textil Manager fast den gleichen Namen haben? Schöne Grüße, Jürgen Hunold