Windkraft in der Flaute Branche wächst langsamer als erwartet

Als Deutschland die Energiewende forcierte, waren die Solarenergie und die Windkraft die natürlichen Gewinner der Entwicklung. Inzwischen liegt die Solarenergie am Boden und auch die Branche Windkraft wächst langsamer als erwartet. Hersteller und Zulieferer stehen unter Druck.


Zwei Personen spazieren durch einen Windpark
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Finanzkrise ist auch in der Windkraftbranche spürbar

Windkraft ist die Energie der Zukunft, ein boomender Markt, eine sichere Sache ... Das war einmal. Viele Windkraftanlagenhersteller schreiben rote Zahlen, kündigen Mitarbeitern. Auch die Firma Fuhrländer an der Grenze zu NRW hat bereits zehn Prozent ihrer Angestellten entlassen müssen. Ein Grund für die Probleme am Markt sei die Finanzkrise, erklärt Vertriebsleiter Jaroslaw Smialek. "Unsere Kunden haben Probleme mit der Finanzierung ihrer Projekte und verschieben sie auf 2014. Das hat Einfluss auf unsere Produktion und natürlich auch auf unsere Umsätze. Wir vertreiben weniger Windräder als geplant – und weniger als wir könnten."

Mehr Angebote als Nachfrage


Damit ist das Unternehmen nicht allein. Viele Windkraftanlagenhersteller haben ihre Fabriken vergrößert, weil nahezu alle Industrie- und Schwellenländer den Ausbau der Windenergie angekündigt hatten. Doch davon ist nach der Finanzkrise nur noch wenig zu spüren. Und so werden mehr Windkraftanlagen angeboten als nachgefragt. Viele europäische Hersteller versuchten deshalb den Markt in China zu erobern, doch wirklich erfolgreich sind sie dabei nicht, weiß Jan Dobertin vom Landesverband Erneuerbare Energien NRW: "Der chinesische Markt ist zwar ein stark wachsender, aber im wesentlichen auch von chinesischen Herstellern geprägter Markt. Einige Unternehmer haben Einstieg in den chinesischen Markt unterschätzt, es ist sehr schwierig, dort Fuß zu fassen."

Branchenflaute massiv spürbar


Montagehalle des Windanlagenbauers Nordex
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Preisdruck bei Zulieferern und Herstellern

In Deutschland und Europa sind die besten Standorte bereits besetzt und auch der Wind weht weniger als noch 2011 erwartet. Zudem gibt es Schwierigkeiten mit der Genehmigung der immer größer und höher werdenden Anlagen. Doch nicht nur für die Hersteller, auch für Zulieferer ist die Branchenflaute massiv spürbar. So wie beim Unternehmen Eickhoff aus Bochum, das Getriebe für Windkraftanlagen herstellt. "Jetzt werden Preiskämpfe ausgefochten, wir sind massiv unter Preisdruck und die Hersteller der Anlagen genauso. Selbst der Weltmarktführer macht keine Gewinne. Man kann schon sagen, dass wir uns in einer gewissen Krise befinden", sagt Ralf Wittor von Eickhoff Antriebstechnik Bochum.

Klare Ansagen der Politik gefordert

Nun droht auch noch die Energiewende ins Stocken zu geraten. Das Vor- und Zurückrudern der Bundesregierung ist ein echtes Problem für die Windkraftbranche sagt Jaroslaw Smialek von Fuhrländer. "Von der Politik erwarten wir klare Aussagen. Man kann nicht Energiewende und dann wieder nicht. Planungssicherheit für die nächsten zehn Jahre sind wichtig für uns und auch für unsere Kunden."

Jetzt hoffen die Windkraftanlagenhersteller darauf, dass sich die Märkte langsam wieder erholen. Außerdem wollen sie verstärkt auch Waldgebiete erobern – damit die Branche bald wieder Aufwind bekommt.


Stand: 22.07.2012, 13.37 Uhr