Nach Costa-Concordia-Unglück: Nach der Trauer kommt die Wut
Der Gerichtstermin im Beweissicherungsverfahren zur Havarie der Costa Concordia hat heute nur wenige Minuten gedauert. Die Gutachter brauchen weitere drei Monate, um die Daten aus der Blackbox des Kreuzfahrtschiffes auszuwerten. Auch ein halbes Jahr nach dem Unglück scheint aus Sicht der Opfer kaum etwas passiert zu sein, um die Ursachen zu erforschen.

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Havarie vor Giglio: Costa Concordia
Viele Opfer der Schiffskatastrophe kochen vor Wut. Auch ein halbes Jahr nach dem Untergang der Costa Concordia scheint sich niemand um ihre wichtigste Frage zu kümmern: Wer war schuld am Tod von 32 Menschen, darunter 12 Deutschen? Eine Frage, die auch Herbert Greszuk stellt. Er gehört zu denen, die lebend vom Kreuzfahrtschiff herunter kamen. Nach einem halben Jahr ist er mit seinem Partner noch einmal zurückgekommen. Sein Psychiater hatte ihm dazu geraten. Vor Ort trifft er noch einmal die Frau, die ihm in der kalten Januarnacht mit einer Decke geholfen hatte. Nun will er etwas zurückgeben. Er schließt die Italienerin in die Arme und schenkt ihr ein Herz. In Pink und aus Stein - darauf steht: Danke.
Streit um die Schuldfrage
Das Kreuzfahrtschiff war im Januar 2012 zu nahe an die Insel Giglio herangefahren, hatte einen Felsen gerammt und war dann mit 4200 Passagieren und Crew-Mitgliedern an Bord gekentert. Gegen insgesamt neun Offiziere des Schiffes und Vertreter der Reederei wird ermittelt. Der Kapitän Francesco Schettino und die Reederei beschuldigen sich gegenseitig, für die Havarie verantwortlich zu sein.
Stand: 21.07.2012, 14.27 Uhr
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