Der geheime Deal – Die dunkle Geschichte des Contergan-Skandals

Der geheime Deal – Die dunkle Geschichte des Contergan-Skandals

Ein Film von James Pastouna

Im Juni 2016 stellt die Landesregierung NRW eine Studie vor, in der die Rolle der Politik während des Contergan-Prozesses Ende der 60er Jahre untersucht wird. Während der Präsentation kommt es zu einer Konfrontation zwischen den eingeladenen Contergan-Überlebenden und dem Verfasser der Studie.

Contergan

Spanische Thalidomid-Opfer bei einem Treffen im Februar 2016.

Ein Jahr zuvor, im Sommer 2015 findet in der deutschen Botschaft in London ein vertrauliches Gespräch statt. Rechtsanwälte einer internationalen Kanzlei konfrontieren die angereiste Vertreterin des Bundesfamilienministeriums mit bisher unbekannten Unterlagen, die erst gerade in deutschen Archiven gefunden wurden. Und die sollen belegen, dass der Contergan-Prozess durch vertrauliche Vereinbarungen der Bundesregierung und Landesregierung NRW mit dem Contergan-Hersteller Grünenthal rechtswidrig beeinflusst worden ist.

Contergan

Tobias Arndt (Mitte) hat unbekannte Contergan-Dokumente in den Archiven gefunden.

Die Quellen belegen zudem, dass der Contergan-Wirkstoff Thalidomid bis in die 70er Jahre verkauft worden ist. Gesprächsprotokolle und Vermerke dokumentieren einen anderen Verlauf des Skandals als der, der bis heute der Öffentlichkeit präsentiert worden ist.

Während die Landesregierung die Akte Contergan mit einer Entschuldigung an die Opfer schließen will, machen diese sich auf zu einem neuen Kampf um eine gerechte Entschädigung.

Autor: James Pastouna
Redaktion: Klaus Martens

Stand: 26.09.2016, 10:50

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6 Kommentare

Neuester Kommentar von "Beate Wiemers", 17.04.2017, 18:00 Uhr:

Hallo, guter Beitrag! Leider ziemlich spät... Wann berichtet der WDR über solche Fälle: http://frieda-online.de/6-fach-impfung-schuetteltrauma-kindesentzug/ In 50 Jahren, wenn die verantwortlichen in Rente oder tot sind? Viele Grüße, Beate Wiemers

Kommentar von "Alp Akgöl", 01.10.2016, 20:17 Uhr:

Habe die Sendung mit großem Interesse verfolgt. Ich und mein Umfeld sind nicht betroffen. Aber was ich in der Sendung gesehen habe, hat mich zu tiefst betroffen gemacht. Meiner Meinung nach, sollte unsere Regierung statt ständig Loblieder auf unseren Rechtsstaat zu singen, auf andere Staaten mit dem Finger zu zeigen, hier mit gutem Beispiel voran gehen und genau bei diesem Thema die Ärmel hochkrempeln und endlich etwas unternehmen! Andererseits haben wir hier als Gemeinschaft versagt. Die Industrie, die sich hinter der Politik versteckt. Wir Bürger, weil wir zu so einem großem Unrecht schweigen. Die Justiz, die von der Politik doch nicht so unabhängig ist, wie es in einem Rechtsstaat sein müsste usw. Obwohl ich nicht direkt involviert bin, fühle ich mich beschämt und überlege, was ich selber beitragen kann. Es geht uns alle an, schließlich kann jeder kann Opfer Industrieller Interessen werden. Beispiele gibt es genug...

Kommentar von "Sonja Röder", 30.09.2016, 01:44 Uhr:

Die Bundesregierung hat wichtige Aufgaben: Sie muss - ja, auch schon prophylaktisch - (Deutsche) Banken retten. Die geprellten armen Anleger sind Wähler. Ein Contergan-Opfer zu entschädigen, nun gut, allenfalls im doppelten Sinne unter der Hand, die dieser Mensch wahrscheinlich nicht hat und sie eben auch kaum erheben kann, um auf den Tisch zu hauen. - Sorry, Zynismus ist eine Überlebensstrategie.

Kommentar von "Fiedler Nancy", 29.09.2016, 08:37 Uhr:

Leider gibt es in unserem Deutschland auch sehr viele Contergan Kinder die nicht anerkannt werden von der Contergan Stiftung obwohl sie geschädigt sind, sie haben Schmerzen und werden nicht ganzheitlich behandelt, dies wird billigend in Kauf genommen und auch sie bekommen weder eine Contergan Rente noch eine Kapitalentschädigung, sie müssen alles selbst zahlen! Obwohl Sie Opfer sind. Bei den meisten wird einfach behauptet sie hätten gar kein Contergan ... Wieviel Contergan müssen sie denn noch haben? Jeder weiß doch das das Ausmaß der Geschädigten sowie das Ausmaß der Schädigung viel höher ist wie immer angegeben wird. Mein Mann ist ein Contergan Kind und bekommt nichts, außer immer noch menschenverachtendes Gehabe seitens der Politik.

Kommentar von "Anna Wahr", 28.09.2016, 23:34 Uhr:

Sehr geehrter Herr Arndt, Herr Martens und Herr Patouna, Es ist ein Aufbäumen für die Wahrheit und gegen das Vertuschen in der heutigen Zeit sich gegen die "Machenschaften" und "Vernetzungen" von Pharmagiganten nachzugehen. Möglich auch : sind die Vertuscher durch Bünde oder Bruderschaften bekannt und sich daher verpflichtet? Was wohl aber leider auch noch ist, so eine Reportage vor ca. 2 Jahre in ARTE oder Phoenix: Es werden immer noch Contergan-Kinder geboren und zwar in Südamerika. Dort wird der Wirkstoff, der diese Verstümmelungen auslöst, weiterhin in einem Mittel eingesetzt, welches gegen Cholera sein soll. Auf dem Beipackzettel ist eine schwangere Frau "ausge"x"t" dargestellt und Frauen, welche es im sozialen Stand dort sehr schwer haben, ggfs verprügelt und vergewaltigt wurden, nehmen das Mittel ein, in der Annahme, dass es die Schwangerschaft verhüte. Welche Aktivitäten hat Grüenthal noch in diesem Kontinentbereich? Könnte den früheren Opfern geholfen werden, wen ...

Kommentar von "Karin Koehler", 28.09.2016, 23:19 Uhr:

Sehr geehrte Damen und Herren, es fehlem einem einfach die Worte....bei so viel Arroganz, Ignoranz und Unmenschlic,se itens der Bundesregierung, von dieser Verbrecherpharmafirma Gruenenthal ganz zu schweigen. Es scheint ein Previleg der Politiker zu sein, sich ganz allgemein vor jeder menschlichen Verantwortung zu druecken und sich den proftgeilen, kapitalistischen Unternehmergeist zu beugen, der keinerlei Skrupel und menschlichen Anstand besitzt. Ich fange jetzt schon immer an zu lachen, wenn ich irgend ein Politiker oder Abgeordneten mit ihren laecherlichen Meinungen hoere oder sehe, die ein Ausbund, nicht nur an Oberflaechlichkeit sind, sondern noch nichtssagend dazu. Auf Recht zu hoffen, in einem Staat, wo so viel menschliches Unrecht moeglich ist, ist eine Illusion, da die Justiz auf dem Schoss der Politiker sitzt....deswegen verdienen beide so gut. Ich BETE, dass die Contergangeschaedigten sich so kraftvoll zusammen ballen, dass Justiz und Politik so ueberrollt werden, ...