Urteil in Bielefeld Hooligan wegen versuchten Mordes verurteilt

Ein Anhänger von Arminia Bielefeld wurde am Dienstag (29.01.2013) wegen versuchten Mordes zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Er hatte im Mai 2012 mit neun weiteren Angeklagten Fans von Werder Bremen brutal überfallen.


Elf junge Männer standen vor dem Landgericht Bielefeld, weil sie nach dem Drittliga-Spiel im Mai 2012 einer Gruppe gegnerischer Fans an einer Straßenkreuzung aufgelauert und sie mit Faustschlägen traktiert hatten. Grund: Sie wollten den Werder-Bremen-Anhängern die Fanuntensilien entwenden, notfalls mit Gewalt. Der Hauptangeklagte Philipp G. hatte einem der Fans, der schon am Boden lag, mehrmals mit voller Wucht gegen den Kopf getreten. Die anderen versperrten den Opfern währenddessen die Flucht.

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Bleibende Schäden

Die Angeklagten mussten sich wegen versuchten Raubes und Körperverletzung vor Gericht verantworten. Der zur Tatzeit 20-jährige Hauptangeklagte, der noch nachgetreten hat, ist wegen versuchten Mordes zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Damit blieb das Gericht unter dem Strafmaß von sechs Jahren, das der Staatsanwalt gefordert hatte. Ein weiterer Hauptangeklagter wurde wegen Körperverletzung zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt, die anderen acht Mittäter zu mehrmonatigen Bewährungsstrafen. Ein junger Mann wurde als Mitläufer eingestuft und freigesprochen.

Täter muss Opfer finanziell unterstützen

Der Ankläger hatte geltend gemacht, dass Philipp G. bei seinem Angriff den Tod des Opfers in Kauf genommen hatte. Der Überfallene schwebte tagelang in Lebensgefahr und erlitt ein schweres Hirn-Trauma mit bleibenden Schäden. G. hatte im Prozess den Angriff eingeräumt, eine Tötungsabsicht aber bestritten. Er wurde nicht nur zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, sondern muss auch 35.000 Euro Schmerzensgeld zahlen und für die materiellen und zukünftigen Schäden seines Opfers aufkommen.


Stand: 29.01.2013, 18.04 Uhr