Eine Holocaust-Überlebende erzählt "Wir lebten in einem Schlachthaus"

Tamar Dreifuss aus Pulheim hat als kleines Kind den Rassenwahn der Nazis in ihrer litauischen Heimat überlebt. Am Tag, an dem der Bundestag der Holocaustopfer gedachte, erzählte sie darüber in der "Aktuellen Stunde".

Tamar mit ihrer Mutter Jetta 1945 Video Tamar Dreifuss erzählt ihre Geschichte

Tamar Dreifuss erzählt ihre Geschichte

In Berlin wird am Mittwoch (30.01.2013) offiziell der Opfer des Holocausts gedacht: Auf den Tag genau 80 Jahre nach Hitlers Machtergreifung und wenige Tage, nachdem sich die Befreiung des KZ Auschwitz zum 68. Mal jährt. Auch Tamar Dreifuss' Vater war eines der Opfer des Holcausts. Die Kleine sah ihn zum letzten Mal, als die Nazis ihn 1941 aus dem Ghetto in der litauischen Stadt Vilnius holten. Tamar und ihre Mutter wurden nur einen Tag später in einen Viehwaggon gepfercht und abtransportiert. Aber ihre Mutter wagte die Flucht aus einem Zwischenlager, marschierte mit der Tochter an der Hand einfach an den Wachen vorbei - das erste von vielen kleinen Wundern.

Die beiden schlugen sich durch, gaben sich als Nicht-Juden aus, mussten sich immer wieder vor den Nazis verstecken. "Wir konnten nicht fassen, dass wir in einem Schlachthaus lebten, unsere Tränen waren wie ausgetrocknet", sagt die 74-Jährige über eine dieser Stationen. Sie hat überlebt und ihre Geschichte in einem Kinderbuch festgehalten - eine Geschichte mit einem Happy End.


Stand: 30.01.2013, 10.58 Uhr