Könnte sich der Erreger auch in NRW ausbreiten? Die Angst vor dem Norovirus

Weit mehr als 8.000 Menschen sind in Ostdeutschland an Brechdurchfall erkrankt. Überwiegend sind Kinder betroffen. Verursacht wird diese Krankheit oft durch das Norovirus, das bei einigen Schülern festgestellt wurde. Noch sind nur mehrere Bundesländer in Ostdeutschland betroffen. Weil das Virus aber hoch ansteckend ist, machen sich auch viele Menschen in NRW Sorgen.


Eine elektronenmikroskopische Aufnahme vom Norovirus
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Jeden Tag werden dem Robert-Koch-Institut neue Fälle gemeldet. Bis Sonntag (30.09.2012) zählten die Wissenschaftler dort mehr als 8.000 Erkrankte. Sie alle leiden an einem starken Brechdurchfall. 342 Einrichtungen in fünf Bundesländern sind betroffen. Das einzige Bindeglied zwischen allen Fällen scheint bislang der Lieferant des Essens zu sein, mit dem die Betroffenen beköstigt wurden. Der weist bisher jede Schuld von sich. Experten werten deshalb Speisepläne, Lieferwege und Essensproben aus, um der Ursache auf die Spur zu kommen.

Hier finden Sie den Beitrag aus der Aktuellen Stunde:

Anzeichen für das Norovirus


Untersuchung einiger Proben auf Viren
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Labore suchen nach der Ursache

Weil bei einigen Betroffenen der sogenannte Norovirus nachgewiesen wurde und das Krankheitsbild typisch für diesen Erreger ist, könnte er der Auslöser der Massenerkrankung sein. Zudem ist das Virus extrem ansteckend. Schon eine geringe Menge von 10 bis 100 Viruspartikeln reicht aus, um einen anderen Menschen zu infizieren. Meist springt der Virus durch eine Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch über. Er kann aber auch über verseuchte Speisen oder Getränke übertragen werden. Symptome sind plötzliches heftiges Erbrechen und Durchfall, die meist nach 48 Stunden abklingen. Während der akuten Symptome sind die Betroffenen hoch ansteckend.

Epidemien mit Noroviren tauchen vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen auf, wie Kindergärten, Altenheimen oder Krankenhäusern. Aber auch Kreuzfahrtschiffe waren in den vergangenen Jahren immer wieder betroffen. Weil der Körper sehr viel Flüssigkeit verliert, ist es wichtig, viel zu trinken. Menschen mit einer schwachen Immunabwehr, alte Menschen und kleine Kinder sind durch das Austrocknen besonders gefährdet.

Keine Vorhersage für NRW


Eine Frau wäscht sich über einem Waschbecken im Badezimmer die Hände mit Seife.
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RKI: "Händewaschen ist das A und O"

Ob sich die Fälle von Brechdurchfall bis nach Nordrhein-Westfalen ausbreiten werden, können die Experten vom Robert-Koch-Institut in Berlin noch nicht beantworten. Denn der Auslöser der Krankheitswelle ist bislang nicht zweifelsfrei ermittelt. Auch wenn sich das Norovirus als Verursacher herausstellen sollte, ist eine genaue Vorhersage nicht möglich, so eine Sprecherin, des RKI: "Welche Wege die Viren gehen, ist nicht kalkulierbar." Zum Schutz rät sie ganz allgemein dazu, regelmäßig die Hände zu waschen. Desinfektionsmittel in Haushalten seien dagegen schädlich, wenn sie nicht aus besonderen Gründen vom Arzt verordnet worden würden.


Stand: 30.09.2012, 14.00 Uhr