Politik für die Alten auf Kosten der Jungen?

Politik für die Alten auf Kosten der Jungen?

Jede Stimme zählt gleich viel. So steht es im Gesetz. Doch dieser Grundsatz bekommt immer mehr Schlagseite. Denn: Die Stimme der Jugend verliert an Gewicht. Bei der Bundestagswahl in zwei Wochen stellen die über 50jährigen die Mehrheit. Ihre Dominanz wird in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen. Und die Politik weiß das.

Nirgends zeigt sich das so deutlich wie beim Thema Rente. Bei der Frage, ob wir angesichts längerer Lebenserwartung ein höheres Renteneintrittsalter brauchen, formiert sich gerade eine große Koalition gegen die Rente mit 70. Bezahlen müssen das die Jungen mit höheren Abgaben und geringerer Rente. Altersarmut wird die Folge sein.

Schon heute merkt die junge Generation: Die fetten Jahre sind vorbei

Immer häufiger müssen gerade sie sich mit befristeten Arbeitsverträgen zufrieden geben. Bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware. Wenn eine Generation die nächste gerecht behandeln will, dann sollte sie ihr zudem gute Schulen, Universitäten und eine intakte Infrastruktur hinterlassen. Und hier sieht es in Deutschland alles andere als gut aus. Das gilt auch beim Thema Digitalisierung, das in den Parteiprogrammen kaum eine Rolle spielt.

Leben wir also auf Kosten der Jungen, weil wir Politik für die Alten machen? Wird die Demografie zur Demokratiefalle? Wie kann es gelingen, dass die Interessen der künftigen Generation wieder stärker berücksichtigt werden?

Stand: 08.09.2017, 15:22