Ein FAQ für die Kliniksuche So finde ich das richtige Krankenhaus

Ein neues Knie, ein Kaiserschnitt oder die Mandeln müssen raus: Wer sich einer geplanten OP unterziehen muss, möchte in ein möglichst gutes Krankenhaus. Erfahrene Ärzte, geschulte Pfleger und eine freundliche Atmosphäre wünschen sich die meisten.Doch wie findet man die ideale Klinik für seine Leiden? Ein FAQ zur Krankenhauswahl.


Vier von fünf Patienten sind so zufrieden mit ihrem Krankenhaus, dass sie es guten Gewissens weiterempfehlen würden. Die Bewertungen von einer Million Patienten sind seit Dienstag (18.12.2012) neu in die Klinik-Suchmaschine "Weisse Liste" im Internet aufgenommen, mit deren Hilfe andere Patienten Kliniken aussuchen können. Wir haben die wichtigsten Fragen zur Wahl der richtigen Klinik zusammengestellt.

Darf ich mir die Klinik frei aussuchen?

Wer vor einer geplanten Operation steht, kann sich das Krankenhaus grundsätzlich selbst aussuchen. Es muss nicht die nächste Klinik im Ort sein, sondern es ist auch eine Operation in einer anderen Stadt möglich. Anders ist es bei einer akuten Erkrankung. Dann bestimmt der Notarzt das Krankenhaus. Außerdem können gesetzlich Versicherte nur Kliniken mit Krankenkassenzulassung wählen. Bei Privatkliniken übernehmen die Krankenkassen in der Regel nicht die Kosten.

Wie erkennt man eine gute Klinik?

Das Problem: Ob die Klinik die richtige Wahl war, weiß man meistens erst hinterher. "Bei einem Besuch kann man nur die Freundlichkeit und die Hotelleistung der Klinik feststellen", meint Regina Behrendt, Gesundheitsreferentin bei der Verbraucherzentrale NRW. Die Qualität der Behandlung lasse sich im Vorfeld nicht checken. Ein guter Indikator sei aber, wie oft die Ärzte eine Operation durchführen. Chirurgen, die mehrmals täglich eine neue Hüfte operierten, haben mehr Erfahrung als Ärzte, die nur einmal im Moment ein Implantat einsetzen. Neben der fachlichen Qualifikation der Mediziner sei ihre soziale Kompetenz ein Kriterium. Geht der Arzt auf die Fragen der Patienten ein? Kann er seine Behandlung so erklären, dass der Patient sie auch versteht?

Kann ich mich auf die Empfehlung des Arztes verlassen?


Meistens kann der behandelnde Arzt schon eine Klinik empfehlen. Doch immer wieder gibt es Berichte, wonach Kliniken Ärzte dafür entlohnen, dass sie ihnen Patienten zuweisen. Bei der Verbraucherzentrale NRW ist man gelassen. "Grundsätzlich ist die Empfehlung des einweisenden Arztes eine gute Informationsquelle", sagt Behrendt. Im Idealfall hat der Arzt schon positive Erfahrungen mit anderen Patienten in der Einrichtung gemacht. Ganz ausschließen könne man nicht, dass Ärzte nicht objektiv seien. Deswegen gilt die Devise: Je mehr Informationen man aus verschiedenen Quellen über die Klinik sammelt, desto besser.

Wo bekommen ich Informationen über die Klinik?


Die meisten Kliniken haben ausführliche Informationsbroschüren und Internetauftritte, auf denen sie ihre Fachbereiche und Leistungen darstellen. Daneben gibt es im Netz Suchportale, bei denen man nach Krankheitsbild und Regionen Kliniken findet. Auch viele Krankenkassen haben Klinikführer im Netz oder halten Informationsmaterial bereit. Das Online-Portal "Weisse Liste" enthält zudem noch die Bewertungen von einer Million Patienten.

Was steht in den Qualitätsberichten?

Alle Krankenhäuser sind verpflichtet, alle zwei Jahre einen Qualitätsbericht vorzulegen. In diesen Berichten steht beispielsweise, wie viele neue Kniegelenke im Jahr eingesetzt werden oder wie oft so eine Operation wegen Komplikationen wiederholt werden muss. Diese Qualitätsberichte findet man ebenfalls über die Kliniksuchportale im Internet.


Das Problem: Für Laien sind die Berichte oft schwer verständlich. Deshalb rät die Verbraucherzentrale NRW, dass sich Patienten im Vorfeld genau überlegen, welche Informationen für sie wichtig sind und nur diese filtern. Unverständliche Begriffe und Passagen sollten mit dem Arzt oder der Krankenkasse besprochen werden. Nicht immer sind in den Qualitätsberichten auch die Ergebnisse von Patientenbefragungen enthalten. Sind Erfahrungsberichte von früher Behandelten zugänglich, zeigt dies zumindest, dass der Klinik das Urteil ihrer Patienten wichtig ist.

Wer hilft noch bei der Krankenhauswahl?


Nicht jeder mag sich durch die Informationsfülle des Internets wühlen. Neben dem Arzt helfen auch Krankenkassen bei der Wahl einer Klinik. Die Kassen haben einen Überblick, für welche Behandlung sich welches Haus empfiehlt. Daneben gibt es die Unabhängige Patientenberatung, die im persönlichen Gespräch weiterhilft. Gute Ansprechpartner sind auch Selbsthilfegruppen und Patientenverbände. Wer beispielsweise wegen eines rheumatischen Leidens ein neues Gelenk bekommt, kann bei der Rheuma-Liga nachfragen und sich eine Fachklinik empfehlen lassen.


Stand: 18.12.2012, 16.00 Uhr