Ihre Meinung ist gefragt! Rüpel-Radler sollen mehr zahlen

Radfahrer werden bei Verkehrsverstößen demnächst deutlich stärker zur Kasse gebeten. Wie es heißt, wird am Freitag im Bundesrat ein neuer Bußgeldkatalog auf den Weg gebracht - mit hohen Strafen für Rot-Licht-Boykottierer, Trunkenheits-Treter und Fußweg-Fahrer. Aber sorgt das wirklich für mehr Sicherheit?


Radfahrer wird von der Polizei aufgeschrieben
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Erwischt! Wer auf zwei Rädern verkehrswidrig unterwegs ist, muss demnächst mehr zahlen

"Rowdy", "Rüpel", "Rambo": Es gibt eine Menge von Schimpfwörtern, mit denen rasende Radfahrer belegt werden können. Und wahrscheinlich kann jeder, der auf der Straße unterwegs ist, eine Horrorgeschichte erzählen - von Beinahe-Zusammenstößen auf dem Fußweg, Herzinfarkt-Geklingel von hinten oder alkoholbedingten Schlangenlinien-Fahrten. Die Verkehrsminister der Länder setzen jetzt auf Abschreckung, wollen die Bußgelder anheben - um fünf bis zehn Euro pro Verstoß. Das heißt: Wer auf der Straße statt auf dem Radweg unterwegs ist, zahlt bis zu 35 Euro, Fahren ohne Licht kostet 20 Euro.

Aber auch Radfahrer können Horrorgeschichten erzählen, von Autofahrern, die keinen Abstand halten wollen oder plötzlich die Tür auf- und den Radler aus dem Sattel reißen. Zwar sollen diese Rüpel auf vier Rädern mit dem neuen Bußgeldkatalog auch stärker zur Kasse gebeten werden. Aber verhindert das wirklich die schweren Unfälle, in die Radler immer wieder verwickelt sind? Nein, sagt nicht nur die Fahrrad-Lobby: Radfahrer sind immer die Schwächeren. Und fest steht auch: Rotlicht-Delikte und Fahren in die falsche Richtung spielen bei Unfällen kaum eine Rolle. Ins Visier genommen werden aber die Radfahrer - zu Recht? Und wenn es doch einen Rambo auf dem Radweg trifft: Lässt der sich überhaupt beeindrucken? Vielleicht gibt es bessere Wege, die Straße sicherer zu machen - für alle. Radler, Autofahrer, Fußgänger: Schreiben Sie uns, welche Erfahrungen Sie miteinander gemacht haben - und was Sie von den Plänen halten!


Hier finden Sie den Beitrag aus der Aktuellen Stunde:

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Bußgeldkatalog für Radfahrer

Die Strafen für Verkehrsverstöße von Radfahrern werden im amtlichen Bußgeldkatalog festgehalten. In der Regel müssen Radfahrer für ein Delikt die Hälfte des Bußgeldes zahlen, das Autofahrer zahlen müssen. Bei Bußgeldern ab 40 Euro gibt es einen Punkt im Kraftfahrt-Zentralregister in Flensburg. Das Befahren einer Einbahnstraße in falsche Fahrtrichtung kann bis zu 30 Euro kosten, die Missachtung einer "roten" Ampel bis zu 120 Euro.

Was nicht jeder weiß: Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung während des Radfahrens wird mit 25 Euro geahndet. Radfahren im betrunkenen Zustand wird als Straftat bewertet. Bei absoluter Fahrunsicherheit – ab 1,6 Promille – müssen sich Radfahrer unter Umständen vor Gericht verantworten (Quelle: ADFC).


Stand: 30.01.2013, 13.04 Uhr


Kommentare zum Thema (67)

letzter Kommentar: 01.02.2013, 20:07 Uhr

J. Scheen Dortmund schrieb am 01.02.2013, 20:07 Uhr:
Bußgelder für Fahrradfahrer ist für mich nur eine neue Einnahmequelle für die Ordnungsämter etc. Es geht von den Radfahrern in der Regel keine wirkliche Gefahr aus. Sie sind eigentlich diejenigen, die gefährdet sind - durch Nachlässigkeiten von Autofahrern, bzw. LKW Fahrern. Natürlich liegen einige Verhaltensweisen von Radfahrern daneben - die konnten aber auch bisher geahndet werden. Wenn hier mal eine Relation zum Verhalten von LKW-Fahrern, speziell die ignorierte Überfahrt der reparaturbedürftigen Rheinbrücke in Leverkusen, gezogen wird, dann ist diese massive Verfolgung von Radfahrern mehr als merkwürdig. In Leverkuse fahren LKW Fahrer bewußt in eine verbotene Zone ein - sie werden dafür so gut wie nicht zur Rechenschaft gezogen. Die Verantwortlichen, sprich die Polizei, verfolgt lieber Radfahrer, die ohne Licht fahren etc. Es täte dem Rechtsbewußtsein in diesem Lande gut, wenn sich auch die Polizei mal besser auf das Wesentliche konzentriert und nicht noch mehr populistisc ...
rainer schrieb am 01.02.2013, 18:41 Uhr:
Da ich jeden morgen mit dem Rad zur Arbeit fahre um 04uhr morgens es sind 28km die ich fahre.Und jeden morgen sehe ich Radfahrer die ohne Licht fahren und noch Dunkle Kleidung tragen.Das Bußgeld soll erhöt werden.
Hermann Rypczynski schrieb am 01.02.2013, 10:31 Uhr:
Ich bin natürlich dafür das auch Rüpelradfahrer zur Verantwortung gezogen werden, nur irgendwie ist auch so das alle nur an den lieben Euro denken. Man sollte sich vieleicht mal was anderes ausdenken als nur die Leute zur Kasse zu bitten!
Franz aus Bergisch Gladbach schrieb am 31.01.2013, 15:37 Uhr:
Die Polizei sollte mal nur auf Radfahrer achten die im dunkeln ohne Beleuchtung fahren!! Unglaublich wie viele Kinder/Jugendliche ohne Beleuchtung am Rad früh morgens und abends über die Straßen fahren!! Da sollte man den Eltern direkt eine Anzeige schreiben! Es gibt heute schon Beleuchtungsanlagen für ein paar Euro! Grundsätzlich finde ich den neuen Bußgeldkatalog OK, auch Radfahrer haben sich an die Verkehrsregeln zu halten, es kann nicht sein das immer nur die Autofahrer bestraft werden!!
PKW-Profi schrieb am 31.01.2013, 15:20 Uhr:
Ich bin absolut für eine Erhöhung von Bußgeldern für alle rücksichtslosen Verkehrsteilnehmer, nur: inwieweit berücksichtigen Autofahrer die STVO?. Zwei Zahlen gingen erst letztens durch die Medien, nämlich dass nur noch ca. 50% aller PKW-Fahrer regelmäßig blinken und dass mind. 70% der Pkw-Fahrer noch nicht einmal die Breite ihrer Fahrzeuge kennen. Fast keiner weiß, mit welchem Mindestabstand überholt werden muß (oder es ist ihm egal), dass defekte oder nicht geräumte Fahrradwege den Radler auf die Fahrbahn zwingen, dass gestresste Busfahrer einen beim Überholen fast zerquetschen, dass rechts-vor-links von PKW-Fahrern konsequent ignoriert wird, dass die meisten Fußgänger mittlerweile nach Gehör die Straße überqueren, das Rotlichtverstöße von PKW-Fahrern Standard sind (und noch einige hundert andere unbequeme Wahrheiten). Der PKW- Fahrer, der mich auf den Bürgersteig abdrängt, ist doch der gleiche,der sich über den Kampfradler (der auch nur überleben will) auf dem Bürgersteig au ...

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