Uwe und der Eierlikör

Digit feiert Silvester

Uwe und der Eierlikör

Aufbleiben bis in die Nacht: Zu Silvester durften schon in den 1960ern Kinder mit den Erwachsenen dem neuen Jahr entgegenfeiern. Bei Uwe Bovermann aus Köln wecken die Super8-Filme seines Vaters Erinnerungen. Wilde Partys feierten andere.

Es ordentlich krachen lassen: Das machen die meisten Zuschauer zu Silvester seit jeher am liebsten. Die Filme aus dem Digit-Fundus belegen es. Für den Kölner Uwe Bovermann sind es eher die ruhigen Feste mit den Eltern, die ihm am besten in Erinnerung geblieben sind. "Da war dann wieder ein Jahr vorbei. Und Jahre waren für mich damals eine richtig lange Zeit - im Vergleich zu heute." Vor allem der Jahreswechsel 1969 / 1970 war etwas Besonderes.

Jetzt im Jahr 2015 schaut er sich mit seinem Sohn Yannick und seinem Bruder Ralf den Silvester-Film von 1967 an, für die Brüder war Silvester immer ein ganz wichtiger Tag im Jahr. Auch bei den Bovermanns kam durchaus Silvesterstimmung auf. Der Vater machte Spökskes und der 13 Jahre alte Uwe durfte sein erstes Bier trinken.

Die Sache mit dem Eierlikör

Uwes Sohn Yannick ist jetzt 15. Zu Silvester geht er mit seinem Vater auf die Domplatte. Alkohol braucht er dabei nicht. Bier und Wein hat er zwar probiert. Aber geschmeckt hat ihm eigentlich nur die Kostprobe Eierlikör. Doch gerade mit diesem süß-dicklichen Teufelszeug hat sein Vater damals schlechte Erfahrungen gemacht. "Ich bin dann auf mein Bett zu - und das hat sich in einem Affenzahn gedreht." Die große Herausforderung in dieser alkoholbedingten Schieflage: Den richtigen Moment abpassen, um sich auf die Matratze zu werfen.

Flügge werden

Es sollte das letzte gemeinsame Silvesterfest sein. Mit 14 feierte Uwe zum ersten mal mit Freunden, sein Bruder zog auch bald nach. Ein bisschen Wehmut war dabei. "Ich hab dann um Mitternacht gedacht: Was machen wohl meine Eltern gerade?" Vielleicht ließen sie ja auch ordentlich die Korken knallen, nachdem die Kinder aus dem Haus waren.

Stand: 27.12.2015, 12:55