Polizei nimmt Eichhörnchen in Gewahrsam

Hartnäckiger Verfolger

Polizei nimmt Eichhörnchen in Gewahrsam

  • Eichhörnchen verfolgt Frau auf der Straße
  • Polizei nimmt das Tier am Mittwoch (15.07.2015) mit auf die Wache
  • Erst aufgepäppelt, dann zur Tier-Auffangstation

Egal, was die Frau machte: Das Eichhörnchen blieb ihr auf den Fersen. Die herbeigerufenen Polizisten beobachteten das Schauspiel am Mittwoch erst eine Zeit lang, dann griffen sie ein und nahmen das anhängliche Tier mit zur Wache. "Es macht einen geschwächten Eindruck und es war schnell klar, dass dem Tier geholfen werden musste", sagte Polizeisprecherin Ramona Hörst. In der Wache hätten die Kollegen das Eichhörnchen mit Apfelstücken und Honigtee versorgt, bevor es in eine Tier-Auffangstation kam.

Möglicherweise ist das Muttertier tot

Auf der Internetseite der Aktuellen Stunde gibt es von Sabine Kreuchauff in ihrem Kommentar sofort Zustimmung: "Gut, dass ihm geholfen wird! Baby-Eichhörnchen sind die einzigen Tiere, die sich in Not an Menschen wenden." Das bestätigt auch der Verein Eichhörnchen Schutz e.V. auf seiner Internetseite: "Wenn Ihnen ein Eichhörnchenbaby hinterherläuft oder gar an Ihnen hochzuklettern versucht, nehmen Sie es sofort mit!" Das Jungtier sei in diesem Fall schon mehrere Tage ohne Versorgung, möglicherweise sei das Muttertier tot.

Gästeführer Martin Brunsmann bestätigte über den Kurznachrichtendienst Twitter ebenfalls dieses Verhalten der Eichhörnchen in Not:

Jungtiere wenden sich oft hilfesuchend an Menschen

Wärmen mit den Händen sei in jedem Fall ratsam, darauf weisen die Tierfreunde vom "Eichhörnchen Notruf e. V." hin. An den gemeinnützigen Verein (Servicetelefon 0700/200 200 12) wendete sich auch die Polizei Recklinghausen und ließ sich über Erstversorgung und mögliche Auffangstationen informieren: "Eichhörnchen-Findelkinder darf man anfassen. Die Mutter lehnt es deswegen nicht ab." Viele Jungtiere werden von ihrer Mutter zurückgeholt, und ein Zurückbringen sei in den meisten Fällen sinnvoll und erfolgreich. Es seien fast ausschließlich Jungtiere, die auf diese Weise hilfesuchend auf den Menschen zukommen. "Sie haben keine übertragbaren Krankheiten, insbesondere haben sie keine Tollwut." Handschuhe und Handtücher seien aber bei erwachsenen Tieren in jedem Fall empfehlenswert, weil sie kratzen oder beißen könnten.

Stand: 15.07.2015, 17:01