Shopping-Gutscheine erpresst

WLAN Router auf einem Tisch. Im Hintergrund sitzt ein Mann und arbeitet am Laptop.

Erpresser wegen Nackt-Fotos verurteilt

Shopping-Gutscheine erpresst

Von Helga Lennartz

Wegen gewerbsmäßiger Erpressung ist am Montag (01.02.2016) ein junger Mann aus Düren verurteilt worden. Der Richter am Aachener Landgericht gab ihm 22 Monate Gefängnis auf Bewährung. Der junge Mann hatte im Internet zehn Männer aus ganz Deutschland mit Nackt-Fotos erpresst.

Die Verhandlung dauerte nur knapp eine Stunde. Auf alle Zeugen konnte im Prozess verzichtet werden, auch auf die Aussagen der erpressten Männer. Diese Peinlichkeit habe ihnen der Angeklagte durch sein umfassendes und ehrliches Geständnis erspart, so der Vorsitzende Richter im Urteil.

Angeklagter gab die Taten zu

Der 25 Jahre alte Mann aus Düren hatte gleich zum Prozessauftakt die Karten auf den Tisch gelegt, Reue gezeigt und die Anklage der Staatsanwaltschaft bestätigt. Demnach hatte er sich im Internet in verschiedenen Erotik-Chatrooms als 14 und 16 Jahre alte Mädchen ausgegeben, um potentielle Erpressungsopfer anzulocken. Mehrere Männer hatte er dann dazu gebracht, sich vor ihren Webcams auszuziehen. Davon machte er Fotos und drohte, diese im Internet zu verbreiten, unter anderem über ''facebook''.

Amazon-Gutscheine als Beute

Ein Laptop auf dessen Display ein rotes Herz auf weißem Hintergrund erscheint

Der Erpresser nutzte diverse Chatrooms

Um die Veröffentlichung der peinlichen Bilder zu verhindern, verlangte der Angeklagte Amazon-Gutscheine. Die ließ er sich an fingierte Email-Adressen schicken und verkaufte sie dann weiter. Auf diesem Weg kassierte der 25-Jährige Waren-Gutscheine im Gesamtwert von rund 4.600 Euro. Das Ganze flog auf, als einer der erpressten Männer Anzeige erstattete. Der Angeklagte wurde einige Monate später festgenommen und landete vorübergehend in Untersuchungshaft.

Gericht glaubt an einmaligen Fehltritt

Das Gericht in Aachen ist davon überzeugt, dass die Erpressung eine ''einmalige Episode'' im Leben des Dürener bleibt. Er habe eine gute Schulausbildung, sei bislang nicht vorbestraft und warte momentan auf einen Studienplatz in Betriebswirtschaft. Seine Sozialprognose sei deshalb positiv, er habe Perspektiven. So kam der Angeklagte letztlich mit einer Bewährungsstrafe davon und muss seinen Erpressungsopfern ihr Geld zurückzahlen.

Stand: 01.02.2016, 14:15