Das Ringen um den Frieden in der Ukraine

Georg Restle am 18.02.2015

Das Ringen um den Frieden in der Ukraine

Von Georg Restle

Was für ein verlogenes Spiel! Da wurde in Minsk eine Waffenruhe beschlossen, die schon am ersten Tag gebrochen wird. Und heute tun alle furchtbar empört und zeigen mit den Fingern aufeinander. Allen voran die deutsche Bundesregierung. Dabei war es die Kanzlerin selbst, die in Minsk abgenickt hat, was jetzt in Debalzewe bittere Realität wurde.

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Ja, das ist bitter – vor allem für die Menschen, die aus ihren Häusern vertrieben wurden und täglich ums Überleben kämpfen. Bitter aber auch für die deutsche Bundeskanzlerin, die in Minsk von Putin am Nasenring durch die Arena gezogen wurde.

Schließlich war sie es, die in Minsk einem Aufschub des Waffenstillstands zugestimmt hat. Einem Aufschub, den die Separatisten brauchten, um militärisch Fakten zu schaffen. Die Eroberung Debalzewes hat Merkel stillschweigend in Kauf genommen.

Die heutige Empörung der Bundesregierung ist politisches Theater. Ein Theater, das überspielen soll, dass die Bundeskanzlerin vor den Scherben ihrer Blitz-Diplomatie steht. Als begossener Pudel Putins, der sich auch noch öffentlich darüber lustig macht. Russlands Präsident hat den Europäern vorgeführt, dass er allein Herr im ostukrainischen Haus ist. Dass allein er darüber entscheidet, wann in der Ukraine Krieg oder Frieden herrscht. Und selbst wenn der Landhunger seiner Kämpfer vorübergehend gestillt sein sollte: Wer glaubt, die von Moskau unterstützten Separatisten werden sich damit dauerhaft zufrieden geben, der träumt einen gefährlichen Traum.

Trotzdem gibt es zur Diplomatie keine Alternative. Auch wenn die Falken jetzt überall Morgenluft wittern. An einer Eskalation des Krieges kann keiner interessiert sein. Selbst wenn es mühsam scheint: In der Ukraine braucht es jetzt eine Diplomatie, die erstmal auf Sicht fährt. Wenn die Kanzlerin am Ende nicht völlig nackt da stehen will, dann muss sie jetzt wenigstens durchsetzen, dass die Einhaltung des Minsker Abkommens anständig überwacht wird. Oder ehrlich zugeben, wie begrenzt ihre Möglichkeiten sind.

Stand: 18.02.2015, 22:45

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27 Kommentare

Neuester Kommentar von "Friedlich Leben", 07.03.2017, 13:02 Uhr:

Im Rückblick betrachtet war es meiner Meinung nach kein Ringen "um Frieden in der Ukraine". Diese gezeigte Einseitigkeit, die einseitige Unterstützung der Ukraine, die feindselige Einstellung und die Forderungen an Russland, das scheinbar unendliche Überweisen von Geld an die Ukraine, die militärische Unterstützung der USA (auch die mit Duldung der US-Führung in der Ukraine tätigen US-Söldner), die in den letzen Jahren gezeigte Unterstützung für den ukrainischen Mauerbau, das Schweigen zu den in der Ukraine vielfach vorhandenen Ungereimtheiten (wie zum Beispiel undemokratische Schlägereien in deren Parlament), die einseitige Berichterstattung zu Gunsten der Ukraine, die einseitig gegen Russland gestellten Forderungen obwohl ukrainische Parlamentaruer noch nicht einmal bereit sind mit Verantwortlichen in der Ostukraine über Friedenslösungen zu sprechen u.v.m.. Das alles sieht für mich nicht so aus als würde man um Frieden Ringen.

Kommentar von "Friedlich", 01.03.2017, 11:17 Uhr:

Diese Hetze und der Hass seitens Politiker und Journalisten aus der sogenannten westlichen Wettegemeinschaft gegen unser Nachbarland Russland wird immer unerträglicher. Diese Aggressionen können nur ein Ziel haben: In der Bevölkerung ein hässliches Feindbild aufzubauen und das Volk somit für einen Krieg gegen Russland vorzubereiten. Gestern, spät in der Nacht wurde im Fernsehen wieder einmal eine meinungsmanipulierende Reportage über Russland gezeigt. Diese und einige andere Propagandafilme gegen Russland erregen im menschlichen Körper Übelkeit. Immer wieder wird Russland mitsamt seiner Regierung als aggressiver, böser Staat dargestellt und andere frühere Länder aus der UdSSR, soweit sie nicht mit Russland befreundet sind werden als freiheitsliebende, von Russland unterjochte Länder dargestellt. Zum Beispiel wurde der georgische Krieg 2008 in Georgien für uns Zuschauer dargestellt als hätte Russland Georgien militärisch überfallen. Dass die georgische Regierung praktisch über N ...

Kommentar von "Frank Weber", 28.02.2017, 17:52 Uhr:

Sind die Bewohner der Ostukraine (in NATO-Staaten "Separatisten" und unter Kiewer Politikern "Ter"""isten" genannt) schon mal gefragt worden ob sie überhaupt von der Ukrainischen Armee befreit werden wollen?

Kommentar von "Friedrich Anonym", 26.02.2017, 20:59 Uhr:

Wir Menschen brauchen Steigerung einer friedensfördernden Politik und keine Steigerungen in kriegerische Aggressionen, Sanktionen. Frieden fördert Leben und Lebensfreude, Kriege befördern Menschen vom Leben in den Tod und schaffen Trauer und Qual. Unser Land sollte ein Vorbild für ein friedliches Leben sein und nicht ein Vorbild für Inszenierungen von Kriegen. Ein früherer Bundespräsident gab mal zu verstehen dass ein Einsatz unserer Bundeswehr auch für die Verteidigung von wirtschaftlichen Interessen unseres Landes einsetzbar sein sollte. Sein Entwurf kam zu seiner Zeit nicht gut an und er gab sein Amt auf. Schon wieder wird in unserem Land von mehr Verantwortung unseres Landes in der Welt gesprochen. Unsere Bundesrepublik hat keine Verantwortung für das Tun anderer Politiker in anderen Ländern. Zumal immer wieder unter "mehr Verantwortung" verstanden wird dass unser Land in Kriege anderer Länder hereingezogen wird. Unser Land hat auch keine Verantwortung für die aggre ...

Kommentar von "Friedlich", 25.02.2017, 19:43 Uhr:

Hätten die sogenannten Westmächte auf die Putsch-Nachfolgeregierung in Kiew den gleichen Druck ausgeübt wie auf Russland dann gäbe es heute in der Ukraine Frieden und tausende von Menschen wären noch am Leben. Nein, das wollten die Unterstützer (aus USA, NATO und EU) der Maidan-Revoluzzer nicht. Sie gaben lieber vor dass das ukrainische Volk hätte die damalige demokratisch gewählte Regierung gestürzt hätte. Aber das ist nicht nur die einzige Lüge der Politiker und Journalisten aus unseren sogenannten Westmächten. Auch dass unsere Regierung sich als Schlichter aufspielen, obwohl sie sich offen für die derzeitige Kiewer Regierung einsetzt, das ist eine offene Manipulation der Volksmeinung. Nein, unsere Politiker und Journalisten gefährden lieber den Wektfrieden und folgen brav den scheinbar verdeckt ausgesprochenen Anweisungen von US-Politiker, welche uns vorschreiben zu wem wir feindlich und zu wem wir freundlich zu sein haben.

Kommentar von "Johannes ", 16.02.2017, 13:09 Uhr:

Es wird erst keinen Frieden in der Ukraine geben weil es bestimmte Mächte außerhalb der Ukraine nicht wollen. Es wäre noch Frieden in der Ukraine wenn Politiker aus der USA und einiger NATO -Staaten, auch aus Deutschland nicht mit aller Gewalt hätten an der Ukraine gezerrt. Man hätte das ukrainische Volk in Ruhe und in Frieden leben lassen sollten. Die alte vom Volk gewählte Regierung in Kiew wurde nicht durch das ukrainische Volk vertrieben sondern vermutlich von einer Gruppe von Menschen auf dem Maidan, welche nicht im Interesse des ukrainischen Volkes handelten. Unsere Politiker ringen scheinbar "nur offiziell" für einen Frieden in der Ukraine, so sichtbar einseitig wie sie sich immer wieder für die neue Regierung und für die USA in dem Ukrainekonflikt, aber gegen Russland einsetzen. Unsere Regierung, auch grüne Politiker waren im Fall Ukraine von Anfang nicht unparteiisch. Dafür haben sie sich schon in der Zeit der Maidan-Randale-Demonstration-Revolution für uns Zuschauer i ...

Kommentar von "Michael", 11.02.2017, 19:28 Uhr:

Im Fall Ukraine kann man denken dass die Macht des Geldes der Ukraine keinen Frieden gibt. In der Ukraine scheint für westliche Konzerne so eine Art Schlussverkauf zu existieren. In etwa so wie es nach Zusammenbruch der UdSSR in Russland oder nach der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern unseres Landes praktiziert wurde. Wahrscheinlich sind Führer von westlichen Staaten unterschwellig auch deswegen dem russischen Präsidenten so gram weil dieser dem begonnenen Ausverkauf Russlands unter Herrschaft des vorherigen russischen Präsidenten "einen Riegel vorgeschoben" hat. Es wurde von westlichen Konzernen, der USA und den NATO-Staaten (inklusive Deutschland) in so großen Mengen Geld investiert dass ein Rückzug aus der Ukraine für Betreffende sehr schmerzhaft sein würde. Doch was ist mit den Millionen Menschen der Länder welche unsere Politiker durch diese Entscheidungen hochgradig gefährden. Damit sich, in der Relation gesehen, einige wenige bereichern können darf doch kein K ...

Kommentar von "Reiner Mayer", 09.02.2017, 09:42 Uhr:

Wahrscheinlich haben die Kriegsbefürworter in den USA, der EU und NATO geschafft den neuen US-Präsidenten auf ihre Aggressionslinie gegen Russland zu beeinflussen. Angeblich soll die Sanktionspolitik gegen Russland auch unter Trump fortgesetzt werden. Mit der Begründung weil Russland immer noch Militär auf der Krim unterhält und die Krim nicht der Ukraine zurückgegeben hätte. Beide Begründungen können glaubhaft Leuten erklärt werden welche sich bisher nicht für politische Geschehen interessierten und alles glauben was Politiker und Journalisten ihnen vorerzählen. In diesen Begründungen wird einfach wieder verschwiegen dass Russland schon immer Truppen auf der Halbinsel stationiert hatte. Bis zum Regierungssturz in Kiew Im Einvernehmen und Vertrag mit der Ukraine. Auch wird in der Begründung verschwiegen dass sich die Krimer Bewohner, zumindest diejenigen welche am Volksentscheid teilgenommen haben, mit einer über 90 Prozent Zustimmung für den Anschluss an Russland entschied ...

Kommentar von "Anonym", 07.02.2017, 21:03 Uhr:

Es gab die Hoffnung dass die kriegstreibende Politik mit der Abwahl der Obama-Regierung beendet sei und dass die neue US-Regierung endlich in eine konfrontationslosere Politik schwenkt und unsere Regierung in Friensbemühungen im Konflikt mit Russland folgt. Leider ist es offensichtlich anders. Unsere Regierung ersetzt leider im Aggressionsverhalten gegen Russland die Obama-Regierung. Es wird weiter von angeblichen Aggressionen Russlands gesprochen, es werden weiter Sanktionsverlängerungen gefordert, es wird weiter in den Ostländern der EU gegen Russland mobil gemacht usw.. Bei dieser Politik schwindet alle Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben mit unserem Nachbarland Russland. Unsere Regierung gefährdet das Leben aller. Hoffentlich werden nach der Wahl menschlichere, friedensbildendere Politiker an die Regierungsmacht kommen und wir alle in Europa können und auf eine friedlichere Zukunft freuen. Die derzeitige Politik treibt uns alle in einen der schlimmsten Kriege welcher ...

Kommentar von "Anonym", 05.02.2017, 14:55 Uhr:

Es wird in der Ukraine so lange keinen Frieden geben bis dass an die derzeitige Regierung in Kiew nicht die gleichen Forderungen gestellt werden wie an die von der westlichen Ukraine gelösten Ostukraine. Immer nur an Russland Forderungen zu stellen und ohne Beweislast behaupten dass Russland in die Ukraine einmarschiert ist, das sollte endlich aufhören. Nicht Russland hat die Ostukrainer militärisch überfallen sondern die Kiewer Regierung. Man kann es deutlich an den zivilen Toten und an den Zerstörungen beidseitig der militärischen Grenze erkennen. Als erstes sollte von der Kiewer Regierung gefordert werden direkt mit den Politikern der Ostukraine über Frieden zu sprechen. Aber so lange wie die Kiewer Regierung von unseren Politikern Unterstützungen (auch in Form finanzieller Mitteln) erhält um den Krieg weiter zu führen, wird die Kiewer Regierung den von westlichen Politikern gestellten Auftrag die Urkaine in die EU und NATO zu drücken nicht aufgeben. Die westlichen Regie ...

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