Hinter den Kulissen: Live bei uns in der Redaktion

CvD-Stern im Open Space im Funkhaus Düsseldorf

Hinter den Kulissen: Live bei uns in der Redaktion

Wie sieht es hinter den Kulissen der Aktuellen Stunde aus? Was machen Moderatoren, Redakteure und Autoren vor der Sendung? Warum schaffen es manche Themen ins Programm und andere nicht? Die Chefs der Aktuellen Stunde haben live auf Facebook Fragen beantwortet. Hier die wichtigsten Antworten und das Video zum Nachschauen auf Facebook.

Stefan Brandenburg, Leiter der Programmgruppe Aktuelles Fernsehen und Verena Egbringhoff und Jörg Brücher, stellvertretende Leiter der Programmgruppe, standen den Nutzern in einem fast halbstündigen Live-Stream Rede und Antwort. Sie führten durch den sogenannten Stern im Funkhaus Düsseldorf, dem crossmedialen Newsroom, der im März 2014 eingeweiht wurde. Dabei kamen Zuschriften von Zuschauern aus NRW - aber auch aus Mecklenburg-Vorpommern und sogar Neu Delhi.

Hier sind die Antworten auf die wichtigsten Fragen, die im Livestream gestellt wurden:

Warum hält die Aktuelle Stunde an der Doppelmoderation fest? Ist das nicht antiquiert?

Stefan Brandenburg: "Ich finde nicht, dass die Doppelmoderation antiquiert ist, sondern ein Markenzeichen der Aktuellen Stunde. Daran kann man die Sendung sofort erkennen. Die zwei Moderatoren sorgen auch dafür, dass schwere Themen anders präsentiert werden. Wir haben eine große Bandbreite von Themen, die manchmal auch traurig sind oder schwer zu verstehen. Deswegen sind wir überzeugt davon, dass eine Doppelmoderation und die Interaktion von zwei Journalisten vor der Kamera es einfacher macht, Informationen zu vermitteln.

Die Aktuelle Stunde ist eine der längsten Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen. Die Beiträge werden wegen ihrer Aktualität meistens sehr spät fertig. Wenn man nur einen Moderator hätte, bräuchte man noch einen zweiten Redakteur als Backup, um den Moderator zu unterstützen und ihm die aktuellsten Informationen zu liefern."

Warum müssen es denn sechs Moderatoren sein? Kostet das nicht viel zu viel?

Stefan Brandenburg: "Die Moderatoren sind nicht fest angestellt, es sind freie Mitarbeiter. Dafür gibt es arbeitsrechtliche Grenzen, wie lange sie eingesetzt werden können. Wir senden an 356 Tagen im Jahr, da kann man sich ausrechnen, dass wir mit weniger Moderatoren nicht hinkommen. Es ist auch nicht unwirtschaftlich, dass es drei Paare sind. Unsere Moderatoren werden nur dann bezahlt, wenn sie auch da sind."

Warum zieht die Aktuelle Stunde schon wieder um?

Stefan Brandenburg: "Die Aktuelle Stunde ist 1991 von Köln nach Düsseldorf gezogen. Der Stern der Aktuellen Stunde wurde 2014 eingeweiht. Der Grund für die Rückverlegung ist, dass der WDR alle aktuellen Sendungen an einem Standort konzentrieren will, also sowohl Fernsehen als auch Radio und Online. Das soll die Zusammenarbeit und die Effektivität steigern. Nicht alle Kollegen sind begeistert, weil sie weitere Wege haben und auch das schöne Gebäude vermissen werden."

Wie läuft es in einer Redaktion kurz vor der Sendung?

Verena Egbringhoff erklärt: "Das Herz der Sendung ist der crossmediale Stern." Er heißt so, weil wie an Strahlen die Kollegen der aktuellen Sendungen sitzen und zusammenarbeiten. An einer Tafel werden die Beiträge der Sendung aufgelistet. Eine halbe Stunde vor der Sendung ist an diesen Tag ungefähr zwei Drittel der Beiträge fertig. Jeder Beitrag wird vom CvD (Chef vom Dienst) der Sendung abgenommen. Das heißt: Der CvD schaut sich den Beitrag an, spricht mit dem Reporter und überprüft, ob alles richtig ist.

Der Multimedia-CvD betreut alle Social-Media-Kanäle und schaut, was im Netz und der App "Aktuelle Stunde direkt" passiert.

Die Moderatoren sind in der heißen Phase und arbeiten an ihren Moderationen. Vorher waren sie die ganze Zeit mit den Reportern im Gespräch über ihre Beiträge und haben sich in die Themen eingearbeitet. Spätestens zwanzig Minuten vor der Sendung gehen sie in Maske und ziehen sich um.

Warum gibt es manchmal so viele internationale Themen in der Sendung?

Das liegt an dem Konzept der Sendung, sagt Jörg Brücher: "Die Aktuelle Stunde behandelt Themen aus NRW, auf Bundesebene und international. Was wir senden, sind immer Dinge, die die Leute in NRW beschäftigen, deswegen wollen wir Hintergründe und Einordnungen geben.

Unser Ziel ist es, eine Sendung zu machen, die viele Leute gucken. Was die Aktuelle Stunde liefert, ist ein wichtiger Baustein, damit die Leute generell informiert sind. Danach liefern die Lokalzeiten die regionalen Infos."

Stand: 14.04.2016, 13:58