Die Rückkehr der Wanderfalken

Ein Wanderfalkenpaar sitzt auf einem Felsen, während er die Gegend beobachtet, frisst sie die geschlagene Beute.

Die Rückkehr der Wanderfalken

Der Wanderfalke gilt als der schnellste Vogel der Erde. Seine Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern machen ihn zum Rekordhalter im Tierreich.

Ein Wanderfalke mit angewinkelten Flügeln in der Luft.

Totgesagte leben länger: Der Wanderfalke fliegt wieder über Deutschland - allein in NRW gibt es mittlerweile 157 Paare.

Mitte der 1970er Jahre war der pfeilschnelle Greifvogel nahezu in ganz Deutschland ausgestorben und verschwand auch in vielen Ländern Europas. Lediglich in Süddeutschland konnten sich wenige Brutpaare behaupten. Als Ursache für sein Verschwinden wurde DDT und andere Pestizide erkannt, die in der Nahrungskette landeten. Die Gifte reicherten sich in den Falken an und als Folge legten sie nur noch dünnschalige Eier - die während der Brut zerbrachen. Der Nachwuchs fiel jahrelang komplett aus.

Rettung in letzter Sekunde

Schließlich wurde DDT in der Bunderepublik verboten. Seitdem hat sich die Population mit Hilfe unermüdlicher Einsätze von Naturfreunden, die sich um die Wiederansiedlung und Horstbetreuung verdient gemacht haben, langsam wieder erholt.

Ein Wanderfalke hat seine geschlagene Beute auf einem Felsen abgelegt und frisst sie langsam auf, immer die Umgebung beobachtend.

Beutetiere: Der Wanderfalke ernährt sich nur von kleinen bis mittelgroßen Vögeln, die er im Jagdflug erbeutet.

Aber der Greifvogel hat auch einiges zu seiner Rückkehr beigetragen. Nicht nur, dass er Schritt für Schritt sein altes Territorium zurückerobert hat: der störungsanfällige Vogel hat sich als äußerst anpassungsfähig gezeigt. Der scheue Schnellflieger wurde zum raffinierten Überlebenskünstler und hat sich sogar in der Nähe der Menschen in Städten und stadtnahen Landgebieten angesiedelt.

Deutschlandweit

Von seinem letzten Brutgebiet auf der schwäbischen Alb expandiert der Wanderfalke in andere Bundesländer: Rheinland Pfalz, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg bis hin nach Ostdeutschland. Aber auch vollkommen neue Regionen wurden erobert - wie das Wattenmeer zum Beispiel.

Portrait eines Wanderfalken: man sieht seine großen Augen und die gelben Hautstellen um Augen und Schnabel.

Auge sei wachsam: Mit seinem "Teleblick" entgeht dem Wanderfalken nichts.

 

Die Rückeroberung Deutschlands ist dem Wanderfalken geglückt, er hat seinem Namen alle Ehre gemacht. Der schnellste Jäger des Tierreichs ist endgültig zurück und mit mehr als 600 Paaren ist sein Bestand bei uns gesichert. Heute können wir den Wanderfalken bei seinen Sturzflügen glücklicherweise wieder hinter unserer Haustüre beobachten.

Ein Film von Klaus Weißmann, Dietmar Nill und Brian McClatchy

Redaktion: Gabriele Conze

Stand: 11.05.2016, 07:04

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