Teil 1: Nordamerika

Die fantastische Reise der Vögel

Teil 1: Nordamerika

Die fantastische Reise der Vögel beginnt im Frühjahr im Süden Nordamerikas. Schneegänse, Weißkopfseeadler und viele andere Vogelarten starten den jährlichen Zug in den Norden zu ihren Brutstätten und überqueren dabei einmal die Vereinigten Staaten.

Eine Schneegansfamilie fliegt im Niedrigflug an der Freiheitsstatue vorbei

New York: Auf ihrem Flug nach Norden ist der Hudson River für die Schneegänse ein beliebtes Gewässer für eine Zwischenrast.

Hautnah verfolgen wir die Vögel auf diesem Weg und erleben dabei die faszinierenden Landschaften der neuen Welt aus ihrer Sicht. Auf ihrem Zug müssen sie sich vielen Gefahren und Herausforderungen stellen. Die erste ist schon schicksalshaft: die Wahl der Flugroute. Sie entscheidet darüber, ob gefährliche Wüstenlandschaften bezwungen werden müssen, ob die Häuserschluchten New Yorks mit ihren thermischen Aufwinden die Anstrengungen des Fliegens mindern, oder ob Wintereinbrüche und Eisbären ihre Reise erschweren.

Viele Wege führen in den Norden

Bei den meisten Schneegänsen ist die Mississippi-Flugroute besonders beliebt, weil es viele Wasserflächen gibt, wo der Vogelschwarm jederzeit kleine Ruhepausen einlegen kann. Aber nicht alle Zugrouten sind so bequem.

Eine schneegansfamilie fliegt durch das Monument Valley an den roten Bergpfeilern vorbei.

Schneegänse: Sie sind bekannt dafür, dass sie in V-Formation fliegen.

Die Wüstenroute durch das Monument Valley, das Tal des Todes, ist für Wasservögel ein besonders qualvoller Weg, denn es gibt weder genügend Rastmöglichkeiten, noch viel Futter. Aber sie können nicht anders: Ihre Eltern haben ihnen diese Route gezeigt und sie hat sich tief in ihr Gedächtnis eingegraben. Aber ein Gutes hat auch diese karge Landschaft: Aufwinde halten die Gänse äußerst kräftesparend in der Luft. Genauso geht es dem Weißkopfseeadler, wenn ihn die Thermik über dem Grand Canyon scheinbar mühelos Richtung Norden trägt.

Fischliebhaber

Pelikane dagegen fliegen ganz andere Ziele an. Erfahrene Tiere wissen genau, welcher Strand an der Kalifornischen Küste zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt anzusteuern ist.

Ein Pelikan fliegt unter der Golden Gate Brücke durch.

Pelikane: Bis zu fünf Kilo Fisch haben Platz in seinem Schnabel.

Hier lassen sich bei Voll- und Neumond kleine Ährenfische an Land spülen, um ihren Laich im Sand abzulegen. Dann beginnt ein Festschmaus für die Pelikane. Silberreiher zieht es dagegen an die Flüsse und Sümpfe von South Carolina. Hier gehen sie nicht selber auf Fischfang: sie lassen fischen. Delfine treiben Fischschwäme an Land, lassen sich auf das sandige Ufer gleiten und schnappen sich die zappelnde Beute. Dabei fällt auch viel Fisch für die Silberreiher ab. Egal welche Ziele die Zugvögel Nordamerikas auch verfolgen und ansteuern, sie müssen sich jedes Mal wieder auf eine anstrengende, oft entbehrungsreiche und stets gefahrvolle Reise begeben.

Ein Film von John Downer | Redaktion: Gabriele Conze

Stand: 24.11.2015, 16:04

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