Angeblicher Angriff gegen Provinzial-Chef: Doch keine Attacke in der Tiefgarage
Die Ermittlungen zum angeblichen Angriff auf den Chef der Provinzial-Nordwest, Ulrich Rüther, haben eine überraschende Wende genommen. Diese Attacke hat es nicht gegeben. Das hat Rüther gegenüber der Polizei und der Staatsanwaltschaft eingeräumt.

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Ulrich Rüther
Der Chef der Versicherungsgruppe Provinzial Nordwest hat einen Angriff auf sich selbst vorgetäuscht. Die Staatsanwaltschaft Münster geht davon aus, dass sich Ulrich Rüther die Verletzungen selbst zugefügt hat. Der Vorstandschef war vergangenen Mittwoch (05.12.12) nach einer vermeintlichen Attacke eines Vermummten kurz im Krankenhaus behandelt worden. Der Unbekannte soll ihm mit einem Schraubendreher in die Brust gestochen haben, hatte es geheißen. Nun muss sich Rüther selbst wegen Vortäuschens einer Straftat verantworten.
"Verletzungen waren nur oberflächlich"

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Unruhe in der Belegschaft
Die vermeintliche Attacke auf den Vorstandschef hatte bundesweit Aufsehen erregt. Gleichzeitig sorgten Verkaufsgerüchte für Unruhe in der Belegschaft der Provinzial Nordwest. Rüther habe gegenüber der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Münster eingeräumt, dass es den Angriff nicht gegeben habe, hieß es jetzt in einer Mitteilung der Behörden. Oberstaatsanwalt Heribert Beck sagte, es sei nicht von einem ernstzunehmenden Selbstmordversuch auszugehen. Beck hatte nach dem Vorfall erklärt, die Verletzungen seien nur oberflächlich gewesen.
Zunächst war die Staatsanwaltschaft von gefährlicher Körperverletzung ausgegangen. Die Ermittlungen dazu wurden eingestellt. Weshalb er die Attacke erfunden hat, blieb zunächst unklar. "Gegenüber der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Münster hat Herr Rüther sein Verhalten mit den enormen Auswirkungen der Turbulenzen bei der Provinzial auf seine Familie begründet", hieß es von den Ermittlern.
"Extrem belastende Phase"
Die Provinzial Nordwest erklärte in einer knappen Mitteilung, Rüther habe "die extrem belastende Phase speziell für seine Frau und seine drei Kinder" beenden wollen. Zur Frage, ob er weiter als Vorstandschef zu halten sei, gab es von dem Unternehmen am Dienstag keinen Kommentar.
Noch am Dienstag erschien ein Zeitungsinterview, in dem sich Rüther zu der Attacke äußerte. Den "Westfälischen Nachrichten" sagte er über den vorgeblichen Angriff: "Die Schlagzeilen in den Medien hörten sich bedrohlicher an, als ich es selbst empfunden habe. Ein bisschen unterschätzt habe ich jedoch die Momente, in denen man ins Grübeln kommt und sich vorstellt, was wäre wenn. Doch Gott sei Dank ist ja alles relativ glimpflich verlaufen."
Stand: 11.12.2012, 18.36 Uhr
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