So war's 1962: 50 Jahre Mont-Blanc-Tunnel
Mehr als drei Jahren hatten sich Tunnelbauer aus Italien und Frankreich durch den Berg gebohrt – dann war er fertig: der längste Autotunnel der Welt unter Europas höchstem Berg. Der Mont-Blanc-Tunnel. Stichtag 14.8.1962 - Sprengung des letzten Felsstücks im Mont Blanc . So war’s.

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Einfahrt zum Montblanc-Tunnel auf französischer Seite
Als ganz Europa davon träumt, den Mont Blanc mit dem Auto zu durchfahren ist Guilio Meschini ein junger Ingenieur in Italien. Er hat Glück und darf den zwölf Kilometer langen Mont-Blanc-Tunnel, den längsten Autotunnel der Welt, mitbauen. "Es war eine große Herausforderung den längsten Auto-Tunnel der Welt zu bauen. Es lagerten mehr als 2.400 Meter Stein über uns - das Projekt war so außergewöhnlich. Für mich war es eine große Chance, die Baustelle am Mont Blanc zu leiten - ich war gerade 31 Jahre alt - ich fühlte mich, als ob ich nach den Sternen griff", erinnert sich Meschini.
Vom Aosta-Tal und Chamonix durch den Mont Blanc

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Nur eine Röhre für beide Richtungen - von Anfang an ein Sicherheitsrisiko.
Paris und Rom sollen näher aneinander rücken. Mehr als fünf Stunden braucht ein LKW damals über die Alpen, das soll mit dem Tunnel viel schneller gehen. Schließlich soll die Wirtschaft in Oberitalien und Frankreich wachsen. Italienische Arbeiter bohren vom Aosta-Tal aus durch den Mont Blanc - französische arbeiten sich vom Ski-Ort Chamonix aus vor - beide jeweils rund sechs Kilometer. Mitten im Berg sollen ihren Tunnel aufeinander treffen. Den Plan, zehn Meter Fels am Tag wegzusprengen, geben sie bald auf - immer wieder kommt es zu plötzlichen Wassereinbrüchen und der Steinschlag macht es zu einem lebensgefährlichen Job. "Ich hatte einmal große Angst – ich stand gemeinsam mit fünf Kollegen im Tunnel im Kreis - plötzlich fällt ein Stein aus zehn Meter Höhe nach unten – genau in unsere Mitte – ein Helm hätte da auch nicht geholfen", erinnert sich Giulio Meschini.
Franzosen machen letzte Sprengung
In drei Schichten rund um die Uhr arbeiten sich die Trupps vor – dabei müssen sie sich sie allein auf die Berechnungen der Ingenieure verlassen – wären die ungenau – träfen die Tunnel nicht aufeinander: Im August 1962 ist es endlich so weit - es fehlt nur noch eine Sprengung. "Die Franzosen machten die letzte Sprengung! Und es klappte! Wir umarmten, küssten uns - alle durcheinander - Bergarbeiter, Ingenieure, Politiker- die Freude war riesengroß", erinnert sich der Bauleiter. Drei Jahre später wird der Tunnel feierlich eingeweiht.
Tunnel wird zur tödlichen Falle

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Der Brand im Tunnel im März 1999 - das Krisenmanagement versagt.
Doch von Anfang an hat der Tunnel ein gewaltiges Sicherheitsproblem: Er besteht aus nur einer Röhre. Sollte ein Unfall passieren, gibt es kaum eine Möglichkeit auszuweichen. Viele Jahre geht das gut - der Tunnel ist ein wirtschaftlicher Erfolg. Bis März 1999. Dann passiert die Katastrophe: Der LKW eines belgischen Fahrers geht in Flammen auf. Der Tunnel wird zu einer tödlichen Falle. 39 Menschen sterben, verbrennen in ihren Autos oder ersticken an dem giftigen Rauch - darunter auch ein Deutscher LKW-Fahrer.
Protest gegen Wiedereröffnung
Das Krisenmanagement der französischen und italienischen Tunnelbetreiber scheitert. Noch acht Minuten nach dem Notruf winken die Mautstellen Autos in den Tunnel – mit fatalen Folgen. Drei Jahre bleibt der Tunnel geschlossen, weil die Sicherheitsstandards verbessert werden müssen. Doch die Tatsache, dass der Mont Blanc-Tunnel nur eine Röhre hat, bleibt ein Risiko. Viele Anwohner protestierten vor der Wiedereröffnung des Tunnels vor zehn Jahren – vor allem, weil mit dem Verkehr auch Lärm und Schmutz in die Alpendörfer zurückkommen würden. Doch sie werden nicht gehört. Trotz der Anwohnerproteste und trotz der Sicherheitsbedenken – der Verkehr durch den Mont-Blanc-Tunnel rollt weiter.
Stand: 11.08.2012, 11.00 Uhr
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