Laserpointer-Attacke auf Piloten Freigesprochene Brüder erneut vor Gericht

Im Juli 2010 haben zwei Brüder von einem Feld in Weckhoven (Rheinkreis Neuss) ein Air-Berlin-Flugzeug und anschließend einen Polizei-Hubschrauber mit einem Laser angepeilt. Das gilt als sicher. Trotzdem sprach das Gericht die beiden frei. Heute ist der Fall wieder vor Gericht. Wir zeigen das Polizeivideo zur Attacke.

Piloten im Cockpit, auf das ein Laserpointer gerichtet ist Video Polizeivideo: Laserpointer (00:29 Min.)

Polizeivideo: Laserpointer

Das Neusser Amtsgericht hatte die Brüder im Juni 2012 nicht verurteilt, weil es nicht klären konnte, welcher der beiden die Tat ausführte. Deshalb entschied der Richter in einem ersten Prozess nach dem Grundsatz: Im Zweifel für den Angeklagten" und sprach beide frei. Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein.

Der Lichtstrahl hatte das Flugzeug in einer Höhe von 1.300 Metern getroffen. Der Pilot wurde nicht geblendet und konnte seinen Jet sicher landen. Trotzdem ließ er sofort die Polizei alarmieren. Als sich wenig später ein Hubschrauber der Polizeifliegerstaffel näherte, sollen die Brüder auch diesen mehrfach bestrahlt haben. Dabei soll ein Polizeikommissar mehrfach stark geblendet worden sein. Wenig später nahmen die Beamten drei Brüder (21 bis 30 Jahre) mitsamt ihrem Laserpointer fest.

Der Amtsrichter hatte die Eröffnung des Prozesses zunächst abgelehnt, weil unklar sei, welcher der Brüder das Gerät bedient habe. Auf die Beschwerde der Staatsanwaltschaft entschied das Landgericht Düsseldorf dann, das Amtsgericht müsse doch verhandeln. Es bestünde der Verdacht, dass zwei der drei jungen Männer den Laserpointer gemeinsam bedient haben. Das Urteil wird voraussichtlich am 23. Oktober fallen.

Gefahr beim Landeanflug

Laser-Attacken sind für die Luftfahrt ein immer größer werdendes Problem. Fast täglich blenden Unbekannte Piloten beim Landeanflug. Laut Luftfahrt-Bundesamt gab es 2011 279 gemeldete Laserpointer-Attacke auf Flugzeuge. 2009 waren es 36. Trifft der Strahl das Auge, sind Piloten mitunter für Minuten orientierungslos. Das kann vor allem bei einem Landeanflug zur großen Gefahr werden. Aber auch im Straßenverkehr häufen sich die Fälle. Auch dort haben Angriffe mit dem Laserpointer ein hohes Gefahrenpotenzial.


Stand: 11.10.2012, 10.40 Uhr