Liebe Türken in Deutschland

Georg Restle am 02.03.2017

Liebe Türken in Deutschland

Von Georg Restle

Ja, das sind schwierige Zeiten gerade. Zeiten, in denen der türkische Präsident einen spaltenden Keil hinein treibt. Tief hinein in die deutsch-türkischen Beziehungen. Aber auch tief hinein in die türkische Community in Deutschland. Und das alles nur, um sich die alleinige Macht im Lande zu sichern.

Dafür ist diesem Präsidenten und seiner Regierung jedes Mittel Recht. Die Abschaffung der Pressefreiheit, die Verfolgung Andersdenkender, das Ausschalten der Opposition. Und wer weiß: Vielleicht trifft es morgen ja schon Sie oder Ihre Kinder.

Ich habe türkische und kurdische Freunde in Deutschland und in der Türkei. Menschen, die sich nicht mehr trauen, offen auszusprechen, was sie wirklich denken. Weil sie hier von Erdogan-Anhängern beschimpft oder verleumdet werden oder weil sie in der Türkei damit rechnen müssen, ihren Job zu verlieren oder hinter Gittern zu landen. Schlicht weil sie anderer Meinung sind als die Regierung und ihre Partei.

„Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.“ Dieser Satz von Rosa Luxemburg gilt universell – nicht nur in Berlin oder Köln, sondern auch in Istanbul und Ankara.

DAS sollten wir Herrn Erdogan und seinen Anhängern in Stammbuch schreiben – wenn’s sein muss auch hier in Deutschland.

Ich habe einen Traum: Dass der türkische Präsident nach Deutschland kommt und Hunderttausende gegen ihn auf die Straße gehen: Deutsche, Kurden und Türken gemeinsam. Um diesem Präsidenten zu zeigen, was sie von seinen Allmachtsphantasien halten. Das wäre ein Statement, das man in Istanbul und Ankara nicht übersehen könnte. Eine machtvolle Demonstration für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Und ein Zeichen der Solidarität mit allen, die in der Türkei verfolgt werden, nur weil sie sich für elementare Menschenrechte einsetzen.

Deshalb: Lassen wir ihn kommen – und zeigen wir ihm, wozu Demokratie wirklich fähig ist.

Stand: 02.03.2017, 22:30

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72 Kommentare

Neuester Kommentar von "Neocon", 16.06.2017, 05:38 Uhr:

Wieviel bekommst du für deine Lügen?

Kommentar von "Realo Ost", 02.04.2017, 20:24 Uhr:

Der Zug ist in den Altbundesländern schon abgefahren. Denn da hat man sich seit Jahren den Neubürgern aus Türkistan angebiedert. Eine unrühmliche Mitarbeit ist dabei den Medien anzulasten, nach den Politgrößen der Sozen und Grünen. Die Türken fühlen sich hier mittlerweile so gut aufgehoben, dass die Ansässige anpöbeln, deren Söhne sich als Paschas aufführen und, man kann es nicht glauben, rotzfrech fordern, dass sich endlich "die Kartoffeln" nach ihnen richten sollen. Dass die selbstverständlich auch ihre Machtspielchen auf unseren Straßen austragen, ist ebenfalls ein Resultat langjähriger behördlicher Versäumnisse. Es wird nicht lange dauern, dann kommt es zu blutigen Fehden zwischen Erdogan-Hörigen und -Gegnern in unseren Großstädten.

Kommentar von "Friedlich Leben", 25.03.2017, 21:13 Uhr:

Welches gestörtes Rechtsempfinden es unter den derzeitig in Deutschland vorherrschenden Journalisten und Politiker, vorwiegend aus der links-grün-68er Ideologie gibt, ist in einer deutschen Tageszeitung deutlich zu erkennen. Das steht in Dickschrift an türkische Mitbürger anschreiend geschrieben: "Sagen Sie Nein! Sagen Sie Hayir! Da wettern unsere Politiker und Journalisten immer wieder gegen eine angebliche russische Wahlbeeinflussung in den USA und selbst versuchen Sie hier im Land das demnächst in der Türkei stattfindende Refendum zu beeinflussen. So ein Verhalten werte ich als ein deutliches Zeichen für ein schadhaftes Rechtsempfinden. Erst werden türkische Mitbürger durch unterbundene Werbungsauftritte türkischer Politiker in Deutschland an ihrer Aufklärung behindert und folgend machen unsere Journalisten Werbung für ein "Nein" beim Referendum. Einfach billig!

Kommentar von "Friedlich Leben", 20.03.2017, 20:57 Uhr:

Die Türkeikrise wird zunehmend schäbiger und ätzender. Es sollte endlich nicht mehr jede verbale Schäbigkeit des türkischen Präsidenten in den Nachrichten sowie Talksendungen mehrfach wiederholt werden. So langsam wird es Zeit dass dieses leidige Thema auf staatsmännischer Art, vernünftigeren sowie auf einer kühleren und korrekteren Distanz abgearbeitet wird. Dieses gegenseitige verbale Aufschaukeln wird auf uns Zuschauer einfach brechreizerregend. Da jeder aufmerksame Beobachter der Tagesgeschehen den türkischen Präsidenten in seiner sehr persönlichen Art kennt (auch schon wie er in jüngerer Zeit Russland und dessen Präsidenten angegangen war) sollten unsere Politiker und Journalisten den Anfang mit der dringend anstehenden Deeskalation machen. Ein Teil der Schlichtung wäre verschiedenen Aussagen des türkischen Präsidenten einfach überhören und ihn auf einer anderen Art spüren lassen was er mit seiner Art im Umgang mit anderen Politikern und Ländern anrichtet. Gegenüber dem ru ...

Kommentar von "Friedlich Leben", 20.03.2017, 16:03 Uhr:

Daniel, ich glaube nicht dass der türkische Präsident "..versucht in der EU Land zu gewinnen". Von mir vermutet indirekt ja, weil er meiner Meinung nach die EU-Staaten irgendwie von sich abhängig machen möchte. Er braucht die EU für sein (von mir vermutetes Vorhaben) das "Osmanische Reich" unter seiner Führung wieder zu errichten. Die EU braucht er wegen der wirtschaftlichen Stärke, der militärischen Unterstützung für seine Interessen und deren Einfluss in der Welt. Deutschland möchte er denkbar am liebsten, vermutlich gleich der USA und anderer EU-Staaten, aufgrund von Missgunst sowie der wirtschaftlichen Rangordnung in der EU schwächen. Er braucht jedoch derzeitig noch Deutschland für sein Ziel die Türkei in die EU zu führen. In wenigen Jahren wird die Türkei eine größere Einwohnerzahl haben als Deutschland und somit zumindest die Einwohnerzahl betreffend (wenn es in der EU ist) das einwohnerstärkste Land der EU sein. Derzeitig besteht wegen der Diskrepanz zwischen EU-Politiker ...

Kommentar von "Daniel K", 18.03.2017, 14:47 Uhr:

Dieser Thread entartet zu einer Werbeplattform für einen Diktator, der versucht in der EU Land zu gewinnen mit seinen Hetzparolen. Man verschwendet die Zeit mit Nörgelei gegen rechte Parteien in der EU statt dem Sultan endlich die Stirn zu bieten na denn , wers mag......................

Kommentar von "Friedlich Leben", 17.03.2017, 10:36 Uhr:

"abcd", wo sollten wir Büger uns über das wahre Dilemma informieren? Dürfen wir dieser derzeitige massenhafte Hetze gegen die Türkei glauben schenken, eventuell mit der Begründung weil fast einhundert Prozent unserer Bevölkerung hinter den Aussagen unserer Politiker und Journalisten stehen? Nein, ich versuche mir immer wieder eine eigene Meinung zu bilden. Nehme mir aus der Vielfalt von Meinungen Teile heraus und zeichne mir mein eigenes Bild. Noch vor wenigen Jahren wurde die Staatsführung in der Türkei hier bei uns immer wieder gelobt. Wie anerkennenswert es die türkische Regierung geschafft hat in der Türkei gute wirtschaftliche und demokratische Fortschritte zu erzielen. Unsere Grünen haben unablässig und über Jahrzehnte hart dafür gekämpft dass Millionen von Türken in unser Land kommen könnten. Niemand hatte sich in unseren Medien darüber beklagt dass Minderheiten in der Türkei verfolgt wurden und das türkische Militär öfter die Grenzen der Nachbarländer überschritten. Auc ...

Kommentar von "Sozial Leben", 16.03.2017, 21:58 Uhr:

Warum fahren unsere staatsführende Politiker mitsamt ihrer demagogischen Journalisten nicht mal für rund ein halbes Jahr in Urlaub. Somit würden wir mal über diese Zeit nichts mehr von dieser elenden Hetze gegen uns fremde Politiker und Ländern hören und die politische Wetterlage könnte auch erholen. Und wenn die ausländischen Politiker mitsamt ihrer Journalisten mal nichts unanständiges mehr aus unserem Land hören könnten die sich eventuell auch beruhigen. Unsere Politiker und Journalisten beschweren sich in der letzten Zeit über aggressiv gegen Politiker hetzende Beiträge von Teilnehmer sozialer Netzwerke, doch deren Vorbilder scheinen doch derzeitige Politiker und Journalisten selbst zu sein. Würden unsere Politiker und Journalisten sich mal endlich vorbildlicher benehmen und keine Fremdenfeindlichkeit pflegen, so würden wahrscheinlich die Teilnehmer der sozialen Ntzwerke nachziehen.

Kommentar von "Friedlich Leben", 16.03.2017, 17:05 Uhr:

Der Streit zwischen Politikern der "Westlichen Wertegemeinschaft" (gerade deutsche und holländische) und der türkischen Regierung wird zunehmend kindischer und zänkischer. Insbesondere ideologisch eingeschworene Journalisten tragen einen starken Anteil dazu bei. Nun zieht man schon unschuldige Tiere, wie Hunde, Pferde und Kühe mit ins Thema. Man kann wirklich daran zweifeln dass wir das Jahr 2017 zählen. Wenn die Welt friedlich lebt und nicht willig ist das friedliche Leben aufzugeben kann man auch einen Krieg zwischen denn Völkern herbeireden sowie inszenieren. Unsere Politiker sowie Journalisten sollten aufpassen dass sie nicht eine Lawine lostreten. Durch solche unüberlegte Zankereien kann sehr leicht ein Teligionskrieg zwischen Mulime und Christen entstehen. Verantwortliche Politiker und Journalisten sollten mal darüber nachdenken dass wir heute nicht in der Zeit um 1614 sondern 2017 leben. Wir hier in Deutschland können nicht verhindern dass sich das politische System ...

Kommentar von "Friedlich Leben", 16.03.2017, 10:27 Uhr:

Nun, ein Referendum ist grundsätzlich ein politisch demokratischer Akt. Leider ist es hier bei uns in der sogenannt "westlichen Wertegemeinschaft" so dass teils Referenden nur dann als demokratisch angesehen wenn sie den Interessen der mächtigen,ideologisch links-grün-68er ausgerichteten Leuten entsprechen. Es war schon vielfach zu beobachten, so zum Beispiel vor Jahren in der Schweiz, heute auf der Krim usw.. Leider ist derzeitig die Welt etwas aus den Fugen geraten. Es wird randalierend auf die Straßen gegangen wenn ein Präsident (z.B. USA) demokratisch gewählt wird, es wird randalierend demonstriert wenn politisch anders denkende, wie zum Beispiel AfD-Leute sich versammeln usw.. Was ist mit der Ukraine? Hier sehen scheinbar die meisten Menschen, insbesondere die Grünen den Putsch in Kiew als rechtmäßig legitim an und das Refendum der Krimer Bewohner als Annexion der Russen und somit als Unrecht. Doch in Wahrheit ist umgekehrt der Putsch ein Rechtsbruch gewesen. Gedachtes Beis ...

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