Angeklickt Olympische Spiele im Web

Freitagabend (27.07.2012) ging's los in London: Die Olympischen Sommerspiele 2012 sind gestartet. Fast 400 deutsche Sportler sind jetzt auf Medaillenfang. Das spielt auch im Netz eine große Rolle. Da gibt es sogar einige Überraschungen, die unser Netzexperte Jörg Schieb ausgegraben hat.


Eröffnung
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Die Olympischen Spiele finden auch im Internet statt. Unser Experte Jörg Schieb nennt die besten Seiten.

Die offizielle Webseite zu den olympischen Sommerspielen 2012 in London ist voll mit Fotos, Videos und Infos. Anklicken kann sie jeder, doch wer auf sie verlinken möchte, darf das nur, wenn er sich nicht allzu kritisch über Olympia und die offizielle Webseite auslässt. So zumindest steht es in den Nutzungsbedingungen, den "Terms of Use".

Die Aufregung über die Formulierung in den Nutzungsbedingungen war groß. Was soll sie bedeuten? Soll man sich beispielsweise nicht kritisch über die Doping-Frage äußern dürfen? Und was ist, wenn einem die Webseite nicht gefällt? Dann ist kein Link erlaubt? Unglaublich.

Abgesehen davon: Eine Verlinkung an Bedingungen knüpfen, ist im Internet ein absolutes Tabu. Blogger und Journalisten waren deshalb zu Recht empört. Der Kontrollwahn der Sportverbände kennt offensichtlich mitunter keine Grenzen.

Bloggen, posten und twittern

Immerhin: Bloggen, posten und twittern dürfen die Sportler, zumindest in gewissen Grenzen. Etwa, wenn sie nicht ihre eigenen Sponsoren erwähnen – und wenn sie das über die offiziellen Kanäle des Olympischen Sportbundes tun. Unter www.deutsche-olympiamannschaft.de gibt es eine gute Übersicht über die Onlineangebote, auch in den Social Media. Hier werden auch die Tweets der Sportler gesammelt präsentiert, etwa unter dem Hashtag, dem Sammelbegriff #WirfuerD – Wir für Deutschland."

Von den 392 deutschen Olympioniken sind rund 120 bei Facebook aktiv und 120 bei Twitter. Wer sich für einen ganz bestimmten Sportler interessiert: Die eigens eingerichtete Übersichtsseiten bei Facebook und Twitter sind recht praktisch: Hier findet man alle, die mitmachen – und kann ihnen dann folgen. Oder über die Sammelseiten dann alles mitbekommen.

Twitter spielt während Olympia eine große Rolle: So arbeiten Twitter und der amerikanische Fernsehsender NBC besonders eng zusammen: Ein riesiges Team fasst täglich die Tweets von Sportlern, Fans und Journalisten zusammen, damit man als Benutzer nicht den Überblick verliert – und verweist aus Twitter heraus immer wieder auf das Fernsehprogramm von NBC.

So eng waren Fernsehen und soziale Netzwerke noch nie miteinander verzahnt – und alle versuchen davon zu profitieren, die Fernsehsender, aber auch Twitter und Facebook, die sich dadurch mehr User versprechen.

User lassen das Riesenrad leuchten

Es gibt auch ein Twitter-Gimmick während der Olympischen Spiele. Und zwar hier: London Eye – so heißt das Riesenrad in der britischen Hauptstadt. Jeden Abend gibt es hier eine Licht-Show zu sehen. Twitter-Benutzer in Großbritannien haben indirekt Einfluss auf das Lichtspektakel.

Dazu analysiert ein Computerprogramm alle Twitternachrichten, die britische User verschicken und die sich auf Olympia beziehen. Der Algorithmus ermittelt nach streng wissenschaftlichen Kriterien, ob am Tag eine eher positive oder negative Stimmung herrscht. Rot bedeutet euphorisch, gelb eher unzufriedene User. Farben, Tempo, Rhythmus: Wird alles durch die Twitter-Meldungen gesteuert. Jeden Tag gibt es ein Video davon im Web.

Livestreams im Internet

ARD und ZDF berichten ausführlich, ausdrücklich auch im Internet. Unter sportschau.de/olympia kann man sich schlau machen. Vor allem gibt es hier auch Livestreams zu sehen – bis zu 60 Stunden täglich und zusätzlich zum Fernsehen. Die Livestreams kann man sich auf PC, Tablet und Smartphone anschauen – auch unterwegs.

Wer nun glaubt: Diese Zusatzangebote im Web sind doch nur was für Computerfans, irrt. Schließlich sind immer mehr Fernseher internettauglich. Stichwort: Smart TV. Solche Geräte können problemlos Internetinhalte darstellen – dann kann man bequem zwischen den Streams wechseln und Zusatzinfos abrufen.


Stand: 27.07.2012, 15.04 Uhr