Bilanz der Silvesternacht Polizei rückt tausendfach aus

Das neue Jahr begann für die Polizei in NRW mit viel Arbeit: Rund 900 Mal musste sie wegen Körperverletzungen ausrücken, über 400 Mal wegen Vandalismus. Im Oberhausener Einkaufszentrum Centro brannte ein Irish Pub aus. In Wuppertal starb ein einjähriges Kind beim Sturz aus einem Fenster.


Die nordrhein-westfälische Polizei hat in der Silvesternacht (31.12.2012/01.01.2013) mehrere tausend Einsätze bewältigt. Es seien etwa so viele wie im Vorjahr gewesen, berichtete die Landesleitstelle der Polizei. Die Feuerwehr musste hunderte meist kleinere Brände löschen. Aber auch mehrere Häuser, Balkone, Dachstühle, ein Strohlager und ein Schrottplatz fingen Feuer. Nach einem Wohnungsbrand in Wuppertal sind zehn Hausbewohner obdachlos. In Oberhausen waren Löschkräfte sieben Stunden im Einsatz, um das Feuer in einem Irish Pub zu löschen. Das Gebäude ist laut Feuerwehr einsturzgefährdet. Was den Brand ausgelöst hat, ist noch nicht bekannt.

Ein 19-Jähriger in Recklinghausen steht unter Verdacht, in der Silvesternacht eine 21-Jährige kurz nach Mitternacht mit dem Auto angefahren und getötet zu haben. Ein 14-jähriges Mädchen wurde dabei lebensgefährlich verletzt. In Köln ist ein Mann während Silvesterfeierlichkeiten niedergestochen und tödlich verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, war der 39-Jährige im Stadtteil Bickendorf aus bislang ungeklärter Ursache mit mehreren Jugendlichen aneinandergeraten. Dabei wurde offenbar mehrmals auf ihn eingestochen. Die mutmaßlichen Täter flüchteten zunächst. Zwei Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren stellten sich aber später noch am Tatort der Polizei. Das Opfer starb im Laufe des Dienstagvormittags (01.01.2013) in einem Krankenhaus.

Sturz aus dem Fenster

In Wuppertal-Oberbarmen ist ein einjähriger Junge bei einem Sturz aus einem Fenster tödlich verletzt worden. Laut Polizei war das Kleinkind am Dienstag (01.01.2013) auf die Fensterbank einer Wohnung im zweiten Stock geklettert und durch das zum Lüften offene Fenster sieben Meter in die Tiefe gestürzt. Dabei zog sich der Junge so schwere Verletzungen zu, dass er im Krankenhaus starb.

Ein neun Jahre alter Junge ist in Dortmund von einem Auto angefahren und schwer verletzt worden. Er hatte sich offenbar vor einem Feuerwerkskörper so erschreckt, dass er auf die Straße sprang. Ein Taxifahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen.

Polizei immer wieder angegriffen

In Essen beklagten sich Feuerwehrleute über das Verhalten der Feiernden. Sie seien gezielt mit Raketen und Feuerwerkskörpern beschmissen worden. Auch Polizisten seien bei ihren vielen Einsätzen immer wieder angegriffen worden, so die Landesleitstelle. In Aachen wurde ein Polizist bei einem Einsatz von drei jungen Männern so schwer verletzt, dass er ins Krankenhaus musste. Zwei Kolleginnen erlitten leichte Verletzungen. In Hagen wurden Feuerwehrmänner mit Knallern und Flaschen beworfen. Die Polizei nahm zwei der aggressiven Jugendlichen vorübergehend in Gewahrsam.

In Zahlen sieht die Bilanz der Polizei so aus: 900 Körperverletzungen, 400 Sachbeschädigungen, 300 hilflose Menschen, 74 Fälle häuslicher Gewalt und 300 Fälle von Diebstahl und Raub.


Stand: 02.01.2013, 08.15 Uhr