Die Tricks des Überlebens - Teil 1: Im Dschungel

Großaufnahme von einem Orang-Utan

Die Tricks des Überlebens - Teil 1: Im Dschungel

Warum hilft die Winker-Krabbe dem Mangrovenwald? Warum sind Nektarvögel die „Bienen“ des tropischen Regenwalds? Was hat die Passionsblume mit Blausäure zu tun? Und warum ist der Orang-Utan ein perfekter Dschungel-Gärtner? Die Antwort ist: All diese Tiere und Pflanzen sind geniale Symbiosen eingegangen.

Großaufnahme eines Agutis, eines kleinen Nagetieres im Unterholz des Regenwaldes mit einer Nuss im Maul.

Agutis: Sie sind mit den Stachelschweinen verwandt.

Etwa 10 Millionen Tier- und Pflanzenarten leben auf der Erde. Der tropische Regenwald ist dabei eines der artenreichsten Biotope auf unserem Planeten. Im Dschungel kann jedoch kein Lebewesen alleine überleben. Deshalb haben die Tiere und Pflanzen des Regenwalds einzigartige Strategien entwickelt und sogar ihre Erscheinungsformen oft so aufeinander abgestimmt, dass sie mit all diesen Tricks ihren Fortbestand über Jahrmillionen sichern konnten.

Verbreitungskünstler

Kolibris sind nicht nur sensationelle Flugkünstler, sie sind Anpassungsindividualisten und einzigartige Blumenspezialisten. Sie haben ihre Schnabelformen an die unterschiedlichen Blütenkelche des Regenwaldes angeglichen. So hat jede Kolibri-Familie ihre spezielle Blüte, deren Nektar nur sie aufsaugen kann. Die kleinen Vögel bekommen so ihre energiereiche süße Kost, ohne mit anderen Verwandten darum konkurrieren zu müssen und die Pflanze ist sich sicher, dass die "Bienen" des Regenwaldes ihre Pollen zu ihren Artgenossen tragen.

Großaufnahem eines Kolibris, der fliegt.

Kolibris: Ihre Familie umfasst über 100 Gattungen mit mehr als 330 Arten

Auch das Aguti hat sich einen speziellen Futterlieferanten ausgesucht: den Paranuss-Baum. Nur das scharfe Gebiss des tagaktiven Nagers kann die steinharte Paranussschale mit Leichtigkeit knacken. Ein paar der Samen im Inneren verspeist es sofort, den Rest vergräbt das Aguti einzeln im ganzen Revier. Eine perfekte Überlebensstrategie für den Riesenbaum: Seine Samen werden im Regenwald verteilt und können neue Standorte erobern und je weiter die jungen Sämlinge von ihren Elternbäumen entfernt aufwachsen, desto sicherer sind sie vor ihren Fressfeinden.

Giftspritzen

Viele Dschungelpflanzen müssen sich eher mit Gift vor gefräßigen Besuchern schützen. Doch bei den Dreizehen-Faultieren haben selbst die jungen hochgiftigen Blätter vieler Pflanzen keine Chance. Spezielle Bakterien im Faultiermagen helfen die sonst tödliche Nahrung ohne Nebenwirkungen zu verdauen.

Ein Faultier klammert sich mit dem Kopf nach oben an einen Ast.

Faultiere: Sie sind hervorragende Kletterer. Knochenstege verbinden ihre Zehen und verwandeln die Krallen zu Enterhaken.

Auch Passionsblumen versuchen sich ziemlich ätzend zu wehren. Ihre Blätter sind voller Blausäure - tödlich für viele Tiere und sogar für uns Menschen. Doch das Gift der Passionsblume ist für die Raupen des Maracujafalters wirkungslos. Sie neutralisieren die Blausäure und speichern sie im Körper. So schützen sich die Raupen, aber auch die aus ihnen schlüpfenden Schmetterlinge vor Fressfeinden. Wie vielfältig die Abhängigkeiten sind und wie kreativ die Tricks des Überlebens sind, zeigt unsere Mini-Serie in spektakulären Bildern.

Ein Film von Paul Bradshaw

Redaktion: Gabriele Conze 

Stand: 12.08.2017, 11:04

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