"Uneingeschränkte Solidarität" mit der Ukraine?

Georg Restle am 20.01.2015

"Uneingeschränkte Solidarität" mit der Ukraine?

Von Georg Restle

War da was? Ach ja; hatten wir ganz vergessen: Ein Krieg in Europa. Den gibt’s ja auch noch. Fast 5.000 Tote, rund eine Million Vertriebene – und täglich neue Kämpfe. Hatten wir von der Tagesordnung gestrichen – wir hatten ja Pegida.

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Jetzt also Mobilmachung, Offensive, Gegenoffensive - und ein Flughafen, der in Schutt und Asche liegt. Die Bilder aus Donetzk erinnern uns daran: Hier gab es nie Frieden. Nur verhärtete Fronten. Von wegen Waffenstillstand. Von wegen Frieden: Moskau will den eingefrorenen Konflikt, Kiew eine möglichst schnelle militärische Lösung.

In der ukrainischen Regierung haben die Falken die Macht übernommen. Und das heißt nichts Gutes: Nicht für die Menschen im Donbass, nicht für den Frieden in der Ukraine und nicht für eine neue Friedensordnung in Europa.

Apropos Europa: Außer Sanktionen fällt der EU offenbar nur wenig ein. Es scheint fast so, als habe man sich auf den Zuschauerrängen bequem eingerichtet. Als verfolge man ein Fußballspiel, bei dem man der eigenen Mannschaft die Daumen drückt und nur dann wild protestiert, wenn der Gegner faul spielt. Dass das Europäische Parlament der ukrainischen Regierung ausgerechnet jetzt seine „uneingeschränkte Solidarität“ ausspricht, macht wenig Hoffnung.

„Uneingeschränkte Solidarität“, das hatten wir schließlich schon mal, und wohin das im Irak und in Afghanistan geführt hat, das wissen wir heute. Nein, die Ukraine braucht jetzt ganz sicher keine uneingeschränkte Solidarität. Sie braucht kritische Partner. Partner, die die jüngsten Berichte der OSZE ernst nehmen, wonach beide Seiten den Konflikt eskalieren lassen. Und wonach beide Seiten dafür verantwortlich sind, dass der Krieg in die Wohnhäuser von Zivilisten getragen wird.

Denn diese Satz gilt weiterhin: Wer die von Russland unterstützten Separatisten zu Recht kritisiert, der muss auch der ukrainischen Regierung in den Arm fallen, wenn Zivilisten Opfer eines Krieges werden, der im sinnlosen Kampf um einen in Trümmern liegenden Flughafen seinen absurden Höhepunkt erlebt.

Stand: 20.01.2015, 22:45

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33 Kommentare

Neuester Kommentar von "Friedlich Leben", 24.03.2017, 18:35 Uhr:

Den derzeitigen ukrainischen Politikern ist alles erlaubt und alles wird befürwortet was die Kiewer Regierung macht. Nun stehen unsere Politiker und Journalisten für Abschottung und für Einreiseverbote nur weil es die ukrainische Regierung angeordnet hat. Die russische Sängerin für den ESC-Wettbewerb darf aufgrund eines Einreiseverbotes der Kiewer Regierung nicht an dem ESC-Wettbewerb in Kiew teilnehmen. Was ist mit unserer Regierung und mit unseren Journalisten los? Diese einseitige, sich immer uneingeschränkte Politik für die Ukraine wirkt brechreizerregend und verstärkt die bei vielen im Land die negative Meinung gegenüber unseren Politikern und Journalisten. Diese 2014 / 2015 stattgefunden Frohlockung unserer Politiker und Journalisten wegen des Putsches in Kiew. Das superschnelle Anerkennen der Übergangsregierung in Kiew, scheinbar ohne geprüft zu haben ob sich in der Übergangsregierung nicht Putschisten befinden. Diese beständige uns Bürger vorenthaltene Berichter ...

Kommentar von "Friedlich Leben", 21.03.2017, 14:31 Uhr:

Die türkische Regierungspartei hat angeblich alle politischen Werbeauftritte für deren Verfassungsänderung in Deutschland abgesagt (so steht es in den journalistischen Medien). Das ist gut so. Nun könnte sich endlich wieder eine Normalität in den Verbindungen der Politiker beider Ländern einfinden. Nun sind unsere Politiker und Journalisten an der Reihe ihren Anteil zur Verbesserung der Beziehungen beider Länder beizutragen und sich aus den inneren Angelegenheiten der Türkei heraushalten. Unsere Politiker und Journalisten haben kein Recht sich in die türkische Politik einzumischen - gleich wie türkische Politiker und Journalisten kein Recht haben sich in die deutsche Politik einzumischen.

Kommentar von "Friedlich Leben", 18.03.2017, 17:16 Uhr:

Kann mir mal jemand erklären was daran so schön sein soll dass Deutschland sich in totaler Abhängigkeit ukrainischer Politiker geben soll? Nun ist scheinbar auch unsere Bundesregierung soweit sich auch im Fall Nordstream 2 aktiv gegen die deutschen Interessen zu wenden. Der Außenminister soll in Russland angeblich sich so ausgedrückt haben dass die Pipeline Nordstream 2 es nur in Vernindung der weiteren Gaslieferung mit Transit durch die Ukraine geben wird. Die finanziellen Lasten unseres Landes scheinen unseren Politikern mal wieder geringwertig zu sein, die Kosten zahlen ja letztendes nur die deutschen Steuerzahler. Nun ja, selbst sind unsere Politiker ja auch minimal mit Steuern belegt, doch dafür haben sie sich (derzeitig mal wieder in RP) ja mal wieder selbst massiv ihre Einkommen erhöht. Warum kriechen unsere Politiker so arg vor der nach dem ukrainischen Regierungssturz in Kiew folgenden Regierung. Die fordern immer wieder und unsere Politiker folgen mit uneingeschränkter ...

Kommentar von "Friedlich Leben", 10.03.2017, 20:57 Uhr:

Die Welt lebt durch Frieden, Freundschaft, Liebe, Verständnis, Toleranz gegenseitige Rücksichtsnahme und Akzeptanz, entlohnte Arbeit, freizeitliche Selbstbeschäftigung und andere humanistische Eugenschaften. Die Welt existiert nicht durch Aggressionen, Nötigungen, Erpressungen, Streitereien, Revolutionen, Verbrechen und andere bei uns Menschen übliche Negativeigenschaften. Die Welt lebt auch nicht durch Zerstörungen, Sanktionen und Kriege. Warum sollte unser Land sich durch Politiker anderer Länder in Probleme stürzen. Warum sollten wir unser Handeln, unseren Verstand Politiker übertragen welche ihr eigenes Volk bekriegen, und zusätzlich noch behaupten ein anderes Land hätte das Land angegriffen. Politiker, welche nicht Willens sind mit ihren Kontrahenten im eigenen Land persönlich zur Friedensschaffung zu sprechen. Warum sollten wir Politiker eines anderen Landes uneingeschränkt, bedingungslos unterstützen welche persönlich an einer Produktion von Kriegsgütern Geld verdien ...

Kommentar von "Friedlich Leben", 09.03.2017, 14:44 Uhr:

Meine von mir durch Nachrichtenbeobachtung gewonnene Meinung zum Ukrainekrieg: Der ukrainische Krieg wird nicht beendet werden können weil es die USA und nachfolgend die von den USA abhängigen EU-Staaten politisch nicht wollen. Es ist ein polititischer Wille der USA und EU den Krieg schwelen zu lassen um bei für sie günstiger Gelegenheit ihre strategischen Vorteile, wirtschaftlich wie auch militärisch zum eigenen Vorteil auszubauen. Deswegen bauen sie zur besseren strategischen Position im Falle eines Krieges ihre militärische Positionen in den Oststaaten der EU mit Macht auf. Russland ist das größte Land der Erde und in dessen Besitz befinden sich unvorstellbare Erdschätze. Deswegen wollen die westlichen Strategen Russland in ihre Abhängigkeit bringen oder am liebsten in von ihnen abhängige kleinere Staaten aufteilen. So ungefähr wie es der deutsche Kaiser und die Reichswehrführung im ersten Weltkrieg als geostrategisches Kriegsziel vorsah. Wir Bürger? Wir können wenn ...

Kommentar von "Friedlich Leben", 07.03.2017, 10:29 Uhr:

Der Kalte Krieg gegen Russland nimmt wahnsinnige Züge an. Sobald ein Politiker und Journalist mit irgendeinen bekannten Politiker aus Rusland spricht wird er von selbsternannten Ideologen von der in der westlichen Welt stark gepflegten Links-Grün-68er Ideologie / Glaubensgemeinschaft "fertig gemacht". Es ist bei den Ideologen der "Westlichen Werte" ein totales "geht nicht" mit einem Russen zu sprechen, selbst dann nicht wenn es ein Politiker ist und es zu dessen Aufgabenbereich gehört mit Politkern eines anderen Staates zu sprechen um den Frieden auf der Erde zu erhalten. Diese Ideologie der "Westlichen Werte" ist auf einen totalen Krieg gegen Russland und Vhina ausgerichtet. Sie wollen scheinbar vorsätzlich einen Krieg gegen Russland provozieren und glauben ihn gewinnen zu gewönnen. An das Leben der Menschen und Natur wird nicht mehr gedacht; die Hauptsache es entsteht ein Krieg für die Zerstörung der russischen Nation, den man später Russland in die Schuhe schieben kann.

Kommentar von "Friedlich", 25.02.2017, 12:37 Uhr:

"Uneingeschränkte Solidarität" mit der Ukraine? Nein, das darf sich unser Land nicht vorschreiben lassen. So etwas wirkt ähnlich wie "bedingungslose Kapitulation". Unsere Politiker wie unsere Journalisten dürfen sich nicht von den nach dem Putsch in Kiew regierenden Politikern vorschreiben lassen was wir zu tun haben und wie wir zu denken haben. Grundsätzlich nicht, aber erst recht nicht weil unser Land aufgrund des Gezerres an der Ukraine schon Milliarden von Euros als Verlust abschreiben musste. Der Handel mit Russland rückblickend zur Zeit vor den von den USA und der Kiewer Regierung geforderten Sanktionen bekam unserem Land weitaus besser als sich der Handel mit der Ukraine für unser Land die nächsten Jahre auswirken wird. Unsere Politiker dürfen sich auch von der Kiewer Regierung regieren lassen das zu tun was sie wollen, auch wenn sie beständig mit ihren Stärken und großen Freunden in den USA droht. Die Kiewer Regierung sollte mal endlich anfangen mit den Verantwortlichen ...

Kommentar von "Friedrich", 22.02.2017, 17:03 Uhr:

Über Jahrhunderte lebten in der Ukraine Menschen verschiedener Volksstämme friedlich in Nachbarschaft, Freundschaften und Familien miteinander. Das Land und Teile des Landes wurde immer wieder von Politiker der Nachbarstaaten willkürlich geteilt oder in eigene Staaten integriert, ob die Menschen damit einverstanden waren oder nicht. Es wurden durch Volksverhetzer Volksgruppen aufeinander gehetzt und es wurden Kriege geführt. In der Ukraine bis zur erheblich von ausländischen Kräften vollzogene Inszenierung der Maidan-Revolution lebten Menschen verschiedener Ethnien friedlich und freundschaftlich miteinander. Leider haben nationalistisch orientierte Gruppen, von ausländischen Kräften zu deren Nutzen aufgepeitscht das friedliche Leben in der Ukraine zerstört. Meiner Meinung kann es erst wieder einen Frieden in der Ukraine geben wenn das Ausland und die derzeitigen vom Ausland (insbesondere vom westlichen Ausland) unterstützten Provozierer im Land das Land in Frieden leben la ...

Kommentar von "Markus Fischer", 22.02.2017, 14:56 Uhr:

Der nächste NATO-Rat soll in Kiew stattfinden, so liest man in den Medien. Nach meinem Empfinden ist ein solches Vorhaben eine extreme Provokation gegenüber Russland und den sogenannten GUS-Staaten. Die den USA und unserer Regierung so freundschaftlich gesehene ukrainische Wunsch-Regierung propagandiert schon mit einer zukünftigen NATO-Mitgliedschaft. Was soll das eigentlich, die derzeitige Ukraine mit aller Gewalt in die NATO, in die USA-beherrschte Fremdenlegion zu ziehen? Auch die fortwährende Geldspenden von unserem Steuergeld an die Ukraine, auch die von dem IWF sind ungerecht und kriegsprovozierend. Die ukrainische Regierung führt einen brutalen Krieg gegen ihre nun abtrünnige Ostbevölkerung. So ein Krieg darf nicht mit unserem Steuergeld d finanziert werden, dass ist gegenüber jedem Steuerzahler in Deutschland ungerecht. Wer eine solche aggressive Politik betreibt der will keinen Frieden, der will Krieg. Und solche Politiker sollten von einem demokratisch sich denke ...

Kommentar von "Peter", 21.02.2017, 18:51 Uhr:

Sehr denkwürdig, die manipulierende Politik unserer CDU-geführten Regierung. Jetzt, wo bald gewählt wird schwenkt unsere Regierung nicht nur in der Asylpolitik sondern auch in ihrer Russlandpolitik. Laut Journalisten hätte sich die Kanzlerin nun so ausgedrückt als wäre durchaus eine Art eurasische Zollunion von Lissabon bis Wladiwostok möglich. Auch die Sanktionen gegen Russland könnten sofort beendet werden wenn Russland die Minsker Vereinbarungen einhalten würde. Die Sanktionen wären wegen der russischen Unterstützung der Separatisten entschieden worden. Warum hat sich vor 2014 unsere Regierung und die EU so gewehrt gegen den Putin-Vorschlag der eurasischen Union. Durch die russische Seite wurde sogar vorgeschlagen (meine Erinnerung) dass die Ukraine ein Brückenglied zwischen der EU und einer eurasischen Zoll-Union sein könnte. Aber das wollte die EU-Regierung und unsere Regie rund nicht. Sie erpressten die ukrainische Regierung damit dass wenn sich die Ukraine zwischen der E ...

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