Aktuelles Virus trifft besonders junge Menschen

17 Menschen sterben an Grippe

Aktuelles Virus trifft besonders junge Menschen

Von Anja Likusa

Aktuell grassiert mal wieder eine Grippewelle. Das ist typisch für die Jahreszeit. Untypisch ist dagegen die Patientengruppe, die jetzt mit schweren Symptomen flach liegt: Vor allem junge und mittlere Altersgruppen sind betroffen.

1. Aktuelle Grippewelle fordert mindestens 17 Todesopfer

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) begann die aktuelle Grippewelle in der zweiten Januar-Woche. Mit knapp 3.000 Grippefällen sei in der vergangenen Woche der bislang höchste Influenza-Krankenstand in diesem Jahr verzeichnet worden. In NRW sind derzeit vor allem Ostwestfalen-Lippe und das Sauerland betroffen. Insgesamt hat die Grippewelle in Deutschland bereits mindestens 17 Todesopfer gefordert. Die tatsächliche Zahl der Todesfälle könne jedoch nur geschätzt werden, sagt Silke Buda, Influenzaexpertin am RKI. Denn nicht alle mit Influenza im Zusammenhang stehenden Todesfälle könnten als solche erkannt und labordiagnostisch bestätigt werden. Zudem würden dem RKI Todesfälle nur sporadisch gemeldet.

2. Besonders betroffen: junge und mittlere Altersgruppen

Die derzeit grassierende Grippewelle trifft nach RKI-Erkenntnissen junge und mittlere Altersgruppen häufiger und schwerer als in den Vorjahren. Ursache hierfür sei die Dominanz des erst seit 2009 zirkulierenden Virus A(H1N1)pdm09, vermutet Influenzaexpertin Buda. Dieses Virus sei noch relativ neu und dem Immunsystem jüngerer Generationen einfach noch nicht bekannt.

3. A(H1N1)pdm09 verursacht schwere Krankheitsverläufe

"Das Virus scheint auch bei jüngeren Erwachsenen und Personen ohne chronische Vorerkrankung mehr schwere Krankheitsverläufe zu verursachen als das A(H3N2)-Virus, das im Vorjahr verbreitet war", sagt Silke Buda. Auch international sei vermehrt von schweren Influenza-Fällen auf Intensivstationen berichtet worden. Zur Erinnerung: Im Winter 2009/2010 wurde A(H1N1)pdm09 umgangssprachlich auch "Schweinegrippe-Virus" genannt und hatte eine Pandemie ausgelöst. Weltweit hatte es 18.500 Todesfälle gegeben.

4. Der aktuelle Impfstoff passt!

Die Viren, die Grippe beim Menschen auslösen, verändern sich von Saison zu Saison. Darum beobachtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO), welche Virenstämme gerade auf der Welt unterwegs sind und legt rund sechs Monate vor Beginn der Grippesaison fest, gegen welche Erreger geimpft werden soll. Allerdings können die Viren sich in dieser Zeit verändern, so dass der Grippeimpfstoff letztlich nicht gut wirkt. In dieser Saison sei das aber nicht der Fall, so Influenzaexpertin Buda: "Grundsätzlich sind vom Influenza A-Virus die beiden zirkulierenden Subtypen drin, also auch das H1N1-Virus." Heißt Klartext: Der Impfstoff der Grippeschutzimpfung passt in diesem Jahr sehr gut.

5. Noch unklar, wie es weitergeht

Da wir uns derzeit noch mitten in der Grippewelle befinden, sei unklar wie es weitergeht, so Buda. Die RKI-Expertin empfiehlt, sich von hustenden und niesenden Menschen fernzuhalten und regelmäßig die Hände zu waschen. Als Schutz vor Ansteckung könne auch eine Nachimpfung sinnvoll sein.

Stand: 12.02.2016, 17:33