Raus aus der Kohle, weg vom Diesel – muss Deutschland mehr fürs Klima tun?

Raus aus der Kohle, weg vom Diesel – muss Deutschland mehr fürs Klima tun?

Es ist die größte zwischenstaatliche Konferenz auf deutschem Boden seit Jahrzehnten: In Bonn beraten mehr als 20.000 Teilnehmer zwei Wochen lang über die Rettung des Weltklimas. Nach dem Durchbruch mit der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens vor zwei Jahren geht es jetzt um konkrete Regeln und Maßnahmen, mit denen die Erdaufheizung möglichst gering gehalten werden soll.

Doch die Aufgabe ist gewaltig: Die USA wollen ab 2020 aus dem Pariser Vertrag aussteigen. Ohne den größten Klimasünder dürfte es für die Weltgemeinschaft noch schwieriger werden, ihre ambitionierten Ziele einzuhalten. Besonders, da die einzelnen Staaten ihre Klimaschutz-Anstrengungen eigentlich im Laufe der Jahre immer weiter verstärken müssten.

Auch Deutschland steht vor schwierigen Entscheidungen

Momentan sieht es so aus, als würde die Bundesregierung ihre Klimaschutz-Versprechen für 2020 krachend verfehlen. Bei den Sondierungsgesprächen über eine mögliche Jamaika-Koalition ist die Umweltpolitik daher einer der großen Streitpunkte: Deutschland solle möglichst schnell aus der Braunkohle-Förderung aussteigen und den Verbrennungsmotor möglichst ab 2030 komplett verbieten. Das fordern die Grünen. FDP und CDU halten solche Pläne für unrealistisch und wirtschaftsschädlich. Am Ende müsse Deutschland für den Klimaschutz teuer bezahlen – mit dem Verlust von Arbeitsplätzen und Wettbewerbsfähigkeit.

Frankreichs Präsident Macron hat unterdessen den für 2025 geplanten Atomausstieg gestreckt. Die Franzosen wollen die Atomkraft länger nutzen als geplant – ihre Klimaversprechen könnten sie so leichter erreichen.

Soll Deutschland seine Klimaziele wirklich einhalten? Wie schnell wäre ein Ausstieg aus Kohle und Verbrennungsmotor möglich? Und wie teuer wird der Klimaschutz für die Bürger?

Stand: 10.11.2017, 15:03