Angeklickt: Smartphones als digitale Assistenten
Ein Handy kann mittlerweile fast alles - außer Kaffee kochen, sagen viele. Moderne Handys können sogar dazulernen, was die Bedürfnisse ihres Besitzers sind, und ihm bei Alltagsaufgaben helfen. Unser Netzkenner Jörg Schieb erklärt, was das Smartphone von morgen kann.
Ein Abschlussfilm der Uni Jerusalem zeigt, wie die Zukunft aussehen könnte: Ein winziges Computerdisplay, als spezielle Kontaktlinse direkt im Auge getragen, versorgt den Benutzer ununterbrochen mit Informationen aus dem Netz. Was gibt der Kühlschrank her, wie schneidet man das Gemüse optimal, wer sitzt mir da eigentlich gerade gegenüber? Unbemerkt und blitzschnell werden Daten abgerufen und angezeigt. Klingt nach Science-Fiction, ist aber ein Ziel der Industrie, dass wir immer und überall mit Infos versorgt werden.
Hier finden Sie den Beitrag aus der Aktuellen Stunde
Google, Apple, Microsoft – sie alle entwickeln gerade digitale Assistenten, kleine Programme fürs Smartphone, die immer schlauer werden und uns ununterbrochen mit Infos versorgen sollen. Den ersten Schritt hat Apple mit der Spracherkennung Siri gemacht, die im iPhone 4 eingebaut ist. Da kann man Fragen stellen, und das Smartphone antwortet, zum Beispiel wie das Wetter wird, wie die aktuelle Verkehrssituation ist.

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Smartphones als digitale Assistenten
Auch Microsoft arbeitet an einer schlauen Spracheingabefunktion, einem digitalen Assistenten. Tellme heißt die Funktion, die man aber noch nicht ausprobieren kann. Auch hier wird das Smartphone benutzt: Es soll Anweisungen ausführen und Fragen beantworten, zum Beispiel im Blitztempo Angebote für einen Hochzeitskuchen einholen. Siri und Tellme sind im Grunde genommen Suchmaschinen, mit denen man sprechen kann und die einem Ergebnisse vorlesen oder im Display anzeigen. Hier machen die Software-Ingenieure große Fortschritte, die Spracheingabe ist einer der nächsten großen Trends.

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Smartphones im Einsatz
Am weitesten entwickelt sind aber die Lösungen von Google. Vor einigen Wochen hat Google ja bereits seine spezielle Datenbrille Google Glass vorgestellt, die Anfang des nächsten Jahres auf den Markt kommen soll. Google Glass zeigt einem ständig Daten an, die aus dem Internet kommen. Mit rund 1.500 Dollar ist diese Wunder-Datenbrille allerdings auch ein ziemlich teures Spielzeug. Zumindest erst einmal.
Sehr viel konkreter ist Google Now – ein digitaler Assistent, der im neuen Smartphone-Betriebssystem Android 4.1 eingebaut ist. Kostenlos. Google Now kann deutlich mehr als Siri. Denn Google Now ist wirklich ein Assistent – und denkt sozusagen mit. Wer morgens immer dieselbe Strecke zur Arbeit fährt, kann sich darauf verlassen, dass Google Now von sich auf darauf achtet, ob die Straße voll ist oder die Bahn Verspätung hat – und rechtzeitig warnt, wenn etwas nicht stimmt. Google Now informiert auch über Sportereignisse, die einem wichtig sind, bucht Flüge um oder warnt rechtzeitig, wenn man es nicht zum nächsten Termin schafft. Damit das überhaupt funktioniert, muss man all seine Daten allerdings Google anvertrauen – was nicht jedem gefallen dürfte. Denn so wird man als Benutzer noch durchschaubarer.
Stand: 10.08.2012, 14.15 Uhr
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