13 Jahre Haft für Totschlag an Heiligabend

Jens S. mit seinen Anwälten im Landgericht Bielefeld

Prozess um Gütersloher Doppelmord

13 Jahre Haft für Totschlag an Heiligabend

Im neu aufgerollten Prozess um den gewaltsamen Tod eines älteren Geschwisterpaares an Heiligabend 2013 ist der Angeklagte wegen Totschlags schuldig gesprochen worden. Das Landgericht Bielefeld verurteilte den Angeklagten am Dienstag (02.02.2016) zu einer Haftstrafe von 13 Jahren.

Auch in der zweiten Auflage des Prozess um die Ermordung einer 74-Jährigen und ihres 77-jährigen Bruders konnte nicht vollständig geklärt werden, was Heiligabend 2013 tatsächlich geschah. Indizien hatten bereits einmal zur Verurteilung des 30-jährigen Angeklagten geführt, zu 14 Jahren Haft. Angeklagte dürfen in der Revision aber nicht schlechter gestellt werden als im ersten Prozess.

Bluttat an Heiligabend

Am 24.12.2013 waren die Ärztin und ihr Bruder in einer Villa am Gütersloher Stadtpark mit mehreren Messerstichen getötet worden. Die Gasheizung war außerdem manipuliert worden, wohl um das Gebäude in Brand zu setzen. Die Tochter der Ärztin hatte die getöteten Angehörigen aber so rechtzeitig entdeckt, dass die Feuerwehr eine Explosion noch verhindern konnte.

Gasinstallateur beschuldigt

Polizeibeamte stehen am 26.12.2013 in Gütersloh vor dem Haus, in dem am 25.12. zwei Tote gefunden wurden

Tatort: eine Villa am Stadtpark in Gütersloh

Der damals 29-jährige Installateur Jens S. aus Verl, ein Patient der Ärztin, geriet rasch ins Visier der Ermittler. Polizei und Staatsanwaltschaft sammelten Beweise gegen den Mann, der den Gasofen hätte manipulieren können, darunter eine DNA-Spur und ein Geldversteck in einem Wald.

Angeklagter hält Papier mit Aufschrift  "SCHULDFREI", Beamte im Gerichtssaal

Der Angeklagte Jens S.

Im vergangenen Februar war Jens S. vom Landgericht Bielefeld wegen zweifachen Totschlags zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte vor Gericht zwar immer wieder seine Unschuld beteuert. Während der Untersuchungshaft soll er allerdings einem Mithäftling die Taten gestanden haben.

Urteil kassiert

Das Gericht verurteilte Jens S. schließlich dennoch. Das Gerichtsverfahren fand bundesweit Interesse. Der größte Saal des Landgerichts war meist bis auf den letzten Platz besetzt. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe kassierte allerdings schon bald das Urteil des Indizienprozesses: Das Bielefelder Gericht habe in dem Verfahren die Jens S. entlastenden Gesichtspunkte nicht ausreichend gewürdigt.

Stand: 02.02.2016, 15:39

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