Mega-Paketzentrum entsteht auf Opel-Gelände

Vertragsunterzeichnung in Bochum

Mega-Paketzentrum entsteht auf Opel-Gelände

Von Olaf Biernat

Fast zwei Jahre haben die Verantwortlichen in Bochum darauf gewartet. Am Freitag sind die Verträge endlich unterzeichnet worden. Auf das Gelände des ehemlaigen Bochumer Opel-Werkes kommt ein Paketzentrum der Deutschen Post, 600 Arbeitsplätze entstehen dort.

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin sprach bei der Vertragsunterzeichnung von einer guten Nachricht für die Stadt Bochum. Das Zentrum sei ein hoffnungsvoller Anfang. Von diesem Tag soll eine Signalwirkung ausgehen, hoffen auch die Chefs der "Perspektive Bochum 2022". Die Entwicklungsgesellschaft kümmert sich um die Vermarktung der ehemaligen Opel-Flächen. Mit der heutigen Unterschrift ist die erste Ansiedlung in trockenen Tüchern. Im Sommer nächsten Jahres ist Baustart, im Jahr 2019 soll das Paketzentrum in Betrieb genommen werden.

Gähnende Leere auf dem Opel-Parkplatz

Die Arbeiten in Bochum ruhen derzeit

Mega-Paketzentrum geplant

Geplant ist ein Mega-Paketzentrum des Logistikunternehmens DHL. Die Post-Tochter will ein etwa 15 Hektar großes Gelände auf der Opel-Fläche kaufen und eine Hightech-Anlage bauen, die pro Stunde bis zu 50.000 Pakete sortieren kann. Bei der ersten Ankündigung vor knapp zwei Jahren hieß es noch, DHL will 600 Arbeitsplätze schaffen. Was das für Jobs sind und wieviel die Mitarbeiter verdienen werden, darüber hat das Unternehmen noch keine Angaben gemacht. Eine ähnliche Anlage wird derzeit im hessischen Obertshausen gebaut. Doch dort gibt es deutliche Verzögerungen. Eigentlich wollte man bereits im Herbst 2014 in Betrieb gehen, mittlerweile wird immer noch gebaut.

Abriss der Hallen verzögert sich

DHL Paketzentrum in Bochum geplant

So könnte das Paketzentrum aussehen

Auch in Bochum wird es noch dauern bis die ersten Bagger anrollen. Denn der Abriss der ehemaligen Hallen im Werk 1 verzögert sich um mindestens 9 Monate. Grund ist die Beschwerde einer Baufirma, die bei den Ausschreibungen der Arbeiten nicht zum Zuge gekommen war. Das Oberlandesgericht Düsseldorf beschäftigt sich Mitte März mit dem Fall. Der Abriss ruht, genauso der Bau der neuen Infrastruktur, also der nötigen Straßen und Abwasserkanäle.

Großes Interesse von Investoren

Vermarktet werden insgesamt 45 Hektar, das Gelände des ehemaligen Opel-Werks ist eine der größten freien Flächen zur Ansiedlung von Industrie- und Gewerbefirmen im Ruhrgebiet. Allein DHL will davon knapp 15 Hektar kaufen. Das Interesse an den restlichen Flächen ist nach Angaben der Entwicklungsgesellschaft groß. "Wir haben bislang 300 Anfragen von Unternehmen gehabt. 70 davon sind so nachhaltig, dass wir vertiefende Gespräche mit den Investoren führen", sagte Rolf Heyer, Chef der "Perspektive Bochum 2022" noch im vergangenen Dezember. Darunter seien größere Logistikfirmen, aber auch Projektentwickler, kleinere Ingenieurbüros oder Dienstleistungsunternehmen. Ziel sei die Schaffung von mehreren tausend Arbeitsplätzen. Ob tatsächlich die 3.300 Stellen ersetzen werden können, die es zuletzt bei Opel in Bochum gab, steht in den Sternen.

Auch Opel baut in Bochum

Opel-Abriss: Wie das Opelwerk Bochum verschwindet

Ein Teil der Opel-Hallen ist bereits abgerissen

Die Verantwortlichen in Bochum hoffen, dass die DHL-Vertragsunterzeichnung die gesamte Vermarktung ankurbelt. Schon in der kommenden Woche soll es weitere gute Neuigkeiten geben. Dann will der Autobauer Opel den Grundstein für sein neues Warenverteilzentrum legen. Nach der Schließung des Fahrzeugwerks Ende 2014 geht Opel nicht komplett aus Bochum weg, sondern baut ein großes Lager. Damit sollen 3.000 Opel-Händler von Bochum aus mit Ersatzteilen beliefert werden. 60 Millionen Euro investiert Opel in das neue Lager. Auch die Zahl der Arbeitsplätze wird um 265 aufgestockt auf dann 700 Jobs bei Opel.

Stand: 29.01.2016, 05:46

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