Hippos – ganz nah! Das geheime Leben der Flusspferde

Eine Gruppe Flusspferde dümpelt im Fluss, während ein bulle sein Maul drohend aufreisst.

Hippos – ganz nah! Das geheime Leben der Flusspferde

Von wegen runde „Süßwasserbojen“, die den ganzen Tag faul im Wasser herum treiben, ab und zu das große Maul aufreißen und „gähnen“. Es gibt eine andere, kaum gesehene Seite im Leben der schwergewichtigen Flusspferde.

Eine Gruppe Flusspferde t´zieht vom Land in den Fluss.

Flusspferde: Genetischen Analysen nach sind die Hippos mit Walen verwandt.

Hippos leben in Afrika und mit ihren langen Eckzähnen zählen sie zu den gefährlichsten Tieren des Kontinents. Besonders an zwei für eine außergewöhnliche Tierwelt bekannten Orten sind sie zu finden: Dem Maasai Mara-Nationalpark in Kenia und dem Luangwa-Nationalpark in Sambia. Hier tummeln sich über 40.000 Flusspferde – die größte Konzentration der Schwergewichte in Afrika.

Tägliche Routine

Die Kolosse verbringen viel Zeit im Wasser - oft mehr als die Hälfte des Tages. Ihre empfindliche Haut wird nämlich rissig, wenn sie zu lange der heißen Sonne ausgesetzt ist.

Zwei erwachsene Flusspferde und ein Hippobaby unter Wasser.

Unter Wasser: Junge Flusspferde müssen etwa alle zwei bis drei Minuten Luftholen, die Erwachsenen alle vier bis sechs Minuten.

Doch nachts verlassen sie die Flüsse. Unter Wasser gibt es nicht genügend Pflanzen, um all die Schwergewichter satt zu bekommen. Und deshalb machen sie sich in der Abenddämmerung zu ihren Weideplätzen auf. Im Wasser schweben sie scheinbar schwerelos dahin. An Land wirken sie eher schwerfällig mit ihren walzenförmig plumpen Körpern. Doch man sollte sich nicht täuschen lassen: Auch hier können sie äußerst schnell und somit für jeden Eindringling in ihr Revier zur Gefahr werden.

Gut geputzt

Jeden Morgen nach dem Weidegang ist erstmal Wellness angesagt. Bei ihrer täglichen Pflegesitzung beschäftigen die Kolosse eigene Putztruppen.

Unterwasseraufnahme: Ein gnaze Schwarum Fische putz das geöffnete Maul eines Flusspferdes.

Mundpflege: Fransenlipper - die knapp einen halben Meter langen Fische sind die lebenden Zahnbürsten der Hippos.

Vertrauensvoll wagen sich Fransenlipper tief in den Rachen der Hippos hinein und reinigen Gaumen, Zunge und die letzten Winkel der gewaltigen Mundhöhle von Nahrungsresten. Auch die Lippen und die großen Hauer werden nicht ausgelassen. Unglaubliche Unterwasseraufnahmen zeigen das verborgene Leben der dicken Pflanzenfresser: ob sich mit  Krokodilen Seite an Seite einigermaßen friedlich die Unterwasserwelt teilen oder ob eine Hippomutter nach einem Schicksalsschlag um ihr Jungtier „trauert“ – Hippos–ganz nah! bietet völlig neue Einblicke in das Leben der Flusspferde.

Ein Film von Sigurd Tesche

Redaktion: Gabriele Conze 

Stand: 23.03.2017, 11:04

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