Macron tritt an: letzte Chance für eine neue EU?

Macron tritt an: letzte Chance für eine neue EU?

Geringes Wachstum, hohe Arbeitslosigkeit, gewaltige Staatsschulden: Der französische Staatspräsident Macron steht vor enormen Herausforderungen. «Macronomie» - seine Reformagenda, eine Art Zauberwort.

Wie konkret sind seine Vorstellungen bereits eine Woche nach seiner Wahl, am Tag seines Amtsantritts? Wie also will er der Wirtschaft neuen Schwung verleihen? Wie kann er verkrustete Strukturen aufbrechen und somit den Arbeitsmarkt reformieren?

Reaktionen in Deutschland

Bundeskanzlerin Merkel hat Unterstützung signalisiert, blieb jedoch vage in der Form, wie dies geschehen könnte  – Außenminister Gabriel (SPD) dagegen hat sich ausdrücklich hinter die Agenda Emmanuel Macrons gestellt. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz befürwortet dessen Vorschlag einer vertieften Euro-Zone etwa mit einem gemeinsamen Finanzminister und Haushalt. Wie sehr würde das die Gemeinschaft verändern? Und vor allem - ist dies überhaupt ein realistisches Ziel angesichts der europäischen Verträge, so wie sie im Moment festgezurrt sind?

Viele Beobachter bezweifeln, dass eine sehr viel engere Zusammenarbeit, so wie sie Macron vorschwebt, bei den anderen EU-Partnern durchsetzbar wäre. Wie wichtig ist es nicht zuletzt auch für die deutsche Wirtschaft, dass sich der neue Präsident sozialliberaler Prägung mit seinem Kurs durchsetzt? Sollte sich die Bundesregierung tatkräftig-unterstützend einbringen oder hätte das eher kontraproduktive Wirkung mit dem Tenor „Berlin mischt sich in innerfranzösische Angelegenheiten“?

Stand: 12.05.2017, 15:12