Nach G20: Was bleibt – außer Krawall und Kosten?

Nach G20: Was bleibt – außer Krawall und Kosten?

"Wir brauchen G20 dringender denn je", hatte Angela Merkel kurz vor Beginn des Gipfels im Bundestag gesagt. Was die Probleme der Menschheit anbelangt, hat sie unzweifelhaft Recht: Alle 10 Sekunden verhungert ein Kind, weltweit sind 65 Millionen Menschen vor Krieg und Hunger auf der Flucht.

Die soziale Kluft nimmt zu: Laut einer Oxfam-Studie besitzt ein Prozent der Weltbevölkerung mehr als alle anderen zusammen. Gleichzeitig ist unser Planet durch die weltweite Verbrennung von Kohle, Gas und Öl bedroht.

Die globalen Probleme lassen sich nur gemeinsam lösen

Aus dem Grund hat die Kanzlerin die Mächtigen der Welt am Wochenende in Hamburg zum sogenannten G20-Gipfel eingeladen, um bei der Klima- und Handelspolitik sowie bei der Bekämpfung von Terror und Fluchtursachen zusammenzuarbeiten. Die G20 repräsentieren zwei Drittel der Erdbevölkerung; sie stehen für gut drei Viertel des Welthandels und erwirtschaften rund 85 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Mehr Bedeutung geht also nicht.

Feindbild der Globalisierungskritiker

Sie sind aber auch das Feindbild der Globalisierungskritiker. Der Vorwurf: Die G20 seien weder willens noch in der Lage, die Probleme zu lösen. Schlimmer noch: Sie seien selber für die Ausbeutung von Mensch und Natur verantwortlich. Die Zeichen stehen also von Anfang an auf Sturm. Schon vor dem eigentlichen Gipfel kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen. Insgesamt 15.000 Polizisten schützen das Treffen der Staatschefs, was den Steuerzahler mindestens 100 Millionen Euro kosten wird.

Was hat der G20-Gipfel gebracht? Konnten sich die Staats- und Regierungschefs, unter ihnen auch zahlreiche Autokraten und Despoten, überhaupt auf eine gemeinsame Politik verständigen? Wie ist die Polizei mit den zahlreichen Gegendemonstranten umgegangen?

Stand: 07.07.2017, 15:45