ESC in Kiew - entspannt, friedlich und musikalisch

ESC in Kiew - entspannt, friedlich und musikalisch

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew findet am Samstag (13.05.2017) der 62. Eurovision Song Contest statt - eine Stadt im Ausnahmezustand. Diesmal aber entspannt, friedlich und musikalisch.

ESC in Kiew

Willkommen in Kiew, Ukraine. Schon wieder ist die Drei-Millionen-Einwohner-Stadt im Ausnahmezustand. Diesmal aber entspannt, friedlich, musikalisch - beim 62. Eurovision Song Contest.

Willkommen in Kiew, Ukraine. Schon wieder ist die Drei-Millionen-Einwohner-Stadt im Ausnahmezustand. Diesmal aber entspannt, friedlich, musikalisch - beim 62. Eurovision Song Contest.

Direkt am Maidan - dem zentralen Platz in der ukrainischen Hauptstadt - erinnern schwarz-weiße Fotos an die fast 100 Todesopfer der Proteste. Gerade einmal vier Jahre ist das her.

Wo 2013 rund eine Million Menschen für die Annäherung ihrer Heimat an Europa demonstrierten, ist heute ein Ort der Ruhe und Entspannung. Springbrunnen und Musik lenken aber nicht von der zentralen Sehnsucht ab: der Freiheit.

Viele bemalte Eier - so genannte „Auferstehungs-Eier“ – dekorieren die wunderschöne Altstadt. Ein Symbol für Leben und Hoffnung. Manche stehen an der Straße...

...manche sind an Fäden aufgehängt. Eine Tradition zum orthodoxen Osterfest.

Die ukrainische Küche ist deftig. Wer mag, bekommt Fleisch an Fleisch mit Fleisch. Was nicht vom Tier stammt, wird fettig gebraten oder direkt frittiert. Alternativen zu finden, fällt gar nicht so leicht.

Was auch an den kyrillischen Buchstaben liegt. Es empfiehlt sich ein paar zu kennen. Übersetzt wird hier selten, und englisch sprechen die Wenigsten.

Und dann wird es doch noch fleischlos, aber besonders: Eis am Stiel gibt es hier auch in der Geschmacksrichtung Karamell mit Sesam.

In die Halle selbst – weit außerhalb der Stadt – passen zwar über 10.000 Menschen. Viele aber feiern hier – auf dem Platz vor der Sophienkathedrale. Er ist einer von drei großen Public-Viewing-Areas in Kiew.

Auch wenn die Stadt insgesamt sehr entspannt, fast still wirkt: die Sicherheitsvorkehrungen sind durchaus spürbar. Die Polizeipräsenz ist stark. An der Halle sind hinter Sichtschutz deutlich Militärlaster mit vielen Soldaten zu erkennen.

Kiew will ein sicheres, fröhliches Fest garantieren – mit vielen Augenzeugen. Rund 200 Millionen Zuschauer erleben die größte Fernsehshow der Welt live. Möge der beste Song gewinnen.

Günstige Preise machen es möglich, die 20 Minuten Fahrt ans andere Ende der Stadt mit dem Taxi zurückzulegen. Kosten: rund drei bis vier Euro. Nach zwei Sicherheits- und Ticketschleusen betreten die Fans das Internationale Ausstellungscenter...

...wenn sie denn gelassen werden. Gerade die englischen Fans schauen – wie jedes Jahr – nicht nur zu, sondern sind auch selbst beliebtes Fotoobjekt.

Jetzt haben die Künstler das Wort. Und: Henric von Zweigbergk. Als Senior Floor Manager ist er für den gesamten Bühnenablauf zuständig. Hier verrät er den Zuschauern, wann sie mit eingeschaltetem Handy-Blitz für Atmosphäre sorgen sollen.

Ein Monat dauerte der Aufbau. Aus dem Inhalt von 200 Trucks ist nun das größte Fernsehstudio der Welt geworden. Wind, Nebel, Laufbänder, Drehbühnen und gigantische LED-Wände werden am Bühnenrand überwacht...

...und natürlich auch die Pyrotechnik. Bei vielen Songs schlägt dem Publikum die Wärme der Feuer-Effekte ins Gesicht. Die Technikteams schwärmen: In kaum einer Halle können 212 Tonnen Last an die Decke gehängt werden.

Ein seltener Blick hinter die Kulissen: ein deutscher Kameramann verfolgt auf einem Tablet, wann sein nächster Einsatz mit der tragbaren Steady-Cam ist. Jeder Song ist in wenige Sekunden lange Abschnitte eingeteilt, die Kamera-Auswahl erfolgt automatisch.

Die so genannten Steady-Cam-Operator tragen dutzende Kilo Gewicht am Körper. Die sportlichen Teams wechseln sich ab, wo es nur geht. Es ist der sicher sportlichste Job des gesamten Events.

Wenige Sekunden vor der sogenannten Flag-Parade. Levina – hier im weißen Kleid – plaudert noch mit den Kandidaten der anderen 25 Nationen. Für sich allein kämpft jeder nur in den drei Minuten auf der Bühne.

Und nach dem Fest, ist vor dem Fest. Die LED-Wände deuten es schon an: Muttertag. Hier aber ist es Zufall. Viele Künstler lassen den Text einblenden. Einen eigenen Tanz aber hat nur Italien. Francesco Gabbani ist haushoher Favorit. Schon bald wissen wir, ob sich hier die Umfragen nicht täuschen.

Stand: 13.05.2017, 13:51 Uhr